Monatsarchiv: Dezember 2012

Fascinating Womanhood Chapter 11

Glaubt mir, das tut mir mehr weh als euch. Be prepared, wir besprechen die Family Finances.

Wir werden erst einmal wieder daran erinnert, dass der Mann das Geld nach Haus bringt und die Frau das Heim schön macht, ihn bestärkt und freudig Opfer bringt, damit er Erfolg hat. Gut dass sie´s erwähnt, es ist ja nicht so als hätten sich die letzten Kapitel fast ausschliesslich damit beschäftigt. Aber wir sind ja auch Frauen, unsere Hirne sind nicht für solche Schwerstarbeit ausgelegt wie sich Dinge über einen Zeitraum von mehreren Monaten zu merken.

Sie stellt hier also zunächst die These auf, dass es für einen Haushalt und eine Ehe das Beste sei, wenn die Frau ein gewisses Budget bekommt, womit sie die laufenden Kosten wie Essen, Kleidung, Haushaltswaren, persönliche Gegenstände etc. abdeckt, während der Mann sich um Sachen wie Miete, Strom, Versicherungen etc. kümmert. Geschmackssache möchte ich meinen, aber ok.

Das Budget sollte sich nach dem Gehalt des Mannes richten, aber er sollte schon so großzügig sein, dass etwas übrig bleibt, dass man behalten, sparen oder ausgeben kann wie man möchte. Awwww, Taschengeld… Wie nett.

Da der Mann ja nun das Geld nach Haus bringt, hat er natürlich auch zu entscheiden, was für Möbel oder größere Haushaltsgeräte angeschafft werden, die Frau hat bestenfalls ein Mitspracherecht. Auch sollte er die Frau konsultieren, wenn er das Ersparte investiert, es sei aber nicht bindend. Auch werden wir direkt ermahnt, dass ein Streit diesbezüglich die Beziehung problematisch macht.

Whatever you gain by having more control is lost in a dampened relationship

Ja, würd ich auch sagen dass es die Beziehung dämpft, wenn er den Collegefund der Kinder verjubelt. Also besser mal die Klappe halten.

Wie sollen wir uns nun aber verhalten wenn finanzielle Schwierigkeiten auftreten? Etwa arbei… Huch, natürlich nicht!

1. Reduce expenses: Man solle doch mal schauen inwiefern man Einsparungen machen kann, z.B. bei Versicherungen, Essen oder dem Musikunterricht der Kinder. Auch könne man überlegen doch das 2. Auto zu verkaufen. Ahahahaa… Helen, du hast keine Ahnung wovon du redest oder? Ich würde auch darauf wetten, dass nicht sein Auto verkauft wird, trotzdem es eigentlich den ganzen Tag auf dem Firmenparkplatz rumsteht. Nur so ein Gefühl.

2. Trim the luxuries: Ob sie wieder Essen und Versicherungen anführt? Schlimmer. Sie beschwört uns, die Ausgaben soweit zusammenzuzurren, dass man „gut“ leben könnte und auch etwas zum Sparen über hätte. Sie beschwört uns dazu, uns doch nicht von der bösen Werbung beeinflussen zu lassen, die uns dazu bringt monatlich das neuste Haushaltsgerät zu kaufen. Auch die kleinen Luxusse (?) sollten wir uns abschminken. Auch hier denke ich, dass nicht der Mann von den Einsparmaßnahmen betroffen sein wird. Könnt ihr euch vorstellen, wie eine „Fascinating Woman“ ihrem Mann beibringt, dass sein Whiskey oder sein Rasierwasser nicht mehr drin sind? Ich auch nicht.

Welche Probleme können denn nun in diesem Zusammenhang auftreten?

Oha.

1. Confusion of roles: Ok, das ist einfach dumm. Sie schreibt, dass manchmal der Mann der Meinung ist nur Geld verdienen zu müssen, aber seiner Frau alles Finanzielle überlässt. Wenn er dann an das Ersparte rangeht, um es zu „investieren“ ist das dann nicht ok. Ok wäre es aber hingegen, wenn er das Finanzielle händelt, weil derjenige, der das Geld verwaltet, das Recht hat es auszugeben. Das ist das erste dumme. Noch dööfer wirds aber, als sie meint, dass es inhärent schädlich wäre, wenn die Frau denn dann diejenige sei. Weil darum. Blöd.

