Ängste

Wie jeder Mensch habe ich Ängste. Vor Clowns, vor Heuschrecken, vor schlimmen Krankheiten.

Aber meine allerschlimmste Angst ist folgende:

Ich lerne einen Mann kennen. Wir verlieben uns, es ist wunderbar. Er ist aufgeschlossen in jeglicher Hinsicht, bestärkt mich in meinen Plänen, wir ergänzen uns, es ist wunderbar. So wunderbar, dass wir uns entscheiden ein Kind zu bekommen, vielleicht geplant, vielleicht nicht.

Und dann verwandelt er sich. Er redet auf einmal vom Heiraten, weil das steuerlich günstiger sei. Kind in die KiTa, damit ich weiter arbeiten/meine Ausbildung beenden kann? Naja, er weiß ja nicht, ist das so gut für die Entwicklung? Die Frau seines Kollegen sei auch die ersten 3 Jahre zuhause geblieben, er verdient doch auch genug, besonders wenn wir heiraten. Wo er natürlich darauf besteht, dass ich seinen Namen annehme, der Name Müller ist in Pusemuckel-West hochangesehen, ausserdem hat er doch nur Schwestern, wer soll denn den Stammbaum weiterführen? Und überhaupt, da gibt es grad so unfassbar gute Immobilienangebote, er habe da eine entzückende Doppelhaushälfte gesehen, ganz in der Nähe seiner Eltern. Pendeln zur Uni/Schule im sozialen Brennpunkt ist dann zwar schwierig, aber wir kriegen doch jetzt ein Kind und die Frau seines besten Freundes ist auch die ersten 3 Jahre zuhause geblieben! Danach kann ich doch weiterstudieren/mich eitel selbstverwirklichen.

Weil statistisch gesehen geht fast jedes Paar spätestens nachdem Kinder da sind, einer traditionellen Rollenverteilung nach.

Nun steh ich vor einem Dilemma. Ich liebe diesen Mann, wir bekommen ein Kind. Das ist groß und wichtig. Gleichzeitig hasse ich dieses Zukunftsbild, kann aber die Hoffnung aufrechthalten, dass es nur zeitweilig sein wird. Ergo mich selbst bescheißen.

Weil natürlich ist es nicht zeitweilig. Die Jahre fließen dahin, ich bin raus aus dem Berufsleben, es ist nicht mehr meine Szene. Auch er gewöhnt sich mehr und mehr daran dass die Kinder (weil natürlich bleibt es nicht bei einem, ihr habt doch auch soviel Platz in eurer Doppelhaushälfte und die Kristin hat auch wieder ein Kind bekommen und guck mal, ist das nicht süß? Ist es.) allein meine Verantwortung sind, während er den Lebensunterhalt verdient.

So vergesse ich nach und nach, dass ich eigentlich nicht mein Leben damit füllen wollte, Kuchen für Schulfeste zu backen, die Kinder zu Turnieren zu fahren und Krippenspiele mitzuorganisieren. Es finden sich erste Jack Wolfskin Jacken in meinem Schrank, sowie peppige Zipfeltuniken in Pastell für den Sommer.

Nun gibt es 2 Möglichkeiten:

Entweder ich unterdrücke meinen Hunger nach Verantwortung und meine Unzufriedenheit mit erhöhter Aktivität und werde eine Projektmutter, die ihre „Erfüllung“ darin findet ihre Kinder „aufs Bestmöglichste“ zu fördern, während sie immer bitterer wird und ihr Mann den 20jährigen Praktikantinnen hinterhersteigt.

Oder ich besinne mich auf meine Pläne, auf das was mich wirklich glücklich gemacht hat. Was hieße, das ich mit dem Mann brechen muss den ich geheiratet habe, mit dem ich Kinder habe. Das wird immer schwieriger, je länger es andauert und pro Kind potenziert sich die Schwierigkeit noch.

Weil nicht nur, dass ich zu lange ausgesetzt habe, meine ganze verdammte Welt dreht sich nur noch in und um Pusemuckel-West, die Freunde bemerken wie „mutig“ sie das fänden, aber ob nicht die Kinder leiden würden? Und überhaupt, der Mann verdient doch genug, und ist es nicht egoistisch von mir?

Also, entweder ich breche alle Brücken hinter mir ab um das zu tun was ich immer tun wollte, bin damit die Böse die die Scheidung eingereicht hat, weil sie ihren egoistischen Selbstverwirklichungsplänen folgen wollte, oder ich beschließe mein Leben in Pusemuckel-West und bekomme ab und an mal nen Blumenstrauß, weil das Schulfest wieder so superschön gelungen war.

No-Win-Situation.

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72 responses to “Ängste

  • erzaehlmirnix

    Also hast du Angst sehenden Auges in deinen Anti-Lebensentwurf zu laufen? Ganz ernsthaft?

  • onyx

    Eigentlich beantwortest du deine Frage doch selbst.
    Wenn sich der Mann, in den du dich verliebt hast, so krass verwandelt, sich quasi um 180° dreht, ist er nicht mehr der Mann, in den du dich mal verliebt hast, sondern das genaue Gegenteil.

    • marenleinchen

      Ich hab auch nie gesagt dass es ne rationale Angst ist 🙂

      • subcomandante marcus

        aber eine berechtigte angst trotzdem.
        für mich hört sich das einfach an wie angst vorm älterwerden, aber da wir sowas wieso nicht verhindern können sollten wir uns schleunigst damit arrangieren.
        man darf durchaus auch wege einschlagen die konventionelle menschen auch nehmen, niemand gibt sein gehirn dabei ab, mit humor ist das sogar erträglich.
        wenn dein freund zum arschloch mutiert verlässt du den doch wieso, jedenfalls erwarten wir das hier von dir 😉

  • Robin Urban

    Hatte gestern ein ähnliches Erlebnis mit der buckligen Verwandtschaft. Jedes Mal wenn ich sie besuche, scheint mir die Kluft zwischen uns größer geworden zu sein. Und jetzt ist mein älterer Cousin so kurz davor, erneut zu heiraten und meine Schwippcousine ist schwanger.
    Weiß nicht, ob ich in ein Leben passe, in dem mein 17jähriger (!) Cousin mich fragt, „wann es dann bei mir so weit ist“ mit Nachwuchs.

    Das Grauen. Wirklich.

  • diandralinnemann

    Wer verliebt sich denn in einen Mann, der die Original-Frau so leichtfertig „wegwirft“ (also verändert)?

    Es gibt immer noch die Möglichkeit, im Dialog eine für alle Beteiligten passende Lösung zu finden. Eine Kollegin (jaaaa, eine Kollegin!) hat ihr Kind im November bekommen, ist siet Mai wieder hier im Büro, während ihr Mann sich zuhause um das Kind kümmert und den Zwerg regelmäßig zum Füttern ins Büro bringt. Und wenn die Elternzeit rum ist, geht der Zwerg in die Betreuung.

    (Eine von vielen Möglichkeiten.)

    • Stephi

      Das heißt, der Vater bringt den Kleinen ständig ins Büro, um ihn von der Mutter stillen zu lassen? Ist das nicht sehr umständlich?

  • Haselnuss

    Aus männlicher Perspektive kann ich sagen, dass die Männer, mit denen ich mich umgebe, ihre Frauen sicherlich nicht aus dem Beruf rausdrängen. Vielmehr scheint es mir, dass da einige recht bereitwillig den Beruf wegwerfen – selbstverständlich mit der nötigen Portion geheucheltem Widerstand.
    Insofern sehe ich die Gefahr als gering an, dass du einen Mann kennenlernst, der dich ganz dringend aus deinem Beruf raushaben will.

    • marenleinchen

      @Haselnuss
      Das meint man so… Aber es ist schon ab und an vorgekommen, dass durchaus emanzipiert scheinende Männer die haarsträubendsten Vorstellungen von Familienleben haben.
      Theoretisch sind sie alle total für berufstätige unabhängige Frauen. Praktisch steckt in so manchem Mann ein kleiner Matthias, der die Hoheit über das Familieneinkommen möchte und es toll findet, nur Teilzeitvater sein zu müssen.

      • Haselnuss

        Ich kenne eben viele verheiratete Männer, die ihren rechten Arm hergäben, würde sich die Dame bequemen, das klamme Haushaltseinkommen durch eine Teilzeitbeschäftigung aufzubessern. Natürlich versuchen die Männer, die Damen zu überreden, stoßen dabei aber auf unzählige Ausreden, warum gerade jetzt die Wideraufnahme einer Arbeitsstelle – vielfach halbtags! – unglaublich ungünstig ist. Bei einiger dieser Manöver war ich selbst anwesend und fand zu großen Teilen widerwärtig, wie eine nominell erwachsene Frau sich von Strohhalm zu Strohhalm schlängelt. Die beliebteste: Ich finde keinen Betreuer/KiTa-Platz.

