Monatsarchiv: Juni 2011

Deutschland-Kanada 2:1

So, das war doch schonmal ganz schön. Unsere Mädels haben gut gespielt, super Einsatz gezeigt, die Frau Schiedsrichter war blind (die hat doch nur den Ball gespielt! Mann!) und die Kommentatoren haben nur Müll geredet (Kommentar zu Nia Künzer nach der Schalte zu Public Viewing in Stuttgart: „Ist doch schön, so Fans zu haben“ :-/)  .

Quasi gar nicht anders als Männerfußball. 🙂

Ach ja, den Kommentar des Tages brachte mein Schwager, als ich die Anfeindungen der Maskulisten gegen Frauenfußball zur Sprache brachte:

„Regen sich Feministinnen eigentlich auch so über männliche Bodenturner auf? Nein? Vielleicht mal anregen!“

Und damit geb ich ab ins Studio


Geschichten aus dem femizentrierten Schulwesen

Heute hatte ich ein nettes Erlebnis mit einem meiner Lehrer.

Dieser Lehrer etwa Mitte 50 (in Folgendem Herr X genannt) gibt bei uns Latein, eigentlich mag ich ihn, schreibe bei
ihm auch ganz gute Noten, trotzdem ich als verkappte Feministin verschrieen bin. 

Heute gabs Vokabeltests zurück, eine Mitschülerin, die diesen nachgeschrieben hatte, bekam eine nicht besonders gute Note, worauf Herr X meinte: Wenn sie sich in mehreren Wochen nicht soundsoviele Vokabeln draufschaffen könnte, solle sie doch überlegen, ob sie nicht Latein abwählt und stattdessen lieber einen Kochkurs macht, so als sinnvolle Beschäftigung!

BÄM! Also erstens geht das ja mal überhaupt nicht, dass er sowas vor dem ganzen Kurs (!) sagt und zweitens: Ein Kochkurs? WTF?

Da ich ja passionierte Retterin der akademisch ambitionierten Witwen und Waisen bin, konnte ich das natürlich nicht so im Raum stehen lassen und sagte (im neutralen Tonfall):
 „Also, den Spruch mit dem Kochkurs hätten Sie sich jetzt aber sparen können!“

Auftritt Rumpelstilzchen: Herr X fuhr mich an, was er sich sparen könne und was nicht, entscheide immer noch er, außerdem hätte seine Schwester ihren Abschluß in Ernährung- und Hauswirtschaft gemacht und wenn ich sowas verachten (!) würde, wäre das mein Problem. Er schickte dann noch einen Spruch von wegen Leuten, die nur Tiefkühlkost essen hinterher und grummelte dann vor sich hin. Versuchte nochmal (immer noch ziemlich erregt) die Diskussion weiterzuführen, was ich dann aber abgewiegelt habe. Immerhin, der Mann sitzt am längerem Hebel.

Merke: Theoretisch ist Gleichberechtigung vielleicht auch für die alte Garde ne tolle Sache, es hält sie aber nicht davon ab, bei Gelegenheit sexistische Sprüche abzulassen. Das Weltbild bleibt unangetastet.
 


It´s a little late for tears, isn´t it?

Gerade hab ich diesen wunderbaren Erziehungsfilm von 1954 gefunden.

Watch and enjoy!

P.S. Ich hasse Helen! 😀


FWM der F, aka die Pipifax-WM

Juhu, bald isset soweit, die Fußballweltmeisterschaft der Frauen beginnt! 😀
Als jemand, der seine Fußballleidenschaft nur bei internationalen Wettbewerben ausleben mag (Bundesliga wird seit dem Wechsel von Andi Möller von Dortmund nach Schalke tapfer ignoriert, es hat damals einem kleinen Mädchen das Herz gebrochen! ), bin ich natürlich ganz furchtbar excited. 

Schon jetzt ist es eine WM der Merkwürdigkeiten:

1. Wie ihr wahrscheinlich alle wisst, haben sich unsere Mädels im Playboy ausgezogen. Soweit nix Schlimmes dran, soll ja jeder halten, wie er mag. Blöd ist nur, dass diese Frauen garnicht im diesjährigen Kader des DFB sind. Hmm. Naja, Fußballerinnen sind halt Fußballerinnen, wer will sich auch merken, wer da alles mitspielt. :-/ Hauptsache Brüste.
Ich musste auch ganz stark den Drang, in die Tischplatte zu beißen, unterdrücken, als ich las: „Ich glaube ohnehin, dass wir bereits auf dem besten Weg sind, dieses Image [Mannsweiber] loszuwerden. Es spielen immer mehr süße, hübsche Mädels Fußball, die auch shoppen gehen und Wert auf ihr Äußeres legen.“

Ui, echt? Na sowas. Obwohl die Fußball spielen? Und Hetero auch noch, zumindest manche. Glaubt man ja gar nicht. Ja hm, da hat dann ja auch mein bierbäuchiger Nachbar nen Grund sich die Chose anzugucken.

Das führt uns direkt zu Punkt 2:
Wenn man diesem (imaginären) Nachbarn und seinen Artverwandten glauben darf, ist es ja geradezu widerlich, wie einem diese Pipifax-WM aufgedrängt wird. Nun trifft es sich ganz gut, dass ich ab und an mal Lebensmittel einkaufe. War ich gestern im Getränkemarkt, und ob ihrs glaubt oder nicht: Mir wurden keine Schwarz-Rot-Gold bestickten Hemdchen aufgedrängt! Nicht mal Schweißbänder oder Hüte! Obwohl ich Bier kaufte! Nun ja, hab ich mir gedacht, der Laden ist wohl fest in bierbäuchiger Hand, gehe also weiter zum Penny. Auch dort nix. So langsam wurd ich aber stutzig, also weiter zum Aldi. Dort wurde tatsächlich ein Fußball mit Unterschriften der Nationalmannschaft verkauft. Ich stürzte mich freudestrahlend auf dieses Angebot… das sich als Ball der FNM der MÄNNER rausstellte. (BTW: Was zum Geier, Aldi???).
Zusammenfassend kann man sagen, dass ich 11 Tage vor Beginn der WM nicht EINEN Merchandiseartikel bekommen habe! Wenn ich daran denke, dass ich sonst zu Wettbewerben immer schon im Mai komplett ausgestattet bin, ist das doch, nun ja, merkwürdig.

Die FWM der F springt einen an jeder Straßenecke an, fürwahr.

Von den Barbiepuppen der Spielerinnen fang ich gar nicht erst an, werde aber demnächst einen Brief an Mattel verfassen, wo ich verlange, dass in Zukunft auch von den männlichen Spielern Puppen hergestellt werden.
Warum sollen denn nur die Weiber das große Stück vom Kuchen kriegen 😉

In diesem Sinne