Monatsarchiv: November 2012

Liebe <3

Ich liebe Bücher. Ich liebe den Geruch, wie sich die Seiten anfühlen, alles. Seit ich lesen kann hab ich gelesen. Alles.

Manche Bücher liebe ich mehr als andere. Eine Liste:
-Vom Winde verweht (Margaret Mitchell)

-Die wilden Jahre (Allan Gurganus)

-Nana (Emile Zola)

-Gottes Werk und Teufels Beitrag, Garp, Owen Meany (John Irving)

-Die Bibel nach Biff (Christopher Moore)

-Die Herren der Insel (Pat Conroy)

-Englischer Harem, Superhero (Anthony McCarten)

-Bridget Jones (Helen Fielding)

-Angst vorm Fliegen (Erica Jong)

-New Yorker Geschichten (Dorothy Parker)

-Jane Eyre (Charlotte Bronte)

-Stolz und Vorurteil,Emma (Jane Austen)

-Zeit der Unschuld (Edith Wharton)

-ALLES von Rebecca Gablé

-Viel von Stephen King (Besonders die Kurzgeschichten)

-Die „Outlander“ Saga von Diana Gabaldon (*duckundschäm*)
Das sind alles Bücher die ich wieder und wieder lesen will/gelesen habe. Warum? Weil mir die Charaktere ans Herz gewachsen sind. Weil die Sprache so herrlich ist. Weil Weisheit in den Büchern steckt. Oder alles auf einmal. Das braucht ein gutes Buch.

Das Problem mit „anspruchsvoller Literatur“ ist oft, dass sie für Literaturkritiker und Poser (sorry), die kluk rüberkommen wollen, geschrieben wird. Nicht für die Leser, die Geschichten lieben, die Welt um sich vergessen wollen und um die Figuren weinen. Ich scheiß auf anspruchsvoll.

In einem durchschnittlichen Stephen King-Roman seh ich mehr Schweiß, Liebe und Details als in „Der Vorleser“.

Gebt mir gute Geschichten. Gebt mir euer Herzblut.

 

Advertisements

They don´t speak for me

Hallo, ich weiß nicht ob wir uns kennengelernt haben, aber ich bin Maren und Gewaltopfer, dieser Artikel dreht sich um Gewalt und den Umgang damit.

Ich wurde mit 20 auf dem Nachhauseweg vergewaltigt und schlepp seitdem den ganzen Klimbim der damit einhergeht mit mir rum, Panikattacken, PBS etc. Bin seit einiger Zeit in Behandlung. Pleased to meet you.

Diese Tatsache war mit ein Grund, weswegen ich angefangen habe mich mit (Netz)Feminismus zu beschäftigen, abgesehen von den Gründen die hier schonmal genannt worden sind. Das Dumme ist, dass ich mich mehr und mehr von diesem abgestoßen fühle, weil ich denke, dass er mich nicht repräsentiert.
Ich habe im Nachhall meiner Vergewaltigung erlebt, wie Leute mich anders angesehen haben, nicht mehr als eine lustige, kluge, selbstbewusste Frau sondern als Wrack, das man mit Samthandschuhen anpacken muss. Nicht cool. Ebenso habe ich jahrelang sprichwörtlich Angst vor meinem eigenen Schatten gehabt, habe erlebt wie potentielle Beziehung von meinem Mißtrauen zerstört wurden und vieles mehr.
Dass diese Erfahrungen, mit denen ich ja nicht allein stehe, nun kleingemacht werden, indem sie mit unangenehmen Gyn-Untersuchungen verglichen werden,  oder dass Trigger vermieden werden sollen indem Vokale aus den entsprechenden Worten rausgenommen werden (srsly, ihr verarscht mich damit oder? Ich kann es immer noch erkennen!) das ist verletzend und beleidigend. Es zeigt mir, dass ihr mich nicht ernst nehmt. Nicht mein Leid und nicht meine Person, die Tatsache, dass ich trotz allem eine starke Frau bin, ein erwachsener Mensch, der immer noch die lebensnotwendige Fähigkeit hat, Dinge zu ertragen, zu überwinden und daran zu wachsen. Ich bin nicht meine Vergewaltigung!
Da, ich habs geschrieben ganz ohne Sternchen. Es hat lange gebraucht bis ich das konnte, bis ich keine Euphemismen oder Anführungsstriche in der Luft brauchte um mich davon zu distanzieren. Ich brauche das um damit ins Reine zu kommen, es als Teil meiner Vergangenheit zu akzeptieren um es irgendwann in ein Eckchen stellen zu können, wo es im täglichen Leben nicht mehr stört. Und ich denke dass ich nicht alleine damit bin. Ich denke die meisten Geschädigten (ich kann das Wort „Opfer“ nicht leiden) wollen Gerechtigkeit für die an ihnen begangene Tat und dann so normal weiterleben wie vorher, wenn auch in dem Bewusstsein, dass sie nicht alleine sind.

Aber sie müssen, MÜSSEN die Möglichkeit haben darüber zu sprechen, auch wenn es unbequem ist, für die Geschädigten wie für Unbeteiligte. Vergewaltigung darf kein Tabuthema sein. Es darf nicht verschlüsselt werden. Aber das wird grade zuhauf in der Blogosphäre getan.

Auch (und damit mache ich mich verdammt unbeliebt, ich weiß) will ich nicht von Frauen vertreten werden, die meinen, dass dumm angequatscht zu werden in derselben Liga spielt wie die gewaltvolle Verletzung meiner körperlichen Integrität, die den Begriff „sexuelle Gewalt“ verwässern, damit sie eine Opferhistorie aus dem Ärmel schütteln können, weil jede Feministin die was auf sich hält hat ja eine. (->)

Mädels, in dem Club wollt ihr kein Mitglied sein.  Seid froh dass ihr so priviligiert seid (und den Begriff benutze ich völlig wertfrei), sowas nie kennengelernt zu haben, dass sag ich euch als eine der so ziemlich alles, was einer Frau schlimmes passieren kann, auch passiert ist. Und die dennoch weiterlebt, die meiste Zeit glücklich.

Macht euch nicht zum Opfer, und mich bitte auch nicht. Ich will kein Mitleid, ich will Respekt. Also beleidigt mich nicht.

P.S. Ich werde jeden Maskulisten, der diesen Artikel nutzt um den Feminismus in den Schmutz zu ziehen bei lebendigem Leibe häuten!