        Ebenso kenne ich viele Frauen, die durch einige Wochen Aufwand selbst im KiTa-Platz armen Süden jemanden gefunden haben, der auf ihre Kinder aufpasst und wenn, Schockschwerenot, es die Großmutter war.

        ——————————–

        Zu deinem Problem: Wie wäre es, du heiratest einfach mich, und ich peitsche dich vom Wochenbett in die Vollzeitbeschäftigung. Gebongt? 😀

      • marenleinchen

        @haselnuss
        Klar, mag manche Frauen geben für die ein Kind eine willkommene Ausrede ist, nicht mehr arbeiten zu gehen.
        Andere würden vielleicht lieber erstmal ihr Kind genießen,ist ja auch ne schöne Zeit.
        Dennoch, was in deiner Rechnung nicht vorkommt, was glaub ich auch die wenigsten Männer tatsächlich nachvollziehen können, sind die stets präsenten Schuldgefühle, wenn man was nicht so macht, wie Hebammen und Pädagogen es dringend empfehlen.

        Lies dir mal Schwangerschafts- bzw. Stillbücher durch, das ist ein Hammer. Besonders die Stillmafia ist da zu erwähnen, die Mutter-Kind Beziehung wird schon dadurch irreperabel geschädigt, wenn du mal ein Fläschchen gibst weil du nachts um 3 nur schnell das Kind abfüttern und wieder schlafen willst, ohne vorher ne Stunde nen unwilligen Säugling am Mops gehabt zu haben. Und wenn das Stillen nicht klappt ist es ganz allein deine Schuld und du solltest lange über deine Verfehlungen nachdenken. Oder in der Schwangerschaft mal Fast Food? Vergiß es! Schlecht für´s Kind, ausserdem wirste fett! Da wird der Mutter im 12stündigem Wochenbett immerhin großzügigerweise ein zuckerfreies Lutschbonbon gewährt, sollte sie ein Hungergefühl verspüren (kein Witz!!)

        Und nun überleg dir den Aufschrei (wenn vielleicht auch nur im Kopf), wenn du das Kind nach nem halben Jahr in Betreuung gibst. Das ist so ne miese Masche die von der Industrie abgezogen wird, du willst ja als Mutter alles tun damits dem kleinen Schatz gut geht und bist damit natürlich auch besonders anfällig für so autoritäre Ratgeber.
        Besonders wenn du keine erfahrenen Vertrauten hast.

        Worauf ich hinauswill: Vielleicht ist der Grund hinter dem von dir beschriebenen Strohhalmhangeln zumindest in einigen Fällen weniger Bequemlichkeit sondern vielmehr die Angst ihrem Kind zu schaden, mit dem gleichzeitigen Wissen, dass es eigentlich lächerlich ist, sich so irre zu machen, aber man will ja kein Risiko eingehen. Besonders wenn man bedenkt, dass die gesamte Verantwortung für das Wohlergehen des Babys immer noch fast allein bei der Mutter liegt.

        Zu deinem Antrag: Für eine Vernunftehe bin ich noch zu jung und idealistisch 😀

      • Haselnuss

        Was dazu leider gar nicht passt, Maren, ist, dass vor allem Mittel- und Oberschichtsfrauen in Teilzeit/geringfügig/gar nicht arbeiten. Das sind die Schichten, die die wenigsten Kinder bekommen. Unterschichtsfrauen hingegen arbeiten meistens Vollzeit und bekommen die meisten Kinder.
        Außerdem sind die „Erwerbspausen“ der Mittel- und Oberschichtsfrauen länger. Dazu kommt ein erhebliches West-Ost-Gefälle.
        Was eigentlich nur zu dem Schluss führen kann, dass vor allem ökonomische Notwendigkeiten dieses Bild prägen: Muss die Frau arbeiten, tut sie es, sobald sie es sich erlauben kann, reduziert sie die Arbeit, so weit es geht. Zu diesem Bild passen auch die diversen bewiesenen Effekte ökonomischer Anreize – Transferleistungen. Je mehr, desto weniger weibliche Erwerbstätigkeit.
        Dass sich die Frau dadurch in massive Abhängigkeiten und ein unglaubliches Risiko begibt, sollte die wirtschaftliche Lage sich verschlechtern, ist klar.

        „Besonders wenn man bedenkt, dass die gesamte Verantwortung für das Wohlergehen des Babys immer noch fast allein bei der Mutter liegt.“
        Die gesamte Verantwortung für das ökonomische Wohlergehen der Familie liegt nach wie vor beim Mann. Das soll keine Gegenrede sein, sondern nur mal zum Nachdenken anregen.

      • Stephi

        Ich frage mich die ganze Zeit, wieso es immer so negativ ausgefasst werden muss, wenn eine Frau von sich aus bestimmt, gar nicht oder nur Teilzeit zu arbeiten, um mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.

        „Klar, mag manche Frauen geben für die ein Kind eine willkommene Ausrede ist, nicht mehr arbeiten zu gehen“, wenn ich das schon lese. Kinder bedeuten Arbeit und Verantwortung, vorausgesetzt, die Mutter geht diese gewissenhaft nach.

        „“Besonders wenn man bedenkt, dass die gesamte Verantwortung für das Wohlergehen des Babys immer noch fast allein bei der Mutter liegt.”
        Die gesamte Verantwortung für das ökonomische Wohlergehen der Familie liegt nach wie vor beim Mann. Das soll keine Gegenrede sein, sondern nur mal zum Nachdenken anregen.“

        Was ja nur bedeuten kann, dass die traditionellen Geschlechterrollen immernoch in den Köpfen der Gesellschaft, also bei Männern, als auch bei Frauen, verankert ist. Wir reden von Jahrtausend alten Geschlechterrollen im Vergleich zu 40 Jahren Emanzipationsbewegung, das ist im Grunde gar nichts…

      • Haselnuss

        „Ich frage mich die ganze Zeit, wieso es immer so negativ ausgefasst werden muss, wenn eine Frau von sich aus bestimmt, gar nicht oder nur Teilzeit zu arbeiten, um mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.“
        Weil nicht arbeiten/Teilzeit arbeiten bedeutet, auf Kosten anderer zu leben.

        „Wir reden von Jahrtausend alten Geschlechterrollen“
        Naja, ca. 113 Jahre.

      • marenleinchen

        @Haselnuss
        *Was eigentlich nur zu dem Schluss führen kann, dass vor allem ökonomische Notwendigkeiten dieses Bild prägen: Muss die Frau arbeiten, tut sie es, sobald sie es sich erlauben kann, reduziert sie die Arbeit, so weit es geht.*

        Ich denke du kannst es nicht nur auf dieses simple Ursache->Wirkung Konzept reduzieren.
        Da spielen andere Faktoren mit rein, z.B. die Tatsache dass, aufgrund der flächendeckenden Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln weniger Kinder geboren werden, weswegen die 1,5 Kinder die volle Dröhnung an Förderung etc. bekommen, damit sie sich bestens entwickeln.
        Generell ist die Tendenz in Mittelschicht und aufwärts,dass man eher für statt mit den Kindern lebt.
        Dazu kommt der Konsens, dass es für ein Kind tendenziell schädlich ist, wenn die Mutter arbeitet statt zuhause zu bleiben. Man will dem Kind „was bieten“, womit nicht nur materielle Werte gemeint sind, lt. Studien und Fachliteratur und was weiß ich ist Kindererziehung nichts was entspannt angegangen werden kann, sondern ein Minenfeld, in dem bereits die Art und Weise, wie das Kind auf die Welt kommt (Kaiserschnitt, Wassergeburt, etc.) die Weichen stellt wie sich das Kind entwickelt.
        Das hab ich auch selbst erlebt, trotzdem meine alleinerziehende Mutter immer für erstklassige Betreuung gesorgt hat und es auch sonst an nichts fehlte waren wir IMMER, sobald es ganz normale Probleme gab, wie mal ne 5 oder sonstige Schwierigkeiten, die armen Sozialfälle, die unter der armen arbeitenden Mutter leiden. Ebenso wie meine Mutter immer das Gefühl hatte nicht genug zu tun.
        Ich hab doch bestimmt mal die Story erzählt von dem Direktor der keine Kinder von alleinerziehenden, ergo arbeitenden Müttern auf seiner Schule wollte?

