Gedanken eines 22jährigen Antifeministen

Hach wat herrlich! Im gelben Forum hat der User „Benni“ einen Aufruf gestartet um zu erfahren, welche Altersklasse dort vertreten sei. Er sei 22. Nachdem einige ihr Alter genannt hatten (so um die 40-50) und er erwartungsgemäß erstmal für einen Maulwurf des femistischen Staates gehalten wurde, erklärte er sich und seine Erfahrungen, die ihn zum Antifeministen gemacht hatten:
Ich kann die Sorge verstehen. Mit dem BMI/BSI oder sonstigen Einrichtungen habe ich nichts am Hut und ich bin auch kein Feminist, der hier irgendwie spionieren will. Ich bin Student und lese hier schon seit mindestens 6 Monaten mit. Dinge wie Wikimannia, Femokratie, Manndatn und Manifolds Blog sind mir schon länger bekannt, wobei ich durch letzteren erst richtig zum Antifeminismus gekommen bin.

Ohje, ooooooohjeeeeeee. Na das kann ja heiter werden…

Ich weiß schon gar nicht mehr richtig, wie ich überhaupt dorthin gefunden habe, aber angefangen hat es letztendlich damit, dass ich das Thema Frauenquote, welche mir heftig gegen den Strich geht, aufmerksam mitverfolgt habe und mir die Plenarsitzungen darüber ansah. Im Ärger über die dortige Argumentationsweise und darüber, dass sich dort niemand traut mal wirklich sachlich, ohne den Schleier der Politischen Korrektheit, zu argumentieren und den schreienden Weibern aus der SPD/Grünen/Linke Ecke mal ordentlich Kontra zu geben, bin ich dann wohl irgendwie über Umwege zu Manifolds Blog gekommen. Erst dort merkte ich dann, dass ich mit meinen Gedanken, dass der Mann eigentlich der benachteiligte Teil der Gesellschaft ist, nicht alleine stehe.

„Schreiende Weiber“? Ist das entweder auch einer dieser Männer, die mit Erschrecken feststellen, dass die Lehre, dass Frauen immer lieb und sanft sein müssen, weil sie ja den Männern in jeglicher Hinsicht unterlegen sind, heutzutage im Allgemeinen nicht mehr befolgt wird? Und die sich daher unterlegen fühlen, weil ihre naturgegebene Überlegenheit nicht mehr anerkannt wird? Wir werden sehen

Es macht mich oft fast wütend, dass trotz dieser Tatsache von Seiten mancher Frauen, die ja in jeder Hinsicht bevorteiligt sind, noch mehr Privilegien auf Kosten der Männer gefordert werden. Ich weiß nicht, ob diese es merken oder bewusst ignorieren, dass sie eigentlich das privilegierte Töchterchen der reichen Eltern sind.

Sie sind nur priviligierte Töchterchen reicher Eltern wenn sie, nun ja, priviligierte Töchter reicher Eltern sind! Es ist tatsächlich so einfach!

Wenn solche Menschen sich dann trotzdem für die Ärmsten der Menschheit halten, kann auf Dauer nur eine riesige Abneigung gegenüber diesen entstehen, außer der Mensch wird so manipuliert, was im Moment von Seiten der Medien erfolgt, dass er das tatsächlich für wahr erachtet.

Du meinst, so wie wenn ein weißer Mittelschichtsheteromann klagt, er werde diskriminiert, weil auch ein paar Frauen in Führungspositionen sollen? Verstehe…

Viele, so wie ich das erlebe, vor allem viele Frauen, evtl. da sie sich betroffen fühlen und leicht in Hysterie verfallen, sind leider so beschränkt in ihrem Denken, dass sie das, was in den Medien berichtet wird, unkritisch und unreflektiert aufnehmen. Meistens haben sie aber trotzdem keine richtige Meinung dazu, da sich die wenigsten Frauen in meinem Alter für politische und gesellschaftliche Dinge interessieren. Und wenn, dann nur oberflächlich. Genauso wenig, wie für Naturwissenschaft, Technik, lebensphilosophische und geschichtliche Dinge.