Dann kommen wir natürlich wieder auf ihr Lieblingshassthema zu sprechen, arbeitende Frauen. Es sei nämlich total blöd wenn die Frau so beschäftigt mit Geldverdienen und Geldsorgen ist, dass das Haus nicht mehr schön ist, sodass der Mann (nicht die Kinder oder sie selbst, der Mann!!!) nicht den Frieden findet, den er braucht.

No wonder he has difficulty solving his money problems or making greater strides in his work

Aaaaaargh!

2. Stress for the wife: Im Wesentlichen wiederholt sie hier nochmal die Thesen von Punkt 1, dass der Mann als Provider auch über das Geld bestimmen muss. Interessanterweise beklagt sie hier, dass die Frau ja nicht in der Lage ist, an z.B. einer schlecht bezahlten Stelle was zu ändern (auch weil der Mann im Beispiel zu doof ist um zu verstehen, warum mehr Kinder auch mehr benötigtes Geld bedeuten und die Notwendigkeit nicht sieht die besser bezahlte Stelle anzunehmen. Ernsthaft!). Das ist ja nun wiederum ein bekanntes feministisches Anliegen gewesen, nur zieht sie hier andere (blödere!) Schlüsse daraus.

Auch sei es ein ganz furchtbares Problem, weil ja die Frau so ihren „sparkle and charm“ verliert, ja sogar krank werden kann.

Women were not designed to worry about money

Und Männer nicht dazu Autos zu fahren, aber guck an, sie tuns. Und sie sagts schon wieder:

If they [men] don´t have enough money, they can work a little harder to increase their income

Für Frauen stünde sowas völlig ausserhalb der Möglichkeiten… -.- Dann spricht sie noch kurz über die Frauen, die freiwillig die Finanzen übernehmen, weil sie ihrem Mann nicht trauen oder meinen (*gasp*) sie könnten es besser. Aber diesen Frauen wird es schlimm ergehen, weil sie sich entweder übernehmen, oder,  was schlimmer ist, wirklich GUT darin werden, was natürlich einen Verlust ihrer Weiblichkeit bedeutet. (Das steht da so! Ich denk mir das nicht aus! Kauft das Buch und lest nach wenn ihr mir nicht glaubt!)

3. When a man makes a mess of things:Ja was ist denn nun wenn man jetzt erleuchtet alles in seine Hände gibt und er loost total ab? Nicht nervös werden oder die Rechnungen kontrollieren. Das muss er jetzt LERNEN! Helen, hast du eine Ahnung, was er alles versauen könnte? Ich geh am Stock! Zudem, es sei ja auch die Schuld der Frau, man hat ihm ja die Möglichkeit verwehrt, Erfahrungen zu machen, böswillig verwehrt! Aber sein Verantwortungsbewusstsein wird wachsen, dann wird alles besser. Man solle ihm auch zeigen wie viel FRÖHLICHER man nun sei, dass er sich jetzt um alles kümmere, wie erleichtert man sei, und das wird auch sein finanzielles Geschick verbessern. Irgendwie.
Solange gibts halt nur Kartoffeln und aus den Säcken schneidert Mami dann Klein-Sally ein hübsches Schulkleid. Jippieh!!

Da wir gerade bei den Kindern sind, wie soll man ihnen den Umgang mit Geld beibringen, und wie umgehen mit Geldsorgen. Da stimme ich HA zu, die Kinder sollten es nach Möglichkeit nicht mitbekommen. Aber sie sollten auch die Grenzen des Familieneinkommens kennen um abschätzen zu können, was sie erwarten können. Und, wie gesagt, Umgang mit (eigenem) Geld. Dazu sollte Taschengeld gegeben werden, dass aber nicht durch Arbeiten im Haushalt kompensiert werden sollen, da diese unabhängig vom Taschengeld als generelle Pflichten gesehen werden. Helen, da sind wir ja mal einer Meinung. Schau an. Hm. Hmmmmmmm. Als nächstes spricht sie davon, dass ältere Kinder Geld durch Babysitten oder Zeitungen austragen verdienen sollten. Aber Helen! Doch keine weiblichen Kinder oder?? Und dann soll man das Kind spielerisch ans Sparen und generelle Vermögensverwaltung ranführen. Wieder, meint sie hier ALLE Kinder??

