Monatsarchiv: Juni 2012

Tropes vs Women vs Assholes

Enthält drastische Sprache

Ihr werdet sicher alle gehört haben, was mit Anita Sarkeesian passiert ist, der Frau die den wunderbaren Vlog Tropes vs. Women betreibt, wo sie die typischen weiblichen Klischees, welche Frauen betreffen auseinandernimmt.

Dass sie nun vorhat die Serie auf Games zu erweitern, freut mich natürlich besonders.
Weniger hat mich gefreut zu hören, wie sie getrollt wird, nicht nur bei den üblichen Verdächtigen wie Youtube, sondern sogar ihre verdammte WIKIPEDIASEITE wurde infiltriert, sie wurde in der Beschreibung aufs übelste beschimpft und statt ihres Fotos wurde ein pornographisches Bild hochgeladen. Das ist bisher unerreicht.

Ruft euch bitte ins Gedächtnis dass sie keinen Holocaust an Männern und Gamern verüben will, sie will niemanden kastrieren, sie verharmlost keine männerrelevanten Themen.
Warum zum Geier sind die bloß so wütend, wenn sie Klischees bzgl Frauen in Videospielen analysieren will? Was ist das verdammte Problem?

Ist es weil sie eine „Fremde“ ist? Ich als Gamerin, die mithilfe von Leisure Suit Larry 1 tippen gelernt hat, sage: Fein, soll sie, ich freu mich drauf! Wahrscheinlich sind wir uns wieder mal in vielen Dingen einig. Oder ist es vielmehr, dass, trotzdem wir ja in einer so egalitären Gesellschaft leben, wo Frauen ja sogar bevorzugt werden (wenn man bestimmten Quellen glauben schenken darf) es trotzdem noch Dinge gibt, die Frauen nicht zu tun haben, die ein reines Männerding zu bleiben haben? Wie Fußballspielen, Boxen, Games oder eine Führungsposition? Es scheint fast so.

Und natürlich werden Frauen, die darob angegriffen werden, auf das widerlichste, sexistischste kleingemacht, durch solche Aktionen wie der o.g. wird ihnen signalisiert: „Weib, geh an deinen Platz zurück,wenn du weisst was gut für dich ist.“ Sie werden auf ihre körperliche Unterlegenheit hingewiesen und auf ihre höhere sexuelle Angreifbarkeit (oder habt ihr schonmal gehört, dass einem Heteromann mit Vergewaltigung gedroht worden ist?), es wird wieder und wieder auf die geistige Unterlegenheit gepocht, darauf, dass Frauen bloss aufpassen sollten, weil ihr Wohlergehen von dem Gutdünken der sie umgebenen Männer abhängig ist (was NICHT stimmt!)

Was verleitet also diese Männer dazu, so heftig auszuschlagen? Angst. Sie haben Angst vor uns.
Sie haben Angst, dass das was ihnen beigebracht worden ist nicht mehr stimmt, dass sie sich an eine Welt anpassen müssen, wo Frauen überall präsent sind. Frauen, diese mysteriösen Wesen, die man ja nie versteht. Mit denen ja auf eine ganz bestimmte Art umgehen und reden muss, weil sie ja so ANDERS sind.

Mir persönlich sind in meinem Leben (besnders online) haufenweise Männer begegnet, die, nachdem sie mein Geschlecht erfahren haben, nicht mehr in der Lage waren mit mir normal zu reden. Tausenden Frauen passiert das, online oder nicht. Ist das ihr Problem? Nein, es ist das Problem dieser Männer. Jungs, die Welt hat sich verändert und ihr werdet den Weg des Dodos gehen, wenn ihr euch nicht anpasst. Und dafür könnt ihr keine Bloggerin oder Feministin verantwortlich machen.
Nur euch selbst.


Zwitscher zwitscher

Dat Maren is nu auch bei Twitter: Guckemal


Frollein Lasmiranda

Ohje Mädchenmannschaft
Ich mag euch, echt! Ich lese immer wieder gerne eure Blogrolls und ihr habt mich oft auf interessante Themen aufmerksam gemacht.