      • Rexi

        @Haselnuss:
        Auf Kosten anderer leben. Das heißt, wenn eine Frau den Haushalt alleine führt und die Kinder so gut wie alleine erzieht (weil der Mann ja nur abends und am Wochenende da ist), lebt sie trotzdem auf seine Kosten, obwohl sie, wie gesagt, die ganze häusliche Arbeit und Erziehung übernimmt? Weißt du was? Manche Leute nehmen sich eine Nanny und eine Haushälterin (man hört es immer nur so: eine Nanny UND eine Haushälterin – zwei Jobs). Eine traditionelle Ehefrau übernimmt zwei Jobs, für die man zwei fremde Frauen bezahlen müsste. Trotzdem lebt sie auf seine Kosten? Vermutlich kommst du damit, dass Haushalt ja überhaupt nicht mehr anstrengend ist, heutzutage. Trotzdem bezahlt man Haushälterinnen und Nannys. Warum? Eine Arbeit ist es offensichtlich. Sogar eine schwerere als der Durchschnittsbürojob, dessen einzige Bewegungen beim Tippen der Tasten und Heben des Telefonhörers darstellt. Es gibt faule Hausfrauen, aber sehr viele sind eher so, dass sie bei jedem Krümel schon mit dem Staubsauger daherkommen.

        Nicht dass ich das Hausfrauenleben für mich selber in Betracht ziehen würde, dazu vertraue ich meinen Mitmenschen nicht genug, ehrlich gesagt nicht mal meinem Partner. Aber das Bild, das du von ihnen zeichnest, ist mir zu negativ.

      • Haselnuss

        @Maren:
        Ich verstehe, dass dir der Punkt sehr wichtig ist, ich sehe es halt in Nuancen anders.
        Ich frage mich übrigens, warum du so Bücher liest und warum die Meinung der Anderen dir wichtig ist.

        @Rexi:
        a) Vielleicht bei Reich und Schön. Und die Ehefrau macht dann Charity.
        b) Selbstverständlich lebt sie auf Kosten anderer. Sie erwirtschaftet schlicht kein eigenes, verwertbares Einkommen.
        c) Ich zeichne kein Bild, das interpretierst du da rein.
        d) Ich habe schon ein Argument gebracht, warum es schlecht ist. Abhängigkeit. Ich nenne dir ein weiteres: Rente. Wenn du mal genau hinsiehst, sind das 2 Gründe aus Frauenperspektive. Vielleicht lande ich dann nicht gleich in der nächsten Schublade.
        e) Putzen wird NICHT gut bezahlt. Was die angeblich große Nachfrage und Schwierigkeit des Jobs negiert.
        Nanny, was hast du eigentlich gegen Kindsfrau, wird nur dann gut bezahlt, wenn du es professionell machst. Sprich, du sprichst mehr als eine Sprache (heutzutage Chinesisch), hast eine gute Ausbildung, hervorragende Manieren und die entsprechenden Referenzen. Sonst bekommst du dafür ebenfalls nicht viel. Zumindest kenne ich Stundensätze für reguläre Kindsfrauen, für die ich nicht einmal aus dem Bett steige, ach was, für die hebe ich nicht einmal die Kaffeetasse zum Mund.
        Wenn du natürlich die normale deutsche Hausfrau mit der 20-köpfigen Familie mit vier Anwesen aus Reich und Schön vergleichst, kann natürlich nur Unfug dabei rauskommen.
        f) Der 2-Jobs-Mythos geht aber anders.
        g) Unterschätze mir moderne kaufmännische Berufe nicht.

      • Rexi

        @Haselnuss:
        a) So? Ich hatte sowohl eine Nanny (mir ist egal, wie man es bezeichnet, ich höre immer nur „Nanny“, und darum benütze ich auch diesen Ausdruck), als auch meine Eltern eine Putzfrau. Meine Eltern waren beide vollzeitbeschäftigt. Gut, wir sind relativ gut betucht, aber für „Reich und schön“ reicht es noch nicht. Andere Kinder gehen in die Kita, und soweit ich weiß, bekommen Kita-Angestellte auch bezahlt.
        b) Wenn der Mann die Frau nicht hätte und weiterhin vollzeitbeschäftigt sein möchte, und dabei den Haushalt nicht selbst erledigen will, muss er jemanden beschäftigen (nicht unbedingt auch einen Haushälter, es ist sicher zu schaffen, nach den 8-10 Stunden Arbeit auch noch den Haushalt zu machen; das machen auch viele Alleinerziehende, aber bei weitem bequemer lebt es sich, wenn einer den Job übernimmt). Er ist also ebenso von der Arbeit der Frau abhängig (es sei denn, er entschließt sich Rabenvater und Messie zu werden), wie sie von seiner.
        d) Wie gesagt, der Mann ist auch von der Tätigkeit der Frau abhängig. Natürlich, in der heutigen Zeit muss man ordentlich verdienen, wenn ein einziges Gehalt für eine Familie reichen soll, und man auch in der Rente versorgt sein möchte. Ein weiterer Grund, warum ich keine Hausfrau sein will. Ich würde meinen Lebensstandard nicht runterschrauben wollen.
        e) Na und? Es sind mehr oder weniger zwei Jobs, die Bezahlung ist da eher egal. Die Hausfrau und Mutter liegt dem Mann nicht auf der Tasche, sondern erledigt ihre Arbeit. Bei so traditionellen Rollen ist es, wie mir vorkommt, ohnehin auch eher der Mann, der größere Entscheidungen über das Geld trifft, also verfügt sie oft auch nicht auf dieselbe Weise darüber, wie er.
        f) Hä?
        g) Ich war lange genug Vollzeit in einem und bin es immer noch halbtags (wegen des Studiums). Einen Haxen reiße ich mir nicht gerade aus.

      • marenleinchen

        @haselnuss
        Die Bücher sind die meiner Schwester, die ich als aufopfernde Schwester und Tante natürlich mitgelesen habe, besonders als meine Schwester anfing darüber zu lästern. Es setzte dann das ein, was ich fortan als „Andelin-Effekt“ bezeichnen werde, ich fing an zu lesen aus Neugier und Lästerlust, konnte es aber nach einer gewissen Zeit nicht mehr ertragen, weil es mich zu wütend machte.

        Und ja, natürlich interessiert es mich was andere Menschen denken, nicht mehr und nicht weniger als alle Anderen, die in einer Gemeinschaft leben.
        Der Mensch ist ein soziales Wesen und ich halte es für utopisch derart losgelöst vom Urteil anderer zu leben wie du es empfiehlst.

        „Kindsfrau“? Das Wort hab ich noch nie gehört, weckt aber irgendwie ungute Assoziationen an Lolita und/oder Leihmutter.

      • Haselnuss

        „Der Mensch ist ein soziales Wesen und ich halte es für utopisch derart losgelöst vom Urteil anderer zu leben wie du es empfiehlst.“
        Irgendwann wirst du feststellen, dass das Leben witziger ist, wenn dir egal ist, was andere über dich urteilen.
        Um richtig verstanden zu werden: Das ist keine Carte Blanche alles zu tun, wonach dir der Sinn steht.

      • marenleinchen

        Ich denke nicht, dass ich jemals den Zustand erleben werde wo es mir nichts bedeutet, wenn Menschen die ich mag und die mir nahestehen, offen mißbilligen was ich tue.
        Und bei manchen Themen lässt sich eine solche Diskussion vermeiden (ich rede z.B. mit meiner Mutter nicht über Abtreibungsrecht) bei anderen nicht.

      • Haselnuss

        „Ich denke nicht, dass ich jemals den Zustand erleben werde wo es mir nichts bedeutet, wenn Menschen die ich mag und die mir nahestehen, offen mißbilligen was ich tue.“
        Die Formulierung bezog sich auf den Rektor deiner ehemaligen Schule.

      • Haselnuss

        @Rexi:
        „Er ist also ebenso von der Arbeit der Frau abhängig (es sei denn, er entschließt sich Rabenvater und Messie zu werden), wie sie von seiner.“
        Darauf beruht deine ganze Argumentation und diese Basis ist schlicht und ergreifend falsch. Er verfügt über verwertbares Einkommen, sie nicht. Deswegen ist sie von ihm abhängig, er aber nicht von ihr. Kein noch so großes Ausmaß an Wunschdenken wird daran etwas ändern.