Leserbriefe!!!

Da haben wir einmal den Fall einer Frau, die nach Lektüre von FW ihrem Mann seine Pflichten zuführen wollte, und der wollte nicht! Der wurde richtig wütend und warf Stühle, weil er beleidigt war, dass er vorher beim Geld nix zu sagen hatte. Dann zeigte sie ihm die Seiten in FW über die Rolle des Mannes und er wurde auf einmal sanft und weich und nahm die Scheckbücher an sich. Am Ende der Woche gab er ihr 15$, weil er die jetzt übrig hätte. Er würde auch dieselbe Arbeit für die sie als dummes Frauchen mehrere Stunden pro Woche gebraucht hätte, in einigen Minuten alle 2 Wochen erledigen. Und sie wüsste ja, dass sie alles von ihm kriegt, so lange es nicht selbstsüchtig ist (??) und er es sich leisten könne. Herzerwärmend.

Dann noch das Beispiel einer Frau, die nach dem Verlust zweier Häuser, eines Autos und dem kompletten Bankrott nicht mehr nervös deswegen ist, weil sie einfach die Rechnungen nicht mehr öffnet! Es ist ja nicht ihre Aufgabe! So einfach ist das! Aua aua aua…

Das nächste Kapitel wird glaub ich spaßiger, da geht es dann um Masculine Pride (grunz). Also seid auch beim nächsten mal wieder dabei.

God night and good luck

Advertisements

Fascinating Womanhood Chapter 10

So, da simma wieder. Hat ja auch nur 3 Monate gebraucht. Hmja.

Der Titel des heutigen Kapitels ist  The Provider.Wir beginnen mit einem Bibelzitat, das uns erklärt, warum denn der Mann seit Anbeginn der Zeit immer der Ernährer war, thou shalt eat thy bread in thy sweat of thy feet und so weiter. Frauen hingegen sollen Kinder kriegen. Duh.

This arrangement has been honored by tradition, custom, and even courts of law.

Ach so, ja dann. Zudem sei es auch ein inhärentes Bedürfnis des Mannes, seine Kinder finanziell zu unterstützen. Um diese These zu bekräftigen und zu zeigen wie romantisch das ist, präsentiert uns HA folgenden nursery rhyme:

By, baby bunting, Daddy´gone a hunting, To get a little rabbit skin, To wrap his baby bunting in.

Awwwww. Wir möchten uns auch vorstellen, wie Mami zuhause alles nett macht, während Papi draußen in der Welt mit den Elementen struggelt. Jepp, so wird das ausgedrückt. Das sollten wir auch nicht als selbstverständlich ansehen (würde ich auch nie tun), sondern als etwas, das essentiell ist für eine tiefe Zufriedenheit, die von nichts übertroffen wird.

Zudem habe der Mann ein tiefes inneres Bedürfnis als Ernährer gebraucht zu werden und vor allem besser als Frauen zu sein!

A man´s feeling of worth can be undermined when he sees women in the work force doing a better job than he, advancing to a higher position, or earning more pay. How much worse when his own wife excels him.

Poor Baby. Das geht ja auch nicht, dass eine Frau, die ja per se ein minderwertigeres Geschöpf ist, in irgendetwas besser ist als er. Das muss man einsehen.

Aber was genau soll denn ein Mann providen? Sie zitiert dazu 2 verdammte Seiten lang aus dem Buch ihres Ehemannes „A man of steel and velvet“ Steel and Velvet… *kicher* Ernsthaft, wieso nutzen misogyn-konservative Autoren oft so eine pompöse, kitschige Bildsprache, gibts da nen Zusammenhang? Anyway, was sagt Herr Andelin dazu?

Erstmal nicht soviel anderes als seine Frau, interessant wird es da, wo er es als den göttlichen Plan ansieht, seiner Frau einen eigenen Haushalt zu geben.

