Monatsarchiv: Februar 2014

Der Feminismus. Eine Gutenachtgeschichte.

Es war einmal in einem fernen Land, als Männer noch Männer waren und Frauen noch Damen. Da begab es sich, dass jenen Damen auffiel, dass sie vieles nicht durften, was Männern ihres Standes selbstverständlich zustand. Wählen zum Beispiel. Oder eine höhere Bildung erlangen.

So gingen sie auf die Straße und nutzten im Großen Krieg 1 die Gunst der Stunde, ihren Wert in den Positionen der abwesenden Männer unter Beweis zu stellen. Und ihnen wurden die Rechte gewährt. Sie nutzten sie, zaghaft erst, diese neuen Möglichkeiten, sie rauchten, sie verdienten eigenes Geld, sie hatten Sex ohne verheiratet zu sein.

Dann kam der kleine Österreicher und der Große Krieg 2 und alles wurde anders. Frauen wurden wieder darin bestärkt, ihrer „natürlichen Funktion“, als Hausfrau, Ehefrau und vor allem Mutter, nachzugehen. Aber die Männer fehlten, wieder, und erneut bewiesen Frauen ihren Wert, während die Männer in jahrelanger Kriegsgefangenschaft waren. Sie ernährten ihre Familien, sie leisteten Aufbauarbeit, sie gewöhnten sich an die neuen Verhältnisse in dem Land, welches nun Bundesrepublik Deutschland hieß. Und sie wurden müde, erschöpft von den jahrelangen Entbehrungen und Strapazen.

Als dann die Männer wiederkamen, die jahrelang weggewesen waren und ihren eigenen Überlebenskampf geführt hatten, nahmen diese das Zepter in die Hand, um die Normalität, oder das was sie unter dem kleinen Österreicher dafür zu halten gelernt hatten, wiederherzustellen. Und viele Frauen waren froh darum, dass sie nicht mehr alles allein zu tragen hatten. Denn es waren schwere Jahre gewesen, voller Entbehrungen. Und ein Mensch braucht Sicherheit.

So ging es eine Weile gut, Papa Adenauer sorgte dafür dass alle Männer Arbeit hatten, wobei ihm zupass kam, dass die Frauen vorerst zufrieden waren, Kind und Kegel zu hüten. Dann aber kam eine neue Generation Frauen, welche das vom kleinen Österreicher geprägte Gesellschaftsbild in Frage stellte, welche nicht mehr damit zufrieden waren. Und sie gingen wieder auf die Straßen, diesmal für ihr körperliches Selbstbestimmungsrecht. Denn es lag einiges im Argen im Wunderland BRD.

Und wieder wurden ihnen die Rechte gewährt. In winzigkleinen Schritten, als hätten die verantwortlichen Männer, denn es WAREN immer noch Männer die diese Entscheidungen zu treffen hatten, Angst. Wovor, ist nicht ganz klar. Den Frauen? Oder vor den Männern im Staat, die sich von zuviel „Frauenpolitik“ übervorteilt fühlen und wütend werden könnten? Denn die Männer WURDEN wütend. Sie hatten viele Namen für diese Frauen, die wenigsten waren schmeichelhaft.

Und die Frauen reagierten. Sie waren gewohnt, dass Männer bestimmten, was mit ihnen geschah, ob es nun darum ging, abtreiben zu dürfen, oder wie lang ihre Zigarettenpause sein durfte. Denn, ihr erratet es, immer noch war ein Großteil der Politiker, Chefs, etc. männlichen Geschlechts. Man hat es nicht so gern wenn diese Menschen einem böse sind, denn sie sitzen am längerem Hebel. Und auch wenn nicht, ist es unschön, wenn Vater, Bruder, Freund, Geliebter böse sind. Zudem waren einige der Männer so wütend, dass sie sehr gemeine Sachen äußerten, die ihrer Meinung nach den Frauen passieren sollten, die sympathisieren.
Manche setzten diese Ideen auch in die Tat um.

Den Frauen war dabei eher unwohl zumute, also sorgten sie dafür, den Männern wieder zu gefallen. Immerhin mussten sie mit ihnen zusammenleben. Sie machten sich schick. Sie wählten feminine Berufe, die Männer nicht störten, und die sie aufgaben, wenn es dem femininen Leitbild der liebenden Hausfrau und Mutter im Wege stand.  Sie gaben ihren Namen auf, wenn sie heirateten, trotzdem sie es lange schon nicht mehr mussten. Und sie kauften ihren Töchtern Spielzeug, dass diesen zeigen sollte, wie sie ebenfalls Männern gefallen können.

Falls ihr meint, dass euch das bekannt vorkommt, liegt ihr allerdings falsch. Den nun ENTSCHIEDEN sie sich dafür, anders als das ihre Mütter getan haben. Denn sie hatten ja die Rechte. Das reicht doch auch, denn wenn man sie nutzt, werden nur wieder Leute wütend. Man sollte vielmehr dankbar sein, dass die netten Männer sie einem gegeben haben, denn Frauen in Ländern ausserhalb des Zauberlands BRD ging es viel schlimmer.

Jaja, man kann schon froh sein in einem Land zu leben, wo die Männer so nett zu Frauen sind.

Und so geht es weiter, jeden Tag, und wenn sich doch mal ein Fünkchen Unzufriedenheit zeigt, oder Unsicherheit, ob das denn die richtige Lebensweise sei, so gibt es Dutzende Artikel, Bücher, Filme, die der Frau wieder auf den richtigen Weg helfen, denn: Rechte und Wahlmöglichkeiten hin oder her, es gibt doch nur einen Weg, als Frau glücklich zu sein.

Das zeigt uns schließlich die Geschichte sowie die Frauen die sich dafür entscheiden. Denn Emanzipation ist das was ALLEN gefällt, nicht wahr?

Und nun schlaft gut meine Kleinen, bald kommt der Tag, an dem ihr beweisen dürft, dass ihr richtige, emanzipierte Frauen seid. Indem ihr euch stets begehrenswert haltet und niemanden zur Last fallt.  Hier ist eure Barbie und eure BRAVO Girl.