        „Na und? Es sind mehr oder weniger zwei Jobs, die Bezahlung ist da eher egal.“
        Wo lebst du bitte? Stundenlohn ist einer der besten Indikatoren für die Anforderungen die an einen Job gestellt werden. Was meinst du, warum Putzfrauen ca. 8 € die Stunde verdienen.
        Ganz davon abgesehen, dass Putzfrauen normalerweise 3h/Woche kommen. Was sagenhafte 12h/Monat bedeutet. Mehr oder weniger zwei Jobs, soso…

      • Haselnuss

        Maren: „??“
        Du sprachst oben von deinem Rektor. Nachdem du das nicht zum ersten Mal tatest, gibst du etwas auf seine Meinung. Ich sagte, paraphrasiert: „Scheiß doch auf die Meinung von solchen Menschen!“. Du dachtest wohl, das beziehe sich auf deine Schwester. Das stelle ich hiermit richtig.

      • Stephi

        @Haselnuss

        „Er verfügt über verwertbares Einkommen, sie nicht. Deswegen ist sie von ihm abhängig, er aber nicht von ihr.“

        Er könnte dieses Einkommen aber wohl kaum erzielen, wenn er nicht jemanden hätte, der die Kinder versorgt, den Haushalt erledigt und ihm den Rücken freihält. Und das ist in den meisten Fällen die Ehefrau.

      • Haselnuss

        @Stephi:
        „Er könnte dieses Einkommen aber wohl kaum erzielen, wenn er nicht jemanden hätte, der die Kinder versorgt, den Haushalt erledigt und ihm den Rücken freihält. Und das ist in den meisten Fällen die Ehefrau.“
        Du denkst ein Stück zu kurz. Er müsste dieses Einkommen überhaupt nicht erzielen, würde die Ehefrau Vollzeit arbeiten und würden beide eine Putze und eine Kindsfrau* engagieren. Entgegen feministischer Mythen flüchten Männer sich nicht in die Arbeit, weil sie mit Frau/Haus/Kind nichts zu tun haben wollen, sondern weil durch den Verdienstausfall der Frau in Teilzeit oder durch völlige Freistellung der Bedarf nach mehr Geld erst entsteht.

        *Wenn keine KITA/Großeltern vorhanden.

      • Stephi

        Ach so, der Mann kann also nicht anderes, außer nach einem hohen Einkommen zu streben, weil sein Status als Haupternährer es nicht anders erlaubt? Wenn, dann ist DAS zu kurz gedacht. Du hast offensichtlich nicht darüber nachgedacht, dass viele Männer auch dann viel Geld verdienen wollen, wenn sie keine Familie haben (wollen).

      • Haselnuss

        Du solltest meinen Post noch einmal lesen. Du hast den Postinhalt falsch verstanden.

      • Stephi

        Ich denke nicht, dass ich falsch verstanden habe. Aber gut, dann hast du eben eine andere Meinung als ich, lass gut sein…

  • mindswitch

    Wäre es eine Lösung, die Partnerwahl ausschliesslich auf Männer mit niedrigerem (zu erwartendem) Einkommen zu beschränken?
    Meine Partnerin verdient mehr als ich, und ist am Anfang einer Beamtenkarriere. Sollte nun ungeplant Nachwuchs unterwegs sein, wäre es für uns nur naheliegend und wirtschaftlich, dass ich mich Kind und Kegel widme. Wäre die Situation anders herum, würden wir es vermutlich auch andersherum machen. Im (meinem) Leben sind letztendlich ökonomische Aspekte relevanter als Sympathien oder Antipathien gegenüber irgendwelchen Rollenmodelle und ich vermute, so geht es den meisten Menschen.

    • marenleinchen

      @mindswitch
      Dagegen spricht die Einstellung vieler Männer zum Stay at home Dad-sein. Ich würde es mir gut überlegen, dieses Arrangement mit einem Mann zu treffen, der es begrüßen würde, weil er dann endlich Zeit zum Zocken hat, oder der es sofort tun würde, gesetzt den Fall er hätte Personal (höhöhöhö)
      Das sind 2 Aussagen, die ich von unterschiedlichen Männern vor kurzer Zeit gehört habe, einer von ihnen (Personal) ist Diplom-Pädagoge.

      • Sillyme

        Dagenen spricht nach meiner persönlichen Erfahrung auch die Einstellung vieler Frauen zum Stay at home Dad. Den müsste man dann ja durchfüttern, und dann tauchen schnell Vorschriften auf nach dem Motto: von meinem Geld kaufen wir das nicht (Verdienerin: vegetarier, stay at home dad: fleischesser -> Zwangsvegetarier?). Das geht halt in die selbe richtung wie deine Angst: man begibt sich halt in eine Situation in der man sehr abhängig ist, da legt man sich auf Jahre fest und muss sich auf seinen Partner verlassen können.

        Momentan bin ich Arbeitssuchend und meine Freundin verdient gut. Sie findet es ganz entspannt das ich alles andere (Einkaufen, Essen, sonstige Besorgungen, Handwerkertermine) neben meinem Bewerben erledige. Ohne Kinder ist das auch einfach. Ich denke sie würde mcih mitfinanzieren wenn ich zu Hause bleibe, aber damit ist sie die erste Freundin die ich habe der ich das auch zutraue. Und auch in diesem Falle würde es Diskussionen geben. Und lieber wäre ihr (und mir) immer noch wenn ich zumindest Teilzeit arbeite falls Sie ausfallen sollte und man dann ganz doof dasteht.

        Zum Thema Zocken: so viel wie die vollzeit-Mamas in meinem umfeld bei Facebook abhängen, arbeiten die sich nicht Tod. Das fällt mir aber auch erst auf seit ich arbeitslos bin 😛

      • mindswitch

        Gut überlegen tut man ohnehin.
        Wie viel „viele Männer“ sind weiss ich nicht, aber dein Stichprobenraum der beiden Männer ist nicht unbedingt representativ und vielleicht auch eher dahergesagt. Was viele Männer machen würden ist auch relativ irrelevant, entscheidend ist, was mit dem einen funktioniert.

        Eine Partnerschaft definiert sich ja dadurch, dass 2 Menschen bewusst in einem Boot sitzen (wollen), oder auch auf einem Tandem. Wer vorne sitzt, lenkt. Die hintere Person, kann mehr oder weniger kräfig mitstrampeln. Wenn beide nun sagen, ich will aber nach vorn (oder nach hinten), wird das Tandem nie losfahren. Auch nicht, wenn einer sagt „Ich will nicht nach vorne, weil dann kann ich nicht kontrollieren, wie sehr Du in die Pedale trittst, aber auch nicht nach hinten, weil dann kann ich nicht lenken.“
        Wenn es aber losfährt, dann weil beide meinen, dass sie am besten gemeinsam durch die Welt kommen und völlig unabhängig davon, wer bei den anderen Tandems in der Welt vorne sitzt oder immerschon gesessen hat.
        Du kannst grübeln, wie Du lustig bist, wo auf dem Tandem Du Platz nehmen willst, solange der Partner ein fiktiver, bzw hypothetischer ist. Erst bei einer konkreten Person entscheidest Du Dich (vielleicht), ob überhaupt und wo du aufs Tandem steigst, und zwar so, wie es für euch beide das beste ist.
        Wenn Du nun eine Person bist, die schon immer gut lenken kann, werden sich auch eher Typen auf Dich einlassen, die lenken lassen.

  • subcomandante marcus

    mittlerweile würd ich sagen: mach doch einfach mal.
    keine entscheidung zu treffen nur aus angst weil es die falsche sein könnte ist auch ne scheiss entscheidung.
    was wär denn die alternative, so mal ganz realistisch betrachtet?

  • Christian - Alles Evolution

    „Weil statistisch gesehen geht fast jedes Paar spätestens nachdem Kinder da sind, einer traditionellen Rollenverteilung nach.“

    Wenn du nicht einen relativ konservativen Mann aussuchst, dann ist die Gefahr, dass der Mann dich abhält beruflich tätig zu sein, denke ich gering. Die meisten Männer schätzen das denke ich durchaus.

    Eher wird es das Kind selbst sein, der kleine Mistkerl.

    Aber immerhin gibt es einen recht einfachen Weg für dich gegenzusteuern: Mach es einfach nicht mit.

    Im umgekehrten Fall ist das gar nicht so einfach, also wenn die Frau beschließt nach der Erziehugnszeit nicht wieder einzusteigen und nur halbherzig Bewerbungen schreibt. Wenn ihm das nicht passt, dann kann er sich trennen, muss dann aber Unterhalt zahlen und wird auf Umgangsrecht mit seinem Kind alle zwei Wochen beschränkt.