Im Gegensatz zu Männern, die alle in ihrer Freizeit an der Kalten Fusion forschen und an ihren Perpetuum mobiles (ich bin zu faul die korrekte Deklination rauszusuchen) basteln. Auch die, welche Samstagmorgens ihr Schalke-Westchen ausführen 

Da fragt man sich manchmal, über was reden Frauen denn den ganzen Tag und interessieren sie sich überhaupt für irgendetwas? Diese Frage habe ich schon vielen Frauen in meinem Alter gestellt und in den allermeisten Fällen bekam ich die Antwort „über Menschen“. Genau das erlebt man auch im Alltag, wenn man z.B. in der Bahn sitzt und bei Gesprächen mitlauscht. Bei Frauen geht es da eigentlich immer um Menschen, Beziehungen, klischeebehaftete Männervorstellungen oder irgendwelche Ammiserien. Meistens um etwas völlig unkonstruktives.

Iiiiiih die reden über Menschen! Bah! Wasch dir direkt den Mund mit Seife aus, auch die Anführungszeichen nutzen nix. Da hätte eigentlich ne Triggerwarnung hingemusst! Menschen…Brrrr.

Bei Männern ist das oft ganz anders. Da fängt es schon von klein auf an, sie bauen Höhlen, Baumhäuser, bauen sich Sachen aus Lego, überlegen sich, wie sie ihr Moped frisieren können, es handelt sich also meistens um irgendetwas konstruktives, was vielleicht generell die Entwicklung von Problemlösungssstrategien und ingenieurstechnischem Denken fördert.
 Sie sind, so wie ich das erlebt habe, generell neugieriger und probieren lieber Dinge aus. Diese unterhalten sich dann auch über solche Dinge.

So Dinge wie Diablo 3… Lass mal die Kirche im Dorf, Jung. 

Sie diskutieren über ihr Studiengebiet oder wenden zum Spaß das gelernte auf den Alltag an, beschreiben z.B. die Vorgänge beim Kochen thermodynamisch.

Muhahahaaaaa….. Richtig. 

So etwas ist mit den Frauen aus meinem Studiengang (Chemieingenieurwesen) fast nicht möglich. Da wird immer abgeblockt, wenn man sich mit ihnen über so etwas unterhalten möchte. Es interessiert sie im Alltag nicht, obwohl sie diesen Studiengang gewählt haben.

Vielleicht reden sie auch einfach nicht gern mit dir. Könnte ich mir jetzt zwar nicht vorstellen, weil du doch so ein gutes Verhältnis zu Frauen zu haben scheinst, aber möglich wärs ja. 

Solche Frauen möchte ich später im Beruf auch nicht im Team haben. Auch jetzt schon sind solche Frauen nicht sonderlich produktiv bei einer Gruppenarbeit. Natürlich gibt es auch welche, die das sehr gut machen, sind aber die wenigsten. Im Hintergrund der Verteilung von Männern und Frauen in solchen Studiengängen an sich und dem geringen Interesse über diese Themen der Frauen, die einen solchen technischen Studiengang gewählt haben, kann sich das nur negativ auswirken, wenn 40% der Neuingenieure weiblich sind.

Natürlich sind unter den männlichen 60% nur Überflieger, die stets und ständig produktiv sind.

 Naja, ich möchte hier nichts verallgemeinern. Das, was ich schreibe, sind so meine Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe.

Fair enough

Auch in Grundschulzeiten kam ich mir schon manchmal benachteiligt vor. Wenn das Mädchen angefangen hat zu weinen, dann war es schon vorprogrammiert, wer den Ärger bekommt, obwohl sie angefangen hat.
 Genauso merkt man es auch im Alltag, wenn man einer die Tür aufhält, dann wird man mit dem Blick angeschaut, als ob sie einem sagen will, dass sie das auch alleine hätte machen können, aber wenn man sie dann vor ihr zuknallen lässt, dann ist man ein unhöfliches Arschloch. Egal, wie man es macht, es ist immer falsch.

Eventuell liegt es A) an der subjektiven Wahrnehmung „Jetzt guckt die wieder so…“ (empfehle dazu Watzlawicks „Die Kunst unglücklich zu sein“) und B) daran, dass es verschiedene Frauen sind, die unterschiedlich reagieren, TROTZDEM sie alles Frauen sind. Soll vorkommen.

