Monatsarchiv: November 2011

In eigener Sache

Liebe Leser,

es scheint so als würden Maskulisten in letzter Zeit die Argumente ausgehen.
Anders kann ich mir diesen Blogeintrag nicht erklären, indem die von Ihnen alle geschätzte und geliebte *hust* (zudem noch stockrote und gewerkschaftsengagierte) Autorin als rechts tituliert wird.

Ich muss etwas ausholen, um zu erklären, warum dieser Maskulist sowas tut.


Terminatus, wie er sich nennt, und ich sind bereits mehrfach auf dem bereits erwähnten Blog „Alles Evolution“ aneinandergerasselt.
Es ist auch zuvor schon vorgekommen, dass er meine Aussagen aus dem Kontext gerissen hat, um seine Vorstellungen von menschenverachtenden, diskriminierenden Feministinnen zu stützen.

Ich hatte auf dem Evolutionsblog zum immer präsenten Metathema „verweichlichtes, femiverseuchtes, jungendiskriminierendes“ (sic) Schulsystem einmal geäussert, dass ich als Schülerin das ja echt geil finden würde wenns so wäre (hey Einser for free!), es aber nicht so ist.
Terminatus riss also meine Aussage aus dem Kontext und publizierte in der Folge nur die Aussage, dass ich ein jungendiskriminierendes Schulsystem echt geil fände, um sich dann daran hochzuziehen, was ich (typisch Feministin) für ein furchtbarer Mensch wäre.

Sie sehen, das ist nicht das erste Mal.

Nun hat er eine Aussage von diesem, meinem Blogeintrag genommen, wo ich frage, welcher der mir bekannten Internetmaskus sich in meinen Soziologiekurs geschmuggelt hat, einige (unter anderem auch ihn selbst, den ich aufgrund seiner Nationalität als Ösi, eine IMHO neutrale Kurzbezeichnung für Österreicher) aussortiere, um im folgenden zu sagen „Raus damit“, was gelesen werden kann wie „Nun sag schon, wer´s war.

Einfach zu verstehen, oder?
Er hingegen nimmt folgenden Teil: „Terminatus? Ösi. RAUS DAMIT!“
Die Ähnlichkeit der Darstellung mit bekannten Neonazisprüchen ist natürlich rein zufällig….

Nun, dass es der hier angesprochene Terminatus NICHT verstanden hat, lässt eigentlich nur 2 Schlüsse zu, der eine ist so unangenehm wie der andere:

1)
Er ist des sinnentnehmenden Lesens nicht fähig, ein Umstand, den ich auch bereits bei anderen Maskulisten beobachten durfte.
Hierzu gebe ich den guten Rat: Schreib dich nicht ab! Lern lesen und schreiben!

2)
Er ist ein fieser, missgünstiger Mensch, der sich für nichts zu schade ist, den Feind (also mich) zu diskreditieren und, ja, zu verleumden, und dazu zu den niedersten,armseligsten Mitteln greift.

Für diese 2. Erklärung spräche, dass er meine Kommentare, in denen ich dazu Stellung beziehe und ihn damit konfrontiere, wie armselig das ist, nicht freischaltet, sondern zusammengefasst selbst postet (natürlich ohne den Armseligkeitsvorwurf, versteht sich), mit dem Hinweis, er hätte mich ja nicht als Nazi bezeichnet, sondern „nur“ als rechts. *koppauftischplatte*
Ein besonderes Feature ist da natürlich, dass er (wie alle Maskulisten) strenge Blogmoderation wie die der Mädchenmannschaft als „Zensur“ beklagt.

Lassen Sie das einfach mal eine Weile auf sich einwirken…..So, reicht.

Ich bin überzeugt, dass jedem Leser sofort klar sein sollte, dass Herr Terminatus sich hier komplett lächerlich macht und den Männerrechtlern, die er vertritt, einen Bärendienst erweist.
Trotzdem, eine Klarstellung meinerseits schien mir mehr als legitim.

In diesem Sinne: Let the shitstorm begin.

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Georg Kreisler R.I.P.

                                              Requiesceat in Pace


Mother knows best

Da ich die beste, klügste, weiseste Mama von allen habe,dachte ich mir mal für die nachfolgenden Generationen die besten Weisheiten von ihr zu sammeln.
Fühlt euch frei, ähnliche Aussprüche eurer weiblichen Vorbilder in den Kommentaren zu posten.

-Niemals anbiedern. Das hast du nicht nötig.

-Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird.

-Natürlich sind bei uns in der Familie die Frauen führend. Das ist auch gut so.

-Das die gut spielen nützt denen gar nix, solange kein Tor fällt.

-Du bist Maren und du schaffst das! 

– Schmücke dein Heim, dann hast du´s fein! 

-Nein Maren, wir diskriminieren dich nicht, weil du Linkshänder bist. Da kannste  ja nix für. Das Schlimme ist, dass du dich nicht verhältst wie ein Rechtshänder! 
 (Kann man ohne weiteres auf alle Diskriminierungsfälle übertragen, pure genius)

Eine besondere Erwähnung verdient sich hier auch meine 8jährige Nichte, die nach dem Ansehen der Simpsonsfolge mit der sprechenden Malibu-Stacy bemerkte:

Also ich würd ja nicht auf eine Puppe hören, wo bald der Kopf ab ist!           (erstaunte Blicke unsererseits) Ja was? 
Ich reiß meinen Barbies manchmal den Kopf ab. Aus Versehen. 

