Weiber!

Immer wieder wird einem als Frau vorgehalten, was man tun müsse, wie man sich verhalten müsse um „typisch Frau“ zu sein.
Schminken, klar. Ab und an mal ein Röckchen, ist gebongt. Lange Haare, von mir aus. Brüste sowieso.
Wenn es bei diesen Äußerlichkeiten bleiben würde, wäre es auch „ok“, nur leider mag man vom Phänotyp auch gerne mal auf das Innenleben schließen. Und da fangen die Probleme an.

Es gibt nicht DIE Frau, das normierte Standardmodell, mit zwei Airbags serienmäßig.
Jede Frau unterscheidet sich von anderen, was die eine glücklich macht, kann für die andere die Hölle sein.

Manche Frauen lieben Rosa und Pink, andere können nicht mal Spielzeuggeschäfte betreten, ohne dem Brechreiz zu erliegen.
Manche wollen Verantwortung, richtig viel, über viele Menschen, am besten bezahlt, andere sind vollkommen zufrieden mit ihrer eigenen kleinen Welt, die sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten geschaffen haben und ziehen Kartoffeln und Kinder.
Manche Frauen lieben große, mächtige Männer, andere kleine zierliche Frauen.

Und zwischen diesen Extremen gibt es immer noch ganz viel Spielraum, oftmals sogar je nach Tagesform.
Das mag biologisch nicht begründbar sein, liegt aber in der Natur des Menschen.

Menschen entwickeln sich, niemand, ausser einige bemitleidenswerte Exemplare, bleibt an einer Schwelle seiner Entwicklung stehen und sagt sich: „So, das bin ich jetzt.“
Das Leben geht immer weiter, und wir mit ihm. So müssen auch unsere Mitmenschen sich immer wieder neu auf uns einstellen. Das es nicht immer mit allen funktioniert, liegt dann mitnichten beim Sich-Wandelnden, sondern bei dem, der uns betrachtet.

„Wir künden ihm die Bereitschaft auf, weitere Verwandlungen einzugehen. Wir verweigern ihm den Anspruch alles Lebendigen, das unfaßbar bleibt, und zugleich sind wir verwundert und enttäuscht, daß unser Verhältnis nicht mehr lebendig sei. ‘Du bist nicht’, sagt der Enttäuschte oder die Enttäuschte: ‘Wofür ich Dich gehalten habe.´
Und wofür hat man sich denn gehalten? Für ein Geheimnis, das der Mensch ja immerhin ist, ein erregendes Rätsel, das auszuhalten wir müde geworden sind. Man macht sich ein Bildnis. Das ist das Lieblose, der Verrat.“ (Max Frisch)

Also, wenn wir uns die Beine rasieren oder nicht, Kontaktlinsen oder Brille, lange oder kurze Haare tragen, Schminke oder Natur pur lieben, sagt das nichts darüber aus, wie weiblich wir sind. Oder wer wir überhaupt sind. Es sagt nur etwas darüber aus, wozu wir gerade Lust hatten.
Oder sollte es zumindest.

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