Aber mal unter uns: Der Artikel über den FC Siewillja war ja mal nix! Ich bin darüber gestolpert, als ich meinen Morgenkaffee getrunken habe und dachte erst nur: Hä? Was ist denn das Problem mit diesem Kauderwelschnamen? Dann hab ich verstanden, dass es eine Anspielung auf einen Telefonjoke von Bart Simpson ist. Meine Reaktion war immer noch Unverständnis.
Dann habe ich den Artikel komplett gelesen (den SPON-Artikel auch) und meine Reaktion wandelte sich zum Facepalm.

Es geht euch (wenn ich es richtig verstanden habe) darum, dass der Joke „Lasmiranda Dennsiewillja“ eine Anspielung auf sexuelle Gewalt ist. Dabei wird völlig augeblendet, dass es eine für jeden ersichtliche popkulturelle Anspielung auf Die Simpsons und natürlich den FC Sevilla ist, und dass man tatsächlich als unbedarfter Normalbürger um 15 Ecken denken müsste um eine Anspielung auf Gewalt gegen Frauen zu finden. Ergo würde ich jetzt mal annehmen, dass sich die Jungs (als Simpsons- und Fußballfans) WIRKLICH nix dabei gedacht haben.

Dennoch schreibt ihr einen langen Artikel darüber, der in seinem passiv-aggressiven beleidigte Leberwurst-Tonfall seinesgleichen sucht und wo diese Studenten auf eine sehr persönliche, unsachliche Schiene angegriffen werden. Und dass alles aufgrunddessen, dass einige Spinner auf Facebook und SPON sich über die Beschwerde aufgeregt haben. Unprofessionell. Wirklich.

Ich kam nicht umhin mich zu fragen: Ist denn schon Sommerloch? Gibts keine wichtigeren Themen die besprochen werden müssten? Das Betreuungsgeld ist gerade beschlossen werden, in den USA wird ein regelrechter Krieg gegen die Rechte der Frauen geführt, die Schlecker-Frauen sind auch immer noch ein Thema, wie Frauen in den Medien dargestellt werden ist eine Katastrophe, etc. Was soll also dieser Artikel?   

Besonders verwunderlich finde ich, dass ihr den mEn VIEL bedenklicheren und problematischen Namen „FC Frauenschweigt“ komplett ausblendet. Warum das denn? Das wäre wirklich etwas worüber man sich aufregen könnte.
Auch die Tatsache, dass die Namen wie „Wacker Durchsaufen“ (Alkoholismus ick hör dir trapsen) nicht erwähnt werden, finde ich merkwürdig.

 Wie ich ja bereits mehrfach angedeutet habe, ist mein Anliegen Feminismus und Frauenrechte von der kleinen elitären Minderheit die das momentan besprechen, in den Mainstream zu packen, ich versuche in meinem Umfeld ein Bewusstsein für Ungerechtigkeiten zu schaffen. Dieser Artikel ist kontraproduktiv, weil es wirklich das Klischee des dünnhäutigen Feminismus bedient, der sich mit Unwichtigkeiten und Nebenschauplätzen beschäftigt wo es ganz andere Baustellen gäbe, die wichtiger für ErnaNormalVerbraucherin wären.

Ich werde euch natürlich trotzdem weiterlesen, weil, eigentlich mag ich euch ja.
Viele Grüße, Maren


Cake or Death?

Es ist wieder mal Sonntag, der Tag des Herrn.
Wart ihr in der Kirche, wie es sich für anständige Christenmenschen gehört?
Nee, ich auch nicht. Mutter Kirche und ich sind seit einiger Zeit ziemlich fertig miteinander.

Evangelisch getauft habe ich bereits mit 13 beschlossen, dass ich an den ganzen Kram, den ich im Konfirmandenunterricht erzählt bekommen habe, nicht glaube. Deswegen bin ich unkonfirmiert.
Und ja, ich habe mich sehr geärgert, keine Geschenke und Geld bekommen zu haben, aber was will man machen.