Was ich bei Frauen in meinem Alter auch oft bemerkte, ist, dass diese es gar nicht gewohnt sind, wenn ein Mann plötzlich eine andere Meinung vertritt als sie. Viele Männer in meinem Umkreis verbiegen sich für die Frauen so, dass sie sich jeder Meinung von ihr anpassen. Dementsprechend wächst dann auch das Selbstbewusstsein in eine unangemessene Höhe. Sie sind völlig überzeugt von ihren Ansichten und Meinungen ohne überhaupt durchdachte Gründe dafür zu haben. Wenn man ihnen dann aufzeigt, wie dämlich ihre Ansicht ist, sind sie grundsätzlich beleidigt. Auch liest man in Profiltexten auf Partnerbörsen bei Frauen oft völlig überzogene Erwartungen.

Wenn derjenige, der anderer Meinung ist, in den Austausch mit dem Gedanken geht, meine als „dämlich“ zu entlarven, kann nix gutes dabei rauskommen. Übersteigertes Selbstbewusstsein, klar. Und natürlich kommt nochmal „Mimimi, die Frauen wollen mich alle nicht“ (Erinnert mich an diesen Typen, der auf Facebook einen sexistischen Witz über die Blödheit der Frauen nach dem anderen gepostet hat, um nach einer Weile zu jammern „Sleeping alone sucks“ oder so. Finde den Screenshot nicht…)

Aber gut, nochmal zurück zum Anfang, ich wollte eigentlich nur wissen, ob ich hier der einzige in meiner Altersgruppe bin oder ob noch mehr von meinem Alter vertreten sind.

Ich hoffe doch

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9 responses to “Gedanken eines 22jährigen Antifeministen

  • Gendrek

    Woah… ich musste beim lesen ernsthaft vor Schmerzen stöhnen… wie verquer im denken muss man sein um zum Schluss zu kommen das Anti-Feminismus toll ist?Vorallem finde ich es ulkig, wie er durchgehend Ursache und Wirkung verwechselt. Alleine die Tatsache, dass er Frauen dafür verantwortlich macht, dass sich seine männlichen Alpha-Tiere komplett für sie verbiegen… 'tschuldigung bitte, aber da den Schluss draus zu ziehen, dass dann die Frauen die bösen und dummen sind… friggin hilarious.Aber er scheint auch ein typischer Nice-Guy zu sein… woahhow er hält Frauen die Türe auf und die blöden Kühe sind ihm nichtmals ganz doll dankbar.Das sich so ein Pseudogentleman in deren Reihen wiederfindet ist klar, einen auf lieb, unschuldig und ja ganz klug machen, es aber nicht auf die Reihe bekommen nett zu sein um… einfach nett zu sein und dafür nichts als Gegenleistung zu erwarten scheint dem Burschen zu kompliziert zu sein.Oh, ausserdem schwafel ich auch den ganzen Tag über Thermodynamik wenn ich Nudeln gekocht habe! Das ist ja auch immerhin ein so unglaublich, schwieriger, technischer und männlicher Vorgang… wie Pferde zähmen……damn… der Kerl kocht Nudeln und redet über Thermodynamik? Da dachte ich immer, dass ich komisch bin… muss mich wohl geirrt haben.

  • Anonymous

    Man merkt deutlich, dass dieser Benni noch ganz grün hinter den Ohren ist. Auch wenn er sich über die Frauenquote entrüstet (ich bin übrigens auch dagegen) und sich über die angebliche Bevorzugung weinerlicher Grundschulmädchen lammentiert, so geht es ihm nach seinen Äußerungen zufolge wohl weniger um die Männerrechte an sich. Viel mehr geht es ihm darum, Männer in einem besseren Licht zu rücken, indem er sie per se als seriöse und produktive Dauerdenker darstellt und Frauen eine nahezu geistlose Lebensweise unterstellt. Und wenn er sich nun mit seinen jungen Jahren und mit dieser Einstellung auch noch dem Radikalmaskulismus hingibt, dann wird auf Dauer nichts anständiges dabei rauskommen.