    Ich kenne wesentlich mehr Männer (bei jungen Beziehungen), die klagen, dass ihre Frau nicht mehr Erwerbsarbeit macht als den umgekehrten Fall, dass sie nicht darf.

    Nur um mal die andere Perspektive reinzubringen

    • marenleinchen

      @Christian
      Ich kenne eigentlich keine klassisch konservativen Männer, aber die meisten würden es durchaus gutheißen wenn die Mama zuhaus bleibt. Weil das ja auch „besser für das Kind ist“…

      Und warum der Weg „es einfach nicht mitzumachen“ gar nicht so einfach ist, hab ich ja schon in der Diskussion mit Haselnuss erwähnt.

      • Stephi

        Meiner Erfahrung nach gibt es nicht wenige Männer, die darauf bestehen, dass sie selbst die Haupternährer der Familie sind und bleiben. Und wenn sie kaum bereit sind, beruflich zurückstecken, dann fühlen sich Frauen als Hauptverantwortlichen für den Haushalt und die Kindererziehung und richten sich danach aus.

        Es behaupten ja auch die allermeisten Männer, sie hätten kein Problem damit, wenn die Partnerin mehr verdient, aber komischerweise gehen Männer, die eine besser verdienende Frau an ihrer Seite haben, viel schneller fremd.

  • Adrian

    Also, wenn das Deine allerschlimmste Angst ist, dann führst Du ein bemerkenswert glückliches Leben.

    • marenleinchen

      Ach, weisst ja wie das ist mit den Ängsten. Wenn ich im Bett liege ist dann wieder meine allerschlimmste Angst, dass ein Monster unter meinem Bett liegt, welches mir dann an den Fuß packt, weil ich diesen bei den herrschenden Temperaturen nicht unter der Bettdecke hab.

  • Der Stadtfuchs

    Ich glaube, hier diskutieren ganz viele Theoretiker(innen), oder?

    Mein Jungfuchs ist jetzt zwei Monate. Wir sind in der klassischen Situation, dass ich längst gut situiert im Beruf stehe, während sie noch studiert.

    So. Und jetzt kommt das Kind. Und wir steuern mit Vollgas ins klassische Rollenmodell, auch wenn sie sich das vor drei Jahren nie hätte vorstellen können, und auch ohne dass ich sie am Herd festkette.

    Denn, auch wenn Du es Dir heute noch nicht vorstellen kannst, so ein Kind wird *Deine* Einstellungen zur Welt ganz kräftig durcheinanderwirbeln. Die des Vaters eher weniger. Denn Du wirst neun Monate dieses Kind _in Dir_ wachsen _erleben_, während er nur von außen zusieht. Und wenn es raus ist, wirst Du fühlen, dass Du es am liebsten in Dich zurück haben willst und wenn das schon nicht geht, dann wenigstens immer um es sein wollen, damit es sicher ist.

    Wir sind da ziemliche Tiere, glaub mir.

    Und jetzt kommt die Gesellschaft daher, und in der haben wir zwei Strömungen. Die einen sagen, nimm dieses Tier sein an und leb ein klassisches Rollenmodell, weil es dazu am besten passt. Die Anhänger der anderen Strömung, der Du anzuhängen scheinst (noch :-)) , stammen nun aber aus einer lesbisch angehauchten Denkschule der siebziger Jahre, sind massiv von Frauen beeinflusst, die Kinder für sich ausgeschlossen haben. Denen kommt zu pass, dass man technisch gesehen ab der Geburt keine Mutter mehr bräuchte.

    Technisch gesehen.

    Auf letztere scheinst Du noch zu hören. Du redest von „Stillmafia“ (vielleicht auch von Latte-Macchiato-Müttern?). Wer soll das sein, wer profitiert von zu Hause stillenden Frauen? Niemand – im Gegenteil. Profit gibts nur, wenn Frauen nicht stillen, sondern Milchpulver kaufen und arbeiten gehen. Deine Ängste, in „Posemuckel“ zu landen, sind genau die Ängste, die jene Strömung schürt, in dem sie ein Leben mit und um die Kinder herum als ein zwansläufig dummes und einfältiges zeichnet.

    Warte das Kind ab. Vielleicht sagst Du Dir in dem Moment, in dem es aus Dir draußen ist: Das soll das beste kriegen, was ich in der Lage bin zu geben. Und dann bist Du schnell beim Stillen. Und wenn Du voll stillst, dann knockt Dich das für ein halbes bis dreiviertel Jahr vollkommen aus jeglicher beruflichen Tätigkeit raus. Du wirst nicht mehr durchschlafen. Es wird Dir weh tun, wenn das Kind weint. Du wirst Dich kümmern wollen, um das Kind, und nicht im Dein berufliches Fortkommen.

    Lass ein zweites und vielleicht ein drittes Kind dazu kommen, und aus dem dreiviertel Jahr werden drei bis fünf Jahre, die Du dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehst.

    Punkt. Du, und nicht der Partner. Denn der wird erstens diese Gefühle nicht in dem Maße haben wie Du (ich kann bspw. den Knirps schreien hören, ohne sofort das Gefühl zu haben, ihn in den Arm nehmen zu müssen. Meine Frau kann das nicht. Programmiertes Verhalten, da machste nix). Und zweitens wollt Ihr drei ein Dach über dem Kopf und irgendwas essen. Addiere dazu, dass Frauen in der Regel hypogam sind bei der Partnersuche, und das klassische Rollenmodell passt besser, macht weniger Probleme, ist stressfreier als jedes andere.

    Dem „entkommst“ Du nur, wenn Du _musst_. Denn _wollen_ wirst Du das nicht. Wenn die wirtschaftlichen Zwänge so sind, dass Du arbeiten musst, weil kein Partner da ist oder der zu wenig verdient. Oder wenn bspw. Wenn Du aus Versehen abgestillt hast oder einfach zu wenig Milch da ist und Du auf Fertignahrunng umsteigen _musst_, von der Du _wissen wirst_, dass Sie Deinem Kind nicht den gleichen Nestschutz mitgeben wird, wie Muttermilch. Und das wird Dir nicht gefallen.

    Wenn es diese Zwänge aber nicht gibt, und der Partner die Familie wirtschaftlich stützt, was um Himmels willen spricht gegen ein solches Leben? Ein drittel aller Ehen wird geschieden? Ja, aber zwei Drittel halten. Und im Scheidungsfall steht sicher nicht die Mutter mit dem Kind als wirtschaftliche Verlierin da, sondern der Mann, der das gleiche Einkommen erwirtschaften muss wie vorher, nur dass ihm jetzt keiner mehr den Rücken frei und einen Rückzugsraum bereit hält.

    Was spricht eigentlich dagegen, mal zu sagen: Wir sind Partner, wir verlassen uns aufeinander, drum geht sie auch kein großes Risiko ein, wenn sie zu Hause bleibt?

    Insofern, falls der richtige Kerl um die Ecke kommt: Habt ein bisschen Mut, setzt das Kind in die Welt. Und lasst Euch doch bitte nicht von irgendwem weißmachen, dass ein Leben nur dann ein erfülltes Leben ist, wenn sie in Afrika Wasserleitungen baut, während er als Starpianist durch die Welt fliegt, und die Kinder, wochentags von der Nanny betreut, am Wochenende lachend vor dem Haus am See den gutgelaunten und gutgekleideten wunderschönen heimkehrenden Eltern entgegenlaufen.

    99,99% aller Menschenleben sind anders. Ich glaube, in unserer Zeit müssen wir echt lernen, Normalität gut zu finden.

    • marenleinchen

      „Ich glaube, hier diskutieren ganz viele Theoretiker(innen), oder?“

      Du doch auch, oder? Für dich wird sich nie die Frage stellen, ob du deine Ausbildung, dein Berufsleben einschränkst, zugunsten deines „Jungfuchses“. Zumindest nicht ernsthaft.

      Stattdessen rätst du mir, doch meine innere weibliche Natur anzunehmen, weil das am natürlichsten, tollsten, einfachsten sei, etc. pp.
      Und weil die anderen Lebensentwürfe ja von irgendwelchen Kampfemanzen gestaltet würden, die keinen Plan von KIndern haben.

      Ich finds schön dass du diesen Kommentar gepostet hast, du unterstreichst meine Aussagen damit sehr schön.

      Sag mir: Wenn ihr beide berufstätig wäret, hättest du es in Betracht gezogen, aufzuhören zu arbeiten um dich um dein Kind zu kümmern?