Den Religionsunterricht in der Schule hab ich trotzdem immer besucht, ich liebe es einfach zu allem meinen ketzerischen Senf dazuzugeben, ich kann mir nicht helfen. Das hat mir je nach Lehrer Noten zwischen 4 und 1 eingetragen. Zudem lernt man ja auch einiges über die Weltreligionen, das war auch relativ sinnvoll,wie ich finde. Ich bin auch immer noch zahlendes Mitglied, austreten mag ich nicht.

Ich möchte gerne glauben,besonders als Halbwaise, dass es irgendwo dort oben einen gütigen himmlischen Vater gibt, der auf mich aufpasst, und dass es ein herrliches Leben nach dem Tod gibt, und dass man für ein anständiges Leben belohnt wird.

Leider bin ich gleichzeitig jemand vom Team „Ich glaub nur was ich sehe“, und was ich sehe lässt mich stark zweifeln. Wenn es einen gütigen Gott gibt, wie kann er es zulassen, dass seine Bodentruppen soviel Haß verbreiten? Dass Homosexuelle kranke Freaks seien sollen, die Behandlung bedürfen oder in die Hölle kommen? Dass manche Menschen generell einfach so in die Hölle kämen, einfach wegen Prädestination? Dass ungetaufte Säuglinge zur Verdammnis bestimmt sind? Ebenso natürlich Ketzer, Faule und Leute die ausserhalb einer Ehe Sex haben. Das ist doch irre! 

Dann gibt es natürlich noch die üblichen Verdächtigen, Religionskriege, Inquisition und Verfolgung diversester Andersdenkender. Well done!
Der blinde Obrigkeitsglaube, der verlangt wird (was sich unter anderem darin niedergeschlagen hat, das 1500 Jahre hingenommen wurde, dass die Schäfchen kein Wort von dem verstanden,was so in der Bibel steht), ist nix für mich. Der liebe Gott hat mich mit einem Hirn ausgestattet, ich denke es ist ok, wenn ich es auch benutze.

Bzgl. der Bibel: Menschen lieben tolle Geschichten, und die Bibel ist voll davon. That´s it.

Dass es Jesus gegeben hat, ok. Er mag auch Menschen geheilt haben und gute Taten vollbracht haben und unfassbar charismatisch und generell ne echt coole Sau gewesen sein. Aber würde das nicht als Legitimation reichen?
Warum die Jungfrauengeburt, der Stern, die Auferstehung von den Toten und die Wunder?
Hatte die Kirche von Anfang an so wenig Vertrauen in die Urteilsfähigkeit ihrer Anhänger, dass sie diese belügen musste? Immerhin sind das alles Sachen, die erst ein paar Jahrzehnte später „berichtet“ wurden. Wenn an einer Religion von Anfang an so dermaßen herumgedoktort werden muss, macht mich das schon stutzig.

Nun denn, da ich bisher noch nicht vom Blitz getroffen worden bin, denke ich, dass es entweder Gott nicht gibt (womit ich leben könnte), er nicht allmächtig ist (dito) oder dass er einen fiesen Sinn für Humor hat. Alas, we´ll never know.

Natürlich soll jeder das glauben, was er möchte, das ist ja das schöne an dem säkularen Staat in dem wir leben, aber das schließt ja mich auch mit ein.Von daher eine kurze Zusammenfassung, an was ich glaube:

-Jesus war ne coole Sau.
-Ich glaube an Mitgefühl und Nächstenliebe, das halte ich für das „Göttliche“ in jedem Menschen
-Ich glaube daran, dass jeder irgendwann das bekommt was er verdient, allerdings zu Lebzeiten.
-Ich glaube daran, dass es einen Ort gibt, wo alle Menschen, egal welcher Religion hingehen wenn sie sterben. Flügel gibbet da allerdings nicht.
-Ich glaube, dass Religion eine Stütze für viele Menschen ist, von daher sollte die Religion des anderen respektiert werden. Wenn man andere anfeindet, bloss weil sie etwas anderes glauben als man selbst (und sei man auch Atheist), ist man nicht besser als die Kreuzzügler.
-Die Vorstellung, Leib und Blut seines Gottes zu sich zu nehmen ist echt merkwürdig.