  • onyx

    Die Antworten auf diesen tollen Checker sind fast noch lustiger. 🙂

  • Maren

    Pferde zähmen… Da war ja was. Ich werde jetzt auf jeden Fall mal wieder mit Fascinating Womanhood weitermachen, hab ja Ferien

  • Maren

    Grad erst mal gesehen! Ich verkneif mir ja oft das Gelbe, weil ich davon Depressionen krieg."Wir erleben zur Zeit eine s. perfide Art d. (Fem.) Diktatur, die immer mehr gesellschftliche Schäden provoziert, weil eine Schwarze "Elite" von politisch Machthungrigen Feministinnen, mit Lügen und Verdrehungen d. Geschichte und kontemporane Realität, Mill. von Frauen für ihre Zwecken manipulieren und sie gegen ihren Männer anstiften, ohne Rücksicht auf mill. von seelisch und geistig verstärten Kinder und Jugendlichen." Nee sowas!

  • Maren

    "Soviel über das starke Geschlecht. Offenbar hagt es bei den meisten aus, wenn sie Titen sehen. Selbst wenn die Titen alt und verbraucht sind."Was sind Titen? Und hagen? Ist das ein altdeutscher Begriff für wohltuen, wie in "behagen"? Aber ganz klar, wenn der Junge nix wird, ist das die Schulde der Feministinnen!

  • Leszek

    "Sie sind nur priviligierte Töchterchen reicher Eltern wenn sie, nun ja, priviligierte Töchter reicher Eltern sind! Es ist tatsächlich so einfach!"Das ist richtig. Verallgemeinerte geschlechtsbezogene Privilegierungstheorien, abstrahiert von sozialen Lagen und Kontexten, sind immer falsch – und begünstigen eine Spaltung der Klassensolidarität. "Iiiiiih die reden über Menschen! Bah! Wasch dir direkt den Mund mit Seife aus, auch die Anführungszeichen nutzen nix. Da hätte eigentlich ne Triggerwarnung hingemusst! Menschen…Brrrr." Diese Passage finde ich sehr gelungen und ist die Art von Humor, die ich bei Deinem Schreibstil schätze."Du meinst, so wie wenn ein weißer Mittelschichtsheteromann klagt, er werde diskriminiert (…)"Das ist m.E. typisch politisch korrekte Phraseologie. Der weiße heterosexuelle Mittelschichtmann,(fehlt nur noch das Attribut "christlich"), ist ja bekanntlich das große Feindbild der Political Correctness. Insofern ist diese Formulierung nicht weniger klischeebeladen als einige der Formulierungen von Benni.Das gelbe Forum (von Adrian zu Recht als "Müllhalde der Männerrechtsbewegung" bezeichnet) ist sicherlich kein Ort, der dafür geeignet ist, eine reife Form von Maskulismus zu entwickeln. Das vulgärmaskulistische "Frauen sind doof" ist genauso unreif wie das vulgärfeministische "Männer sind doof".Aber Benni ist ja zum Glück noch jung. Vielleicht wendet er sich mit der Zeit noch konstruktiveren männerrechtlichen Sichtweisen zu. "Ich werde jetzt auf jeden Fall mal wieder mit Fascinating Womanhood weitermachen, hab ja Ferien."Ich hatte mir schon Gedanken gemacht, ob ich vielleicht irgendetwas gesagt habe, was zu einer Entmotivierung beigetragen hat, weil solange nichts mehr zu dem Thema kam. "Ich verkneif mir ja oft das Gelbe, weil ich davon Depressionen krieg."Ich habe sowohl solche Foren als auch die äquivalenten radikalfeministischen Blogs längere Zeit beobachtet und bin schnell zu dem Entschluss gekommen, dass eine wissenschaftlich-analytische Haltung bezüglich der psychodynamischen Störungen, entwicklungspsychologischen Defizite und kognitiven Wahrnehmungsverzerrungen und Fehlschlüsse der Fanatiker auf beiden Seiten die beste Haltung ist – bloß nicht emotional davon tangieren lassen.

  • Basti-Maxi

    Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

  • Maren

    So ne rassistische Scheiße will ich auf meinem Blog nicht lesen.

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