      • Haselnuss

        „Ich finds schön dass du diesen Kommentar gepostet hast, du unterstreichst meine Aussagen damit sehr schön.“
        Meine aber auch. Kommt darauf an, welche Stellen man betont liest und welche nicht.

        @Stadtfuchs: „Was studiert sie?“, „Wie lange studiert sie bereits?“, „Was hat sie vorher gemacht?“.

        ———————————————————-

        Ich hatte vor einigen Wochen übrigens eine interessante Begegnung mit einer Frau, die meinte, dass sie ja mal ein Kind bekommen könne, denn ihr Job mache ihr keinen Spaß.
        Das ist wiederum nicht die erste Begegnung dieser Art mit einer solchen Frau.

      • Der Stadtfuchs

        Du hast mich nicht ganz richtig verstanden, glaube ich. Ich rate Dir nicht, Deine innere Natur anzunehmen. Ich verspreche Dir nur, dass Du Deine Einstellungen ändern wirst, wenn das Kind erstmal da ist. Und ich rate Dir, genau hinzuschauen, was Deine Wünsche sind und was eine Rollenerwartung, die Dein Umfeld an Dich heranträgt. Kleiner Tipp: Die Rolle, die die Gesellschaft heute an die moderne Fraue stellt, ist _nicht_ die der zu Hause bleibenden Mutter.

        Würde ich zu Hause bleiben und mich um die Kinder kümmern? Wenn sie deutlich mehr verdienen würde als ich, würde ich es mir zumindest überlegen. Haushalt und Kinder sind deutlich weniger Streß als mein Job. Aber ich würde sehr darauf achten, was dabei mein Status (von wegen ätträktschen und so) machen würde. Wahrscheinlich würden die Kinder so bald wie möglich in einer Kita landen, denn ich bliebe auch als Hausmann darauf angewiesen, zusätzlich eine zeitfressende Beschäftigung zu haben, die meine Frau nicht _kann_. Weil sonst die Beziehung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in eine Katastrophe steuert.

      • marenleinchen

        @SF
        Dir ist schon grad klar wir herablassend du klingst?
        Du meinst doch nicht ernsthaft, dass du als Wildfremder einschätzen kannst, was meine Wünsche sind, und wie meine ideale Lebensgestaltung ist, besser als ich selbst, weil ich ja durch feministische Propaganda verblendet bin?

        Natürlich würdest du zuhause bleiben, wenn sie „deutlich mehr verdient“, gleichzeitig würdest du aber nicht deine Kinder zu deinem Job machen, sondern deine Hobbys pflegen (aus schierer Notwendigkeit!!!). Dachte ich mir schon.

        @Haselnuss
        Offenbar ist Stadtfuchs der Überzeugung, dass sich die Meinung seiner Frau zu dem Thema niemals nicht mehr ändern wird. Lass das Kind mal ein Jahr werden und die Mutter nicht mehr von Hormonen überschwemmt sein, zwei Monate nach der Geburt ist mitnichten der natürliche Zustand der Frau 😀

      • Der Stadtfuchs

        @maren: Du hast noch immer nicht verstanden. Deine Wünsche sind – das zeigt Dein Blogpost – durchaus andere. Ich verwette nur ne Pampers Packung Größe 3 darauf, dass Du, wenn Du sie brauchen wirst, Deine Wünsche geändert haben wirst. Und das traue ich mir als Wildfremder in der Tat zu. Ich weiß, Ihr Frauen seid alle Einzelwesen und wunderbare Individiduen. Und trotzdem so berechenbar 🙂

      • Haselnuss

        Maren: „Offenbar ist Stadtfuchs der Überzeugung, dass sich die Meinung seiner Frau zu dem Thema niemals nicht mehr ändern wird. Lass das Kind mal ein Jahr werden und die Mutter nicht mehr von Hormonen überschwemmt sein, zwei Monate nach der Geburt ist mitnichten der natürliche Zustand der Frau :D“
        Nicht, dass er eine Wahl hätte als gute Miene zum Spiel seiner Frau zu machen. Er kann sich noch scheiden lassen – und dann erst Recht ein paar Jährchen zahlen. Wenn seine Frau dann noch Singen und Klatschen studiert haben wird (zum Beispiel Kommunikationswissenschaft), zahlt er noch länger. Wie unschwer zu erkennen ist, habe ich die leise, bisher unbegründete Vermutung, seine Frau gehört zur Fraktion der Frauen, die solange zur Uni geht, bis sie ihren Versorger fest im Griff hat – durch ein Kind beispielsweise.

        Wie es der Zufall so will, habe ich auch da erst vor einigen Tagen ein Exemplar gesichtet und mich mit ihm unterhalten. 12. Semester Frauenstudium, Mann Ingenieur, im Studium rasend unerfolgreich, keine erkennbare Motivation fertig zu werden. Meine Prognose: Die wird bei der nächsten Möglichkeit schwanger, vielleicht vergisst sie die Pille *ups*, und muss dann – leider, leider – ihr Studium aufgeben, weil Kind und so.

        @Stadtfuchs: Du kannst dich im Übrigen jederzeit einschalten und Punkte bestätigen oder widerlegen.

        ————————————————————-

        Ich bin mit dem Stadtfuchs insofern einer Meinung, dass der Mythos des die Frau an den Herd kettenden Mannes falsch ist und viele Frauen sehr freiwillig und unter leidlich vorgetäuschtem Protest ins Muttidasein gehen und dort sehr gerne bleiben – die Cafes sind ja zur Zeit voll von diesen patriarchalisch unterdrückten Latte-Macchiato-Muttis. Aber soweit ist meine Meinung ja bekannt.

        Wenn er meint, nicht nur die Zukunft im Allgemeinen, nein, im Speziellen noch deine Zukunft, exakt vorhersagen zu können, ist das eine Hybris, die ich persönlich komisch finde. Ich erinnere in diesem Zusammenhang mal an meine Frage von vor ein paar Tagen: „Warum gibst du auf die Meinung eines Fremden Gewicht?“.

      • marenleinchen

        @Haselnuss
        Du weisst doch, auf allwissende PU-Affine reagier ich ein kleinwenig allergisch 😀

      • Haselnuss

        „Du weisst doch, auf allwissende PU-Affine reagier ich ein kleinwenig allergisch :D“
        Was einer der Gründe ist, warum ich dich mag, Maren. 🙂

      • marenleinchen

        Na na. Nich so kuschlig hier, da leidet hinterher noch mein hart erkämpfter Ruf als männerhassende Kampfemanze 😀

      • Haselnuss

        Nachdem ich dir vor ein paar Tagen die Hand zum Bund des Lebens anbot, dürfte von deinem Ruf nicht mehr allzu viel übrig sein. 😀

    • Rexi

      @Stadtfuchs: Siehst du, das ist genau das, was man nicht hören will, weil es einfach … anmaßend ist. Du redest, als säßest du in Marens Kopf. Nur weil du und deine Frau soeben ein Kind bekommen habt, kannst du eure Erfahrung nicht auf alle anderen projizieren. Ich könnte dir jetzt zwei Gegenbeispiele aus meiner Familie bringen (Mutter und Schwester – selber habe ich keine Kinder und möchte auch keine), aber um wie viel wetten wir, dass du diese nicht gelten lässt, bzw. sie mit „lesbisch angehauchte Denkschule der Siebziger“ abschmetterst? Ich kenne es natürlich auch umgekehrt, und diese Familien waren/sind auch größtenteils glücklich, aber das ändert nichts daran, dass es Familien gibt, die sich eben anders entscheiden, und Mütter, die sich nicht so aufs Baby fixieren und trotzdem gute Mütter sind. Was stört dich/euch eigentlich so sehr daran, dass du Maren ihre Wünsche quasi ausreden willst, bzw. ihr so gönnerhaft einreden, dass sie sich *sicher* ändert? Hast du Angst, dass das euer Modell entwertet? Oder dass sich die ganze Gesellschaft dadurch ändert? Und selbst wenn, was juckt es dich? Ja, vielleicht ändert sie sich und mutiert plötzlich zur Überglucke, sobald sie ihr Kind hat, vielleicht auch absolut nicht. Alles ist möglich, und weder du, noch sonst jemand kannst das voraussagen, erst recht nicht anhand der eigenen Situation.

