Monatsarchiv: Januar 2014

Eine Stöckchen-Retrospektive (Feministinnen Edition)

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot ausging von erzählmirnix, dass alle Welt sich zum Maskulismus äussere. Und diese (Ein-) Schätzung war die allererste und geschah als Merkel Statthalterin in Deutschland war. Und jedermann ging, um seinen Senf abzulassen, ein jeder in seinem Blog.

Auch wir Feministinnen wurden aufgefordert uns zu äußern, was sowohl onyx als auch Robin sehr schön gemacht haben.

Was gibt es also hinzuzufügen, fragt ihr euch? Wenig, meine Freunde. Und viel.

Ich frage mich nämlich: Warum zum Geier soll es wichtig sein was Feministinnen über den Maskulismus denken?

Es wurde sowohl von Robin als auch von onyx bemängelt, dass die sichtbarsten „Männerrechtsbemühungen“ sich darin erschöpfen, sich wieder und wieder am Feminismus abzuarbeiten, was denn alles so schlimm, grausam und falsch am „real existierenden Feminismus“ sei. Da ist mEn eine Distanzierung ganz dringend nötig, um überhaupt mal was gebacken zu kriegen, weil, let´s face it, an den meisten Diskriminierungen ist der Feminismus nicht schuld (Wehrdienst, ich sehe in deine Richtung!)

Nun sollen also Feministinnen salomonisch entscheiden, was am Maskulismus gut und ehrbar ist, und was schlecht und verachtenswert. Als wäre es wichtig! Als würde die Kritik ernstgenommen! Als würde irgendwas genannt werden, was nicht sowieso bereits seit Ewigkeiten heruntergebetet wird!

In den Kommentaren bei Robin wurde es auch ziemlich schnell klar, dass einige Maskus (Kurzform ^^) sich eigentlich nur die Äußerungen rauspicken, die nicht das Verhältnis zum Maskulismus reflektieren, sondern das zum Feminismus.  DA wurde dann nachgefragt, wie das denn gemeint sei mit den gläsernen Decken, und überhaupt, DAS sei doch mal eine Diskussionsgrundlage, endlich kriegt man se ma zu packen!

Und überhaupt, es ist fast schon beleidigend, wenn man wieder und wieder überrascht gefragt wird, was man denn so schlimm am Maskulismus findet, wenn man einen großen Teil seiner online Zeit damit verbringt, es an konkreten Beispielen zu erläutern. Wir positionieren uns ständig zum Maskulismus, es ist nur einfach egal, weil wir Feministinnen sind, und sowieso was gegen Männer haben, deswegen ist Kritik von unserer Seite, seid ehrlich, gar nicht gewünscht.

Von daher hab ich keinen Sinn darin gesehen mich offiziell zu äußern, ich mag auch nicht ein Postergirl dafür sein, dass der Maskulismus frauenfreundlich und durchaus bereit ist, mit Feministinnen in den Dialog zu treten. Weil, das ist er (mit wenigen Ausnahmen) nicht.  Er ist ein Sumpf voll mit reaktionärem Gedankengut, voller Sexismus, Rassismus und zuguterletzt Klassismus, weil er offenbar ein Klientel anzieht, dass für sowas aufgeschlossen ist. Ständiges anonymes Rumbitchen über vertrocknete Emanzen ohne tatsächlich in Organisation und Aktionen eingebunden zu werden? Awesome!

Auch über die allgemeinen Strukturen dieser Bewegung wäre einiges zu sagen, weniger bloggen, mehr demonstrieren!!! Es ist schon arg witzig, wenn jemand in einem Forum sagt, dass er sich jetzt echt mal männerrechtstechnisch engagieren will, und er ERNSTHAFT! sinngemäß gefragt wird „Super, weißt du schon wie du deinen Blog nennst?“ (war auf allesevolution, der Frager war elmardiederich, glaub ich).

Es wird gebloggt und getwittert was das Zeug hält, aber wenn es mal um was anderes als Feministinnen trollen, intellektuelle Kraftmeierei oder Witzchen über Frauen geht, ist da schnell nix mehr.

Stattdessen werden dann Feministinnen angesprochen, sie mögen doch männerrechtliche Anliegen in ihr Portfolio aufnehmen („Feministinnen machen ja auch nix gegen Beschneidung/Wehrdienst/ungerechte Scheidungen“). So nicht, Kollegen Schürschuhe! Erst beleidigen und dann sollen wir noch eure Arbeit machen? Nee.

Somit sind wir dann auch wieder bei der Anfangsfrage angekommen: Warum zum Geier soll es wichtig sein was Feministinnen über den Maskulismus denken?

Weil sie offenbar als ein Hauptakteur miteingeplant sind. Nun gut. Wenn ihr mal eine konkrete Aktion plant, könnt ihr mich gerne fragen, ich helf ja immer gerne. Aber ich mach keine PR für euch.

Grüße

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