It´s important that a man provide a shelter seperate from anyone else. This is important for the sake of privacy and giving the wife the opportunity of making a home in her own way. […] Perhaps this is why a special instruction was given by God in the very beginning: „Therefore shall a man leave his father and mother and cleave unto his wife“ (Gen 2:24)

Lustigerweise, ich habs mal nachgeschlagen, ist das die Stelle wo Gott grade Adam und Eva erschaffen hat, das Konzept Mutter und Vater gab es also so noch nicht. Zudem, ich denke dass es einem der 10 Gebote widerspräche, wenn man seine alten Eltern sich selbst überlässt, um seiner Frau eine eigene Einbauküche zu ermöglichen. Und, wie uns die Geschichte lehrt ist ein Kleinfamilienhaushalt eher eine Erfindung der Neuzeit.

Kein Wunder dass der Mann ständig Schiß hat übertroffen zu werden… Wir sind aber mitnichten am Ende seiner Weisheit angekommen, da er uns noch belehrt, dass es zwar des Mannes Pflicht sei, für die Notwendigkeiten zu sorgen, nicht für ne schicke Wohnung oder nette Klamotten, welche er unter Luxus verbucht. Obendrein solle er zwar für eine basic education seiner Kinder sorgen, alles was darüber hinausgeht

higher education, music lessons, the arts and cultures […] are not mandatory

Das liegt auch daran, dass er seine Zeit, statt unnötigen Luxus wie eine gute Bildung für seine Kinder zu finanzieren, dazu verwenden sollte, seiner Familie „Werte“ beizubringen und darüber hinaus braucht er auch Zeit für sich selbst (for recreation, study and meditation) und natürlich soll er seine Talente auch der Gemeinde zur Verfügung stellen. Interessant, wie hier der Mann bestärkt wird auch auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten, ein Konzept was für Frauen in der Form offenbar nicht besteht, da ihre Bedürfnisse einzig und allein daraus bestehen, es dem Mann und den Kindern nett zu machen. Komisch.

Die nächsten 2 Seiten zitiert sie aus einem anderen Buch (lazy much?) , diesmal „The Power of Sexual Surrender“ (1959) von Marie Robinson . Dr. Marie Robinson, wie HA sie nennt (lt. meiner Recherche hat sie keinen Doktortitel) hatte große Erfolge bei der Behandlung Drogenabhängiger (machte Methadon als Ersatz gebräuchlich), so sehr, dass sogar ein Preis und eine Straße in Hamburg nach ihr benannt wurde. Dennoch hatte sie wohl konservative Ansichten bzgl. Sex und Ehe, die sie in diesem Buch teilt. Der hier zitierte Abschnitt soll wohl in Frauen Schuldgefühle auslösen, sie schreibt, wie Männer ständig kämpfen müssten und dass Frauen, in ihrer natürlichen Funktion als Hausfrau und Mutter, keine Ahnung davon hätten. Weiterhin geht es in dem Buch (das wohlgemerkt vor dem 2nd Wave Feminism geschrieben wurde) darum, dass Frauen damit zufrieden sein sollten, im Haus zu verbleiben, weil das ihre naturgegebene Aufgabe sei, dass Frauen mit klitoralen Orgasmen frigide seien, und dass der Feminismus an allem Schuld sei (seit 1792) Hier eine wohlwollende Review dieses Buches Ziemlich irre.

Anyway, HA möchte wohl jetzt doch noch selber das ein oder andere zu dem Thema beitragen und fragt nun, ob denn arbeitende Frauen (igitt) denselben Druck verspüren würden wie Männer. Natürlich nicht. Frauen könnten ja jederzeit aufhören zu arbeiten, und würden nichts weiter als finanzielle Probleme haben (duh!), zudem sei die Doppelbelastung ja selbstgewählt. Männer hingegen bekommen sofort drückende Schuldgefühle, wenn sie einmal nicht arbeiten, sie würden eine moralische Verpflichtung haben Geld zu verdienen.

Was sollte also eine gute Ehefrau tun um ihren Mann zu unterstützen?

1. Reduce expenses  Wie das gehen soll, werden wir im nächsten Kapitel erfahren.

2.Reduce demands on his time Wenn er von ewigen Überstunden nach Haus kommt sollte man ihn nicht noch mit Familienleben belästigen.