      Ich finde dieses Sich-Berufen auf die Natur in unserer künstlichen Welt sowieso daneben. Es ist nicht natürlich, dass wir in ein Auto, geschweige denn Flugzeug einsteigen, es ist nicht natürlich, dass wir Fremde auf weniger als einen Meter an uns heranlassen, es ist nicht natürlich, dass wir unser Fleisch in Plastik verpackt kaufen, und das alles tun wir trotzdem, und zig andere Dinge, die eigentlich wider unsere „tierische“ Natur sind. UND: Natur =/= das Nonplusultra. 1) Warum also bei diesen „traditionellen Rollen“ dieses Berufen auf die Natur? 2) sind wir tatsächlich keine homogene Rasse (und Frauen sind nicht „berechenbarer“, als Männer). Schon alleine aufgrund der unterschiedlichen hormonellen Situation, auf die ihr euch doch so gerne beruft, aber auch aufgrund unserer Vorbilder, die auch nicht losgelöst von unserer Natur existieren.

      • Der Stadtfuchs

        Mir geht’s überhaupt nicht drum, irgendwen zu irgendwas zu bequatschen. Maren übertitelte ihren Artikel mit „Ängste“. Und das ist das Problem. Frauen haben Angst, Kinder in die Welt zu setzen, weil sie wissen, dass sie dann das Leben, dass man (=massiv von lesbischer Lebensweise beeinflusste Vorstellungen darüber, wie Frau sich heutzuge im Leben erfüllen muss) von ihnen erwartet, nicht leben können.

        Mir gehts ehrlich gesagt auf den Sack, dass gerade so viele intelligente junge Mädels hier zwischen dem, was ihre Gefühle ihnen sagen und dem, was der gesellschaftliche Diskurs ihnen aufdrückt, zerrieben werden. Mittlerweile ist doch an unseren geisteswissenschaftlichen Fakultäten kaum mehr eine Studentin vorzufinden, die nicht schon mal in psychotherapeutischer Behandlung war. Das kanns doch nicht sein.

      • marenleinchen

        Wie sieht denn „lesbische Lebensweise“ aus?
        Gerade bei lesbischen Frauen die mit ihrer Partnerin Kinder großziehen?

        Und dass alle geisteswissenschaftlichen Studentinnen schonmal in Therapie waren, halte ich auch für ein Gerücht.
        Und selbst wenn, wo ist da die Relevanz?
        Was ist mit naturwissenschaftlichen Studiengängen? Sind da alle Frauen voll gesund, weil gebärfreudig?

      • Rexi

        @Maren:
        Ich bin in einem naturwissenschaftlichen Studiengang, und ich bin nicht gebärfreudig, so viel kann ich sagen 😀 Allerdings nicht wegen irgendwelcher Ängste, sondern weil ich einfach keine Kinder will (viel zu egoistisch). Glücklicherweise will mein Freund auch keine. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die anderen Frauen/Mädels in meinem Studiengang gebärfreudiger oder im Schnitt weniger depressiv sind, als die in geisteswissenschaftlichen Studiengängen (was ist übrigens mit Theologie, @Stadtfuchs?).

        @Stadtfuchs:
        Ich fürchte, du interpretierst viel zu viel in die Gedanken von Frauen hinein. Sehr fantasievoll, muss ich schon sagen. Frauen ängstigen sich also nicht deswegen, weil sie einfach *ihre* Lebenspläne erfüllt sehen wollen, und auch einen gesunden Egoismus besitzen, sondern weil Lesben ihnen vorschreiben, wie sie zu sein haben, und sie die Vorstellungen dieser Minderheit erfüllen wollen? Abenteuerlich, wirklich …

      • Der Stadtfuchs

        @Rexi: Ok, dass die Mädels bei den Naturwissenschaftlern genauso depressiv sind wie bei den Geisteswissenschaftlern, nehm ich dann mal zur Kenntnis…

        Und nein, ich interpretiere gar nicht. Ich stelle nur fest, dass gerade die Frauen, die glauben „ihren“ eigenen Lebensweg zu gehen, wieder nur dem Rollenmodell hinterherlaufen, das die Gesellschaft für sie ausgedacht hat. Und darüber ziemlich verzweifeln, weil sie in der tiefe ihrer Seele einfach nicht nach diesem Rollenmodell ticken.

        Apropos ticken: Darf ich mal drauf tippen, dass Du noch unter dreißig bist? Wart ab…

        @Maren: Die Mehrzahl lesbisch lebender Frauen hat aber keine Kinder und will – siehe Adoptionsdebatte – auch keine selber kriegen. Und die deutsche Frauenbewegung der siebziger und achtziger war eng mit der Lesbenemanzipation verbunden und ist es bis heute.

        Weil die durchschnittliche Lesbe keine Kinder kriegen will sondern lieber ohne schräg angeschaut zu werden einen Fulltimejob und berufliche Karriere machen will, weil aber Konzepte wie Gender Studies und Gender Mainstreaming etc. massiv durch frauenbewegte Lesben definiert wurden, und die Vertreterinnen dieser Konzepte mittlerweile die Diskurshoheit haben, eben darum erwartet heute die Gesellschaft auch von der durchschnittlichen Heterofrau so zu leben wie eine durchschnittliche Lesbe sich vorstellt, dass man leben solle. Mit einem Unterschied: Im Lebensmodell der (durchschnittlichen, kann man sich das eigentlich mal schenken? Lesbe kommen Kinder nicht vor. Das kann man einer Gesellschaft aber schlecht als Modell vorschlagen, weil die Gesellschaft dann ausstirbt. Also hat man auf die Lebenswelt der Lesben die Kinder *noch oben drauf* gepackt. Und daran scheitert’s dann.

        Man hat das eine Rollenmodell (Hausfrau und Mutter) durch ein zweites (berufstätige Karrierefrau die sich liebevoll um die Kinder kümmert) ersetzt, ohne zu verstehen, dass das zweite ein reines Phantasiegespinst aber nicht praktisch lebbar ist (weil Karriere und liebevolle Kinderbetreuung sich ausschließen, will man nicht die Qualität und Einsatzbereitschaft der Führungskräfte in diesem Land massiv reduzieren, mit allen folgen für unseren Lebensstandard und die Arbeitsathmosphäre). Und ohne zu verstehen, dass das zweite Rollenmodell zur Psyche der Durchschnitts-Heterofrau so wenig passt wie das erste für die der Durchschnitts-Lesbe.

      • Rexi

        @Stadtfuchs:
        1) Falsch gedacht. Ich bin 32 (und keineswegs depressiv).
        2) Ok, dann nehme ich nach diesem Post mal zur Kenntnis, dass ich dich nicht ernst nehmen kann. Deine Küchenpsychologisiererei und Gönnerhaftigkeit sind ja zum Davonlaufen!

      • marenleinchen

        @Stadtfuchs
        Großartig, wie du dich nicht nur in der Lebens- und Gedankenwelt aller Heterofrauen sondern auch in der aller Lesben auskennst. Ich ziehe meinen Hut.
        Und weil sich die durchschnittliche Lesbe (wieso klingt das Wort bei dir eigentlich wie eine Beleidigung?) keine Kinder niemals nicht vorstellen kann gibt es eine Debatte um das Adoptionsrecht. Und diverse Gruppen die sich für die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Eltern einsetzen. Macht total Sinn!
        Und Heterofrauen und Lesben sind sowieso total unterschiedlich, die sind quasi zwei verschiedene Spezies mit total unterschiedlichen Lebenswelten!!

        Ich schließe mich im übrigen Rexi an, dass man dich echt nicht ernst nehmen kann…

      • onyx

        „Küchenpsychologisiererei…“

        Das ist in der Tat auffällig bei Menschen, die nur in schwarz-weiß-Extremen denken können (und/oder nur BLÖD bzw Allan/Barbara Pease lesen…)

      • Der Stadtfuchs

        Maren, vielleicht klingt „durchschnittliche Lesbe“ für Dich deshalb als Beleidigung, weil Du Dir schwertust, das zu lesen was da steht und es sehr drauf anlegst das zu lesen, was Du glaubst, dass jemand sagen will. Wenn es für Dich eine Beleidigung ist, Lesben Lesben zu nennen, dann sagt das mehr über Dich aus als über mich.

        Würdest Du Dich mehr darauf konzentrieren, was Leute schreiben, und nicht darauf, was Du glaubst, dass sie schreiben, wäre Dir bspw. auch aufgefallen, dass ich oben etwas von „keine Kinder _selber kriegen_“ schrub. Dazu ist die Adoptionsdebatte eben _kein_ Widerspruch. Im Gegenteil, sie passt exakt ins Bild.

