Stuart McBride

So, in diesem Blog soll es ja auch um Bücher gehen.

Im Moment lese ich die Thriller von Stuart MacBride, und ich muss sagen, ich bin schier begeistert!
Die Bücher sind großartig geschrieben, atmosphärisch dicht, mit überraschenden Wendungen und, was fast das Wichtigste ist: Mit richtigen Polizisten, richtigen Menschen! 😀

Ich habe zugegebenermaßen auch die Bücher von Cody McFadyen (schon wieder ein Mac) verschlungen, aber bei ihm hapert es an den Hauptpersonen und den Dialogen. Da häufen sich dann auch gern mal Platitüden wie: „Zeit dem Mistkerl eins in die Fresse zu geben“ und „Schnappen wir den Mistkerl“. Auch die Figuren sind eher stereotyp angelegt. Darauf werde ich aber mal in einem anderen Beitrag eingehen.

Nun aber: MacBride.
Was soll ich sagen, sein Logan McRae ist ein ziemlich normaler Typ, guter Polizist, geht auch gern mal einen trinken. Er ist mehr der „Held wider Willen“, der trotzdem den Launen eines normalen Polizeibetriebs unterworfen ist. In Aberdeen gibt es keine Sondererlaubnisse oder Helikopter, stattdessen rostige Leihdienstwagen und Anschisse vom Polizeipräsidenten.
Was macht also die Bücher so besonders?
Zuallererst die Tatsache, dass McRae nicht abgestumpft ist. Ihm wird schlecht, wenn er üblen Gerüchen ausgesetzt ist, auch mal bei der Obduktion von Kindern, er schwärmt für die eine oder andere Kollegin, ohne ein Frauenheld oder ein verstörter Einzelgänger zu sein, er unterhält gute Beziehungen zu seinen Vorgesetzten, ohne der Golden Boy oder der Rebell zu sein.

Auch eben jene Vorgesetzten und Kollegen werden in die Storys eingefügt, anstatt bloße Stichwortgeber zu sein. Sie sind zum Teil unheimlich schillernd (z.B. DI Steel, die kettenrauchende, lesbische, faltige Ladykillerin)
und entwickeln sich weiter, man freut sich jedesmal, wenn sie in einem weiteren Buch vorkommen. Das hat man selten bei Thriller-Nebenfiguren.

Die Verbrechen die in den Büchern geschehen, werden nie voyeristisch und reißerisch beschrieben, aber doch immer eindringlich genug, dass einem mulmig wird (mir zumindest).
Manchmal sind es klassische Whodunit?s, manchmal ist aber eigentlich schon von Anfang an klar, wer es getan hat. Das es dann trotzdem nicht langweilig wird, zeugt von Good Writing.

Meist ist es bei mir nämlich so, dass ich das Buch aus der Hand lege, sobald feststeht wer der Mörder ist.
Warum soll ich mir furchtbare Schreibe weiter antun, wenn ich doch alles weiß, was ich wissen wollte?

Also, zusammenfassend kann man sagen, wer einen wirklich gut geschriebenen Thriller mit Story, die über Gemetzel und Lone-Wolf-Gehabe hinausgeht lesen möchte, der ist bei Stuart MacBride richtig.

Ich freue mich, dass es von ihm noch einige Bücher gibt, die ich nicht gelesen habe 🙂

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