Farewell

Meine liebe, süße Katze Mona Kragenbär ist gestorben.

Sie war die süßeste, anhänglichste, liebste Katze überhaupt. Meine Bärin. Dick, schwarz und plüschig, sowas von überhaupt nicht elegant oder dezent, aber dafür unheimlich klug und, sofern man das von einer Katze sagen kann, mit einem riesigen weichen Herz. 

Wenn sie rauswollte, kam sie zu einem und gab Bescheid. Als eine unserer Katze, mit der sie zeitgleich geworfen hatte, krank wurde, nahm sie deren Katzenkinder selbstverständlich an. Wenn es mir schlecht ging war sie da, schnurrend wie ein Rasenmäher dem Öl fehlt. Wenn sie was vom Menschenfutter abhaben wollte, saß sie still da und guckte einfach, bis man ihr (natürlich) was abgab.

Niemals hat sie mich oder wen anders gekratzt, gebissen, oder auch nur angeknurrt. Sie lag stundenlang unter meinem Pulli und schnurrte, glücklich, bei ihrem Menschen zu sein.

Sie ist schnurrend gestorben, nachdem sie mich durch 15, oft sehr schwere, Jahre begleitet hat. Offenbar hatte sie einen Schlaganfall, war gelähmt, lag miauend im Regen (sie miaute sonst nie) und ist dann, zum Glück, 2h später friedlich eingeschlafen, im Kreise ihrer lieben Menschen.

Kinch hat mir auf Twitter ein wunderschönes Gedicht geschickt, „Trauercarmen in memoriam unserer plötzlich heimgegangenen Katze“ von Klabund:

Unsere alte Katze ist verschieden,
War so sanft und gut.
Ach, sie war des Hauses Trost und Frieden,
Und nun liegt sie da in ihrem Blut.
In Gestalt des Lifts kam er geschlichen,
Lautlos, tückisch, flink: der Tod,
Bis sie unter seiner Eisenfaust verblichen,
Und das ganze Treppenhaus war rot.
Nimmer wirst du mehr im Schoß der Herrin schnurren oder schnarren,
Und der Herr, er krault dich nicht von Zeit zu Zeit.
Unterm Schnee wird man dir eine Grabstatt scharren
Nur zwei Schuhe breit.
Aber einst wird die Posaun ertönen,
Wenn der Katzengott zur Auferstehung bläst.
Und du wandelst dann mit vielen schönen
Katern zum erkornen Fest.
Wie behaglich wirst du in das Himmelsbett, des Himmels Bett dich schmiegen.
Mäuse gibt es ohne Zahl und keinen Hund.
Jeden Tag wirst du ein andres Junges kriegen,
Weiß und schwarz und scheckig oder bunt.
Aber unsre Tränen tropfen, und wir raufen
Uns die Haare sonder Ruh.
Zwar man könnte eine andre Katze kaufen,
Aber das wärst doch nicht du.
Was auch Darwin oder Haeckel sage:
Eine Seele hattest du gewiß.
Und so rinnt denn unsre Totenklage
In die uferlose, in die Finsternis.

Danke dafür, es ist wirklich schön.

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