Die Frauen in "The Walking Dead"

Finally! It was so about time! Endlich hat jemand mal eine Serie über eine Zombie-Apokalypse gemacht!
Und ist sie gut? ABER HALLO! Wenn ihr sie noch nicht gesehen habt, dann tut es! Jetzt sofort!
Hab nämlich keine Lust Spoilerwarnungen zu verfassen 🙂

Da ich leider meinen feministischen Blick nicht abstellen kann, ist mir das eine oder andere aufgefallen.

Frauen und Kinder bekommen keine Waffen. Selbst im Angesicht einer lebensbedrohenden Gefahr kriegen sie nichts in die Hand um sich zu verteidigen. Hmmmpf.
Ich meine, klar wäre es verfehlt Schußungeübten und besonders Kindern Handfeuerwaffen zu geben, aber komm schon! Wenigstens ein Baseballschläger sollte doch drin sein! Alles andere ist doch unverantwortlich. (Natürlich sind die Männer bestens ausgestattet….)
Es geht da ja nicht nur um die Zombies („wir haben es lieber wenn man uns vermindert Lebende nennt“), es streichen ja auch diverse Plünderer umher und es gibt weder Polizei noch Gesetze.
In Staffel 2 ändert das sich zum Glück. Das hatte mich richtig geärgert. 

Natürlich gibt es auch hier einen prügelnden Ehemann (PE™), der zudem noch seine Tochter „komisch“ anguckt, und der wird natürlich im Affekt von einem der „good guys“ verwemst, nachdem dieser gesehen hat wie dem PE™ die Hand ausrutscht. Ein Gespräch nachdem die offensichtlichen blauen Flecken aufgefallen sind wäre ja auch zuviel verlangt.
Zum Glück wird PE™ im Laufe der ersten Staffel zombifiziert und die geprügelte Ehefrau bekommt eine großartige Szene, wie sie ihm weinend eine Spitzhacke in den Kopf rammt, worauf sie persönlich besteht („He´s MY husband“). Sie trauert um ihren Ehemann und rächt sich gleichzeitig an ihrem Peiniger. Manchmal ist es so komplex. Das hat mir gut gefallen.

Dann ist es natürlich so, dass alle Frauen irgendwie Zeit und Möglichkeit finden sich Beine und Achseln zu rasieren. Wäre ja auch unzumutbar, unrasierte Beine zu zeigen. Zombiehirn, ok, aber doch keine Haare an Frauen!

In dem provisorischen Camp das sie am Anfang der Serie bilden scheinen die Frauen auch permanent mit Wäsche waschen beschäftigt zu sein, man sieht sie fast nur an einer Wäscheleine stehen.
Nunja. Ich hätte die Zeit ja eher dazu genutzt, den Mädels ein paar grundlegende Nahkampftricks beizubringen, aber Wäschehygiene ist in einer Postapokalypse ja auch nicht zu vernachlässigen.

Später kommt dann natürlich noch ein „missing white girl“ (von dem wir vorher kaum Notiz genommen haben, immerhin gibt es ja noch einen Jungen im Camp mit dem man männlichen Kram wie Frösche fangen machen kann).

Dennoch, DENNOCH finde ich die Serie ausgesprochen empfehlenswert, auch für Nicht-Zombiefans.
Gruppendynamiken werden gut dargestellt, es wird darauf eingegangen, dass Zombies auch mal Menschen waren, es gibt einige sehr herzerweichende Szenen mit Infizierten und im Großen und Ganzen sind die Protagonisten sympathisch.
Auch die Frauen sind im weitesten Sinne taff, und Männlein und Weiblein haben beide ihr Share an Nervenzusammenbrüchen (mit manly tears!)

Gute Sache,das. Ansehen!!!

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6 responses to “Die Frauen in "The Walking Dead"

  • ketcar

    "Frauen und Kinder bekommen keine Waffen. Selbst im Angesicht einer lebensbedrohenden Gefahr kriegen sie nichts in die Hand um sich zu verteidigen." Und warum nicht? Hallo? WIR haben nicht nur die Kontrolle über das Finanzkapital, die Justiz und die femizentristische Umverteilungsmaschine sondern auch über die Medien. Was gezeigt und gesagt werden darf, bestimmen immer noch WIR. Oder nicht? Wer ist eigentlich gerade Medienbeauftragte bei uns?

  • Maren

    Ach die ist deswegen schon längst aus dem Amt 😉 Noch ne kleine Ergänzung: Nicht nur, dass die Frauen ständig mit Wäsche beschäftigt sind, nein die Wäsche die sie aufhängen ist auch noch trocken! 😀 Mal drauf achten.

  • Khaos.Kind

    Juhuu, noch eine "Walking Dead"-Fanin (sagt mensch das so?)!Ich fands spannend, dass das "Zurückfallen in alte Rollenbilder" auch hin und wieder thematisiert wurde. Ich erinnere mich da an eine Stelle, als die Frauen Wäsche gewaschen haben und sich darüber mockierten, dass einige von ihnen mal hochbezahlte Führungsposten inne hatten und sich hauptsächlich von Essen-to-go, Restaurants oder Fertiggerichten ernährten – und "jetzt" trotzdem automatisch davon ausgegangen wurde, dass sie kochen und waschen. Oder eben das mit den Waffen, dass sich zum Glück in der zweiten Staffel ändert.Aber insgesamt ist mir das noch zuwenig, denn zwischen darüber beschweren und es ändern liegen Welten. Sie machens ja trotzdem einfach weiter.Abgesehen davon auch von mir eine uneingeschränkte Seh-Empfehlung!

  • Maren

    Fangirl ist glaub ich das allgemein anerkannte Wort. :DStimmt, da war doch die Szene, bevor der PE™ verwemst worden ist, wo sie sich beschwert haben, dass sie ständig Wäsche waschen müssen, während die Männer Frösche fangen. Aber fand ich eigentlich ein bisschen wenig. Das lässt sich aber trotzdem mmn ausblenden, weil die Figuren nicht so stereotyp sind. Meistens jedenfalls.

  • Anonymous

    Aber echt. Das verwundert mich jetzt wirklich. Naja, wahrscheinlich wollen wir in Wahrheit eh gar keine Waffen tragen, sondern uns vom starken Alphamann verteidigen lassen *fg*Syzygy

  • mindswitch

    Also Carl (der Junge) bekommt ‚gen Ende Season 2 eine Waffe, mit der er auch fortan Zombies killt. in Staffel 3 wird er „zum letzten Mann im Haus (der kämpfen kann)“. Die Inszenierung des Ganzen finde ich eher mittelmäßig, mit jeder Menge Logik- Regie- und Continuityfehlern, Klischees und verwaisten Handlungssträngen. Man merkt der Serie ihre weissmännliche Zielgruppe aber auch ihr geringes Budget an. Nichts des to trotz freue ich mich, dass es überhaupt eine Serie gibt, die Gruppendynamik in der Zombieapokalypse thematisiert und viele Problemfelder sind glaubhaft dargestellt.

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