Es geht voran! 

 


This is who I am, this is what I want

Ich bin jetzt mal ganz ehrlich.

Ich habe ausser Dworkin und „Herrschaftszeiten“ keine feministische Literatur whatsoever gelesen.
Das Missy-Magazin kommt nur alle 3 Monate, die Emma ist mir zu teuer, da les ich unterdessen Intouch. Die meisten feministischen „Schulen“gehen recht weit an meiner Lebenswelt vorbei.
Ich lese feministische Blogs, ja das schon.
Allerdings nur die, die mich auch an anderen Stellen tickeln als nur meinem feministischen Bewusstsein. Die meisten sind mir zu theoretisch.

Warum neige ich also dazu, mich als beinharte Feministin zu bezeichnen?


Ich bin jüngstes Kind einer Familie von starken Frauen.
Ein Trauma meiner Mutter war, dass sie damals (ca. 1963) nicht aufs Gymnasium durfte, weil ihre Mutter entschied, dass Realschule für ein Mädchen genügt. Sie hat dann eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester gemacht, im Laufe der Zeit mehrere Fortbildungen und Zusatzausbildungen, sodass sie nun KK-Schwester, Erzieherin und Fachkraft für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Stationsleitung ist.
Sie heiratete recht früh meinen Vater, der 14 Jahre älter war und damals in seinem Studium der Ökotrophologie steckte, nachdem er nicht mehr als Konditor arbeiten wollte. 
Als meine älteste Schwester unterwegs war, schien es völlig klar, dass Mama weiterarbeitet und Papa Zuhause blieb. So blieb es auch bis zu seinem Tod.
Danach durfte ich live miterleben, wie schwer es Mütter und Kinder haben, die aus
Ein-Elternteil-Familien kommen. (Ein Highlight war der Rektor, der meiner Mutter abriet mich auf seinem Gymnasium anzumelden, da erfahrungsgemäß Kinder von Alleinerziehenden auf einer Real- oder Gesamtschule besser aufgehoben seien)
Bei uns zuhause war Emanzipation nie ein Thema, das besprochen wurde, sie wurde gelebt.
Es stellte sich nie die Frage, ob Mädchen genausogut sind wie Jungs, es war selbstverständlich.

 So kann man sich mein Erstaunen vorstellen, als ich auf Menschen traf, für die die Verschiedenheit
der Geschlechter einen erheblichen Teil des Weltbildes ausmacht.

Die Kinderfrau, die von mir Ordnung verlangte, weil „du bist doch ein Mädchen“
Der Mathelehrer, der in der ersten Stunde (7.Klasse) behauptet, dass Mädchen schlecht in Mathe seien.
Die Mitschüler, die mich auslachten, wenn ich sagte, dass ich BvB-Fan sei.
Die Mädchen, die mich mieden, weil ich Computerspiele (Jungskram) mag.
Die Menschen, die mich belächelten, weil ich mich schminke (Mädchenkram).
Die Männer, die bei der kleinsten Gelegenheit „Typisch Frau“ stöhnen.
Die Arbeitskollegen, die mich fragen ob ich meine Tage habe, wenn ich wütend bin.
Frauen, die Sexismus stumm ertragen, weil man das als Frau so macht.  
Freundinnen, die unentgeltlich Omas und Großtanten pflegen müssen, während ihre Väter und Brüder ihr Leben leben dürfen.
Freunde, die grinsen, weil ich ja auch Mädchenspiele wie „Die Sims“ spiele, was mich als Zocker sofort disqualifiziert.   

Das hab ich alles so oft gesehen, es hat mich wütend gemacht, es macht mich heute noch wütend.

Weil es ungerecht ist. Weil es nicht sein muss.

Was will ich also?
-Ich will, dass Frauen nicht mehr wie eine Randgruppe behandelt werden.
-Ich will, dass Vergleiche mit Frauen nicht mehr als Beleidigung gesehen werden.
-Ich will dass Frauen in den Medien als vollwertige Charaktere dargestellt werden.
-Ich will, dass Frauen und ihre Belange ernstgenommen werden, nicht weil es Wählerstimmen  generiert, sondern weil es wichtig für die Hälfte der Bevölkerung ist.
-Ich will dass die Meinung einer Frau genausoviel gilt wie die eines Mannes,
 nicht nur bei  „Frauenthemen“
– Ich will nicht mehr erleben, dass Männer überall in den Flirttonfall fallen,
 bloß weil ich Brüste habe. Man kann auch normal mit mir reden. Ehrlich.
-Ich will kein „Sonderfall“ sein.  
-Ich will Normalität.

Ich denke das ist nicht zuviel verlangt.


Suchbegriff des Tages

sexsymbole der 90er

Ich bin geschmeichelt. Ganz ehrlich! Hach.

Edit: Mir ist nebenbei aufgefallen, dass ich 1992 eingeschult wurde. Also doch eher: BÄH!