3.Live your feminine role Ha! Statt den Mann beim Geldverdienen zu entlasten indem man selber was dazu verdient, soll man lieber ein nettes Heim bereiten, immer fröhlich sein und gucken dass er es nett hat. Weil das bei finanziellen Sorgen viel effektiver ist. Helen, wir ALLE wissen, dass du einfach keinen Bock hast zu arbeiten. Tu nich so.

Und natürlich 4. Live all of Fascinating Womanhood  Weil Darum.

Nun spricht sie ein wenig davon wie wichtig Status für einen Mann ist, wie essentiell für ihn besser als andere Männer zu sein. Das sähe man an verschiedenen Sportarten und auch im Tierreich. Es sei auch eine Eigenschaft, die truly feminine women komplett fehle. Also, falls ihr ehrgeizig seid, seid ihr keine richtige Frau. Merkt euch das Mädels!

Aber noch viel wichtiger als die Anerkennung  der Welt sei einem Mann die Anerkennung seiner Frau. Alas, die meisten Frauen seien doofe Nörgelziegen, die sich beschweren dass er spät nach Hause kommt, meckern dass ein anderer Mann es genauso gut gekonnt hätte sollte er einen Preis gewinnen (wer macht sowas?) oder ANDERE Männer loben, so wildfremde wie ihren Vater oder ihren Bruder (Miststücke!) .

Weil Frauen ja per default keine Ahnung haben wie es ist Talente oder Ehrgeiz zu haben erklärt sie dann nochmal rasch das Konzept und klärt uns darüber auf, dass es ganz natürlich sei, wenn ein talentierter, ehrgeiziger Mann seine Familie vernachlässigt um seine Ziele zu erreichen und dass es die Aufgabe der Frau sei, ihm den Rücken freizuhalten und sich glücklich zu schätzen, so einen tollen Mann zu haben. Da frage ich mich nun, was hat man von einem Supermann, wenn man ihn nicht sieht? Oder die Kinder? Naja ok, man kann mit ihm angeben.

Dann haben wir einen Leserbrief von einer Frau, die vor der Lektüre von FW immer bedacht war, einen realistischen Gegenpol zu ihrem träumerischen Künstlerehemann zu bilden. Indem sie ständig an seiner Arbeit rumgenörgelt hat und nie etwas gelobt hat, was aus seiner Feder kam sondern immer sagte, „Meh, der Film/das Buch/das Lied ist aber besser als deins“. Ich muss wieder fragen: WER MACHT SOWAS?? Das ist einfach gemein! Anyhoo, sie hat damit aufgehört und nu is alles besser.

Zum Schluß erinnert uns HA nochmal daran, UNTER KEINEN UMSTÄNDEN in irgendwas besser zu sein als unser Mann, weil das sein fragiles Ego beschädige! Er muss sich gebraucht fühlen, seine männliche Rolle ausfüllen und vor allem besser als Frauen sein. Weil Frauen irgendwie scheiße sind. Isso.

Seid auch beim nächsten Mal wieder dabei wenn es heißt: Chapter 11- Family Finances

Good night and good luck


Männer, Frauen, einparken, zuhören, brechen.

Wie versprochen hier endlich die Review von „Warum Männer nicht einparken können und Frauen schlecht zuhören“ Oder wars andersrum?

Wir starten bezeichnenderweise mit einer Aufnahme von Leuten die schlechte Affenkostüme tragen und so tun als seien sie irgendwie in der Steinzeit. Homo neanderthalensis, homo erectus, überhaupt schon homo? Egal. Sie tummeln sich zwischen Steinen, der weibliche Vormensch benutzt einen Maiskolben (?) als Nagelfeile und der Sprecher aus dem Off informiert uns, dieses sei ein Lehrfilm über die Unterschiede von Männern und Frauen. Juhu.

Ich wittere ein Trinkspiel, werde es aber, da ich morgen früh raus muss, mit Mineralwasser durchführen, welches ich aus Pinnchen nippe und so tue als sei es Wodka. Also, Nagelfeile bei weiblichem Affen, großer Schluck.