      • Rexi

        War klar, dass du versuchst, zurückzurudern, um trotzdem irgendwie noch recht zu bekommen.
        Nur leider lassen sich diese beiden Sätze:

        Weil die durchschnittliche Lesbe keine Kinder kriegen will sondern lieber ohne schräg angeschaut zu werden einen Fulltimejob und berufliche Karriere machen will,

        Im Lebensmodell der (durchschnittlichen, kann man sich das eigentlich mal schenken? Lesbe kommen Kinder nicht vor.

        leider dann nur als Widerspruch in deiner Argumentation deuten.
        Was denn nun? Passen Kinder in das Leben einer „Durchschnittslesbe“ oder doch nicht?

      • Haselnuss

        „(…), weil Du (Maren, H.) Dir schwertust, das zu lesen was da steht und es sehr drauf anlegst das zu lesen, was Du glaubst, dass jemand sagen will.“
        Sorry, Stadtfuchs, ich lese das, was Rexi und Maren auch lesen.
        Gib’s zu, korrigier‘ dich und gut is‘.

  • Lotti Katzkowski

    Diese Maskulisten-Kacke in den comments macht mich so wütend. Ich bin froh, dass ich mit jemandem zusammen bin, der sich sehr gut vorstellen kann, die „Mutter-Rolle“ zu übernehmen und der mehr noch als ich das kalte Grausen kriegt bei dem Gedanken einer Vorstadtfamilie im Reihenhaus. Und wenn ich schon wieder höre, dass Sorge-Arbeit keine Arbeit ist und eine auf Kosten anderer lebt, könnte ich ausrasten. Es wird Zeit, dass wir endlich weg kommen von den unterdrückenden klassischen Rollenmustern und von der Vollzeit-Erwerbstätigkeit. Den frauenfeindlichen Männern in dieser Runde, die uns hier schon wieder die Welt erklären möchten, empfehle ich ganz dringend mal einige Stunden aufgeschlossenen Schmökerns bei http://antjeschrupp.com/. Bitte. Danke.

  • guinness44

    Liebe Maren, wann immer eine Entscheidung bei Dir ansteht wirst nur Du sie treffen können. Egal was die Leute hier schreiben, was Deine Freunde und Verwandte sagen, am Ende kannst nur Du sagen, was für Dich richtig ist und was nicht. Das ist auch gut so, denn nur Du wirst mit den Konsequenzen leben müssen.

    Wenn Du mit Leuten sprichst, dann „quäle“ sie solange, bis sie Dir ihre ehrliche Meinung sagen. Wann immer es um Familie und Karriere gibt es meist eine offizielle und eine inoffizielle Version. Letztere ist die interessantere Version. Du solltest mit Frauen und den Männern sprechen. Du solltest mit Frauen/Männern sprechen, die sich für die Karriere und gegen die Familie entschieden haben. Du solltest mit denen sprechen, die sich für die Familie und gegen die Karriere entschieden haben. Du solltest mit den sprechen, die sich für beides entschieden haben. Du solltest mit den sprechen, die die Kinderbetreuung früh ausgelagert haben und mit denen, die sie erst später ausgelagert haben. Du solltest mit den sprechen, die bereits etwas älter sind und die Kinder bereits etwas älter sind. Du solltest die Leute fragen nach den glücklichen Momenten und nach den miesen Momenten. Du solltest die Leute bitten ihren jeweiligen Lebensentwurf (ohne zu lügen) besonders positiv UND besonders negativ darzustellen.

    Bei den Männern solltest Du insbesondere fragen, was sie ihren Töchtern (falls sie welche haben) raten würden. Da bekommt man auf einmal sehr interessante Ansichten zu hören.

    Die Erfahrungen der anderen können Dir Hinweise geben, aber ob dies für Dich zutrifft oder nicht, wirst Du erst merken, wenn es schon zu spät ist. Wenn Du Dich nach Erfahrungen umschaust, dann schau Dir auch an, wie es außerhalb Deutschlands gehandhabt wird. Oft werden Frankreich, Spanien aber auch Norwegen genannt. Insbesondere Norwegen scheint einige interessante Ansätze zu haben.

    Viel Glück

    • onyx

      „Bei den Männern solltest Du insbesondere fragen, was sie ihren Töchtern (falls sie welche haben) raten würden. Da bekommt man auf einmal sehr interessante Ansichten zu hören.“

      Da kann ich mich nur anschließen.

      • guinness44

        Das ist schon faszinierend wie der Groschen fällt. Man kann förmlich zusehen wie sich bestimmte Meinungen ändern, wenn es um die eigene Frau geht bzw. die eigene Tochter. Andererseits ist es gut, denn damit gibt es wieder ein Stück mehr Normalität.

  • tom174

    Alter Post, ich weiss. Ich komme von hier: http://allesevolution.wordpress.com/2013/09/11/lebensentwurfe-heute-wie-junge-frauen-und-manner-in-deutschland-leben-wollen/#comment-92490

    Deine Ängste sind sowohl begründet, als auch unbegründet. Ein Kind ändert das Leben der Eltern radikal. Prioritäten verändern sich mehr, als man sich das vorstellen kann. Unser Plan war der Folgende:
    Meine Frau nimmt 1 Jahr Elternzeit, danach Kita, Sie wollte wieder arbeiten, das erste Jahr Teilzeit, ab Kindergarten dann auch wieder Vollzeit, wir suchen uns eine größere Wohnung in der Stadt, und trotz Kindes wollen wir weiterhin Dinge mit unseren Freunden machen, und unsere Berufe ausüben.

    Geworden ist dadraus Folgendes:
    Als die Kleine 16 Monate alt war wohnte ich statt in einer netten Studi-Gegend-Altbau Wohnung in einer neugebauten Doppelhaushälfte, mitten in einem Mittelstandsghetto in einem Vorort von einem Vorort von einem Vorort. Wir haben fuhren einen Kombi. Das Teilzeit arbeiten nach einem Jahr Ding haben wir nach wenigen Wochen beendet. Meine Frau hatte schlicht keine Lust, von der Tochter getrennt zu sein (und mit einem 8h Deputat hatte sie auch einen beschissenen stundenplan, alles fachfremd). Also die Erziehungszeit ausgenutzt, 2 Jahre nach der Geburt haben wir uns für ein weiteres Kind entschieden. Nachdem die KleineKleine nun auch im Kindergarten ist, unterichtet meine Frau nun wieder, allerdings auch unterhälftig.
    Was hat sich bei mir geändert?
    Ich bin äusserlich einer der Leute geworden, über die ich mich früher lustig gemacht habe. Ich kann nicht mehr nach Feierabend einfach mal mit meinen Kollegen ordentlich einen trinken gehen und spass haben, es geht natürlich heim zur Family. Meine normale 60-70h Woche hat sich reduziert auf so ungefähr 50h, mal mehr, mal weniger.
    Die Verantwortung für meine beiden Kids schränkt natürlich auch mich ein. Um in meiner Karriere weiterzukommen, müsste ich eigentlich meinen Arbeitgeber wechseln, am besten wieder ins Ausland gehen. Das ist nun nicht drin (klar, könnten wir, aber das wollen wir für unsere Kids nicht. irgendwann mal mit Ihnen ins Ausland, klar, aber nochmal 2 Jahre in einem Entwicklungsland? Auf keinen Fall. Der medizinischen Versorgung dort würde ich meine Kids nicht aussetzen). Aber auch ein anderes Bundesland wäre schwierig, da meine Frau Beamtin ist.

    Klingt alles wie dein Alptraum, oder?
    Ich kann dir sagen, das Gegenteil ist der Fall. Ja, wir haben beide eine Doppelbelastung, ja, wir leben sogar in einem Lebensmodell, dass wir früher zumindest belächelt haben. Aber es macht uns beiden unendlich viel Spass und wir würden nichts anders haben wollen. Klar, wir leben in einer absoluten Ausnahme Situation. Als verbeamtete Lehrerin kann Frau arbeiten, soviel sie mag, das auch jährlich wechseln. Einen Karriereknick bei ihr gibt es nicht. Trotzdem ist das ihr Traumjob, die Priorität auf Kindererziehung hat das für sie aber unwichtiger erscheinen lassen. Das war echt nicht abzusehen.
    Muss das so sein? Nein, sicher nicht. Jeder kann da seinen Weg finden. Aber unterschätzt nicht, wieviel Impact ein Kind auf eure Prioritäten hat, und urteilt nicht über Lebensmodelle, bloß weil ihr glaubt, dass die nicht das Richtige für euch sind.

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