Der Sprecher erzählt ein wenig weiter, zeigt noch einen bärtigen Steinzeitmann und eine Frau mit Unibraue, in Fellreste gekleidet, dann Schwenk auf Benno Fürmann, der in der Moderne die Figur Jan ist. Ach Benno. Du bist doch talentiert. Was hat dich geritten? Seufz. Jan quatscht also eine Frau an, weil das ja „sein Evolutionsauftrag“ sei. Schluck.

Als nächstes treffen wir Kathrin, die einen Parkplatz sucht, mit der wir uns aber vorerst nicht näher beschäftigen, weil das „dauert“. Schluck.

Ferner treffen wir Angie, die gerade Paul für Sven verlässt. Im Leopardencatsuit, mit rotem Mantel. Aha, die obligatorische Schlampe. Schluuuuck! Paul stürzt sich daraufhin vom Hausdach,was von zwei Sanitätern beobachtet wird.

Zurück zu Kathrin, welche gerade den Verkehr aufhält, weil sie in eine lächerlich einfache Parklücke nicht hineinkommt, weiterfährt und eine riesige Parklücke findet, die sich als Bushaltestelle herausstellt. Schluck. Ein Bus kommt, sie setzt sinnloserweise zurück, und macht ein überaus riskantes Wendemanöver auf einer dichtbefahrenen Kreuzung. Riesiger Schluck. Zuguterletzt setzt sie rückwärts in eine Parklücke und schrammt den nebenstehenden Sportwagen an. Schluckschluckschluck. Wir haben die 5 min-Marke soeben überschritten, Freunde. Ich wäre jetzt schon bewusstlos, wenn das in der Flasche Wodka wäre. Wird mir zu riskant hier. Also kein Trinkspiel mehr.

Wir bewegen uns zu Jan, der gerade ein Rendezvous hat, was mit Evogeschwafel wie „Männer wollen ficken, Frauen Bindung“ unterlagert wird. Das wird subtil durch Jans Date, die auf das „schöne Licht“ auf der Straße hinweist untermalt, was Jan zu der Bemerkung hinreißt, dass „Herta da hinten heut ein Testspiel hat“. Ach Männer. So sind se. Diese schöne Szene wird von Kathrin, die unten auf der Straße Jans Sportwagen anschrammt, rüde unterbrochen. Jan rennt runter und kloppt sich verbal mit Kathrin (Screwball-Wannabe) während sein Date seine Videos durchsucht. Drittliga-Fußball und Katastrophenfilme. Datefrau (namenlos, was soll ich machen) teilt diese Interessen nicht, kein Wunder, wie uns der Sprecher mitteilt, diese Interessen seien evolutionsbedingt und geschlechtsspezifisch. Fußball und Katastrophenfilme. Ernsthaft.

Auftritt Rüdiger, Freund von Jan, der sich sofort von Jans Date Melanie (na bitte) angezogen fühlt, weil „rotes Haar bei Frauen einen besonders hohen Östrogenspiegel signalisiert“. Flirt, blabla, uninteressant. Gehen wir wieder zu Jan, welcher der abgerauschten Kathrin hinterherrennt, indem er ihren Fußspuren folgt (get it?). Er trifft sie bei einer Lesung von sexistischem Dschungel-Softporn, bekommt wgn. Versicherung ihre Adresse und natürlich fängt es an zu regnen, als Jan klar wird, dass er von ihr angezogen ist. Es kommt wie es kommen muss, Rüdiger und Melanie heiraten, Jan und Kathrin sind als Paar dabei, sie beschließen zusammenzuziehen  und dem Zuschauer wird schmerzhaft klar, dass es jetzt grade erstmal anfängt.

Also, der Film hat mich genau nach der Steinzeit-Sequenz wo SteinzeitJan SteinzeitRüdiger in Scheiße fallen lassen hat und dargestellt wurde, wie Steinzeitfrauen ihre Zeit so verbringen (indem sie u.A. Herzchen an Felsen malen und „Popo“ dazu sagen) , endgültig verloren. Die Protagonisten sind unsympathisch und oberflächlich, die Thesen lächerlich und sexistisch, und niemand kann mich zwingen, noch mehr Lebenszeit an diese Scheiße zu verschwenden. Tut mir leid.