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Fascinating Womanhood Chapter 12

Was bisher geschah…

Meine Theorie war ja immer, dass Helen Andelin FW geschrieben hat, um anderen Frauen zu helfen ihren grauenvollen Ehemann zu ertragen, von dem sie sich nicht trennen können, weil ihre christlich-fundamentalistische Community sie sonst ausstoßen würde.

Dann habe ich das vorliegende Kapitel gelesen und auf einmal wurde mir klar, dass alles deutlich düsterer ist, als ich bisher angenommen hatte.

Das Kapitel heißt Masculine PrideDon´t Wound His Sensitive Masculine Pride. 

Laut Andelin ist der Mann an sich sehr stolz und sehr empfindlich, was seine masculine qualities angeht, welche im Prinzip bereits erschöpfend in den vorherigen Kapiteln, besonders aber in Kapitel 5  behandelt worden sind.

If any of these masculine traits are weak or missing, his pride will prompt him to obscure this lack from the world as much as he can. […] he is sensitive when his status is not recognized or appreciated, or when he fails to achieve the status he seeks

Hu boy! Ich weiß ja nicht wie es meiner Leserschaft geht, aber in meinen Ohren hört sich das klar nach etwas an, was Feministinnen als toxic masculinity nennen.

A man cannot stand to have his masculinity belittled, ridiculed, or treated with indifference

One of these things is not like the others….

Aber lesen wir weiter:

How to avoid wounding his pride

Never suggest that he doesn´t measure up in his manhood […] In his efforts to care for his family, never imply that he could do better, or that someone else is doing better. Never indicate that his manly care and protection are not needed […] Never ignore a demonstration of his masculinity. And take care that you never excel him in anything masculine.

Stellen wir uns mal kurz vor, wir wären Helen Andelin und würden mit einem Mann zusammenleben, dessen Ego so dermaßen empfindlich ist, dass man nicht nur jedes Wort genauestens prüfen muss, sondern bei dem man sich selbst und seine Fähigkeiten, sofern sie denn als maskulin ausgelegt werden können, stets runterspielen muss, damit der Partner nicht beleidigt ist. Wie muss eine Beziehung aussehen, wenn so ein Verhalten als notwendiger Rat gegeben wird, damit das zusammenleben funktioniert?

Wie soll man aber nun mit den entsprechenden maskulinen Qualitäten umgehen, damit das zerbrechliche Ego nicht beschädigt wird?

The masculine body

Never say for example, „I don´t like beards“ or „Why did God make hair on men´s chests“. If he stands before you with his chest bare and his muscles flexed, hoping to win your admiration, don´t act indifferent.

Never suggest he build up his muscles or compare him to someone taller or stronger. If he is lacking in his sex function, avoid making an issue of it. Try to discover the cause and work for a solution

Fair enough. Die Anweisung hier ist quasi „Don´t be a dick to your husband“

A man can be painfully humiliated to have a woman excel him in anything requiring masculine strength or skill. […] To excel a man in anything masculine is to belittle him. It makes him feel like less of a man. […]

Don´t belittle, show indifference, or excel him in anything which requires masculine ability. This applies not only to skills in his work, but to other things such as carpentry, mechanics, fishing, hunting, masculine sports, math , or anything in which he has masculine pride. […]

For example, if your car is stalled and he is trying to fix it, don´t suggest he call a repairman. […] And if, through necessity, you must perform some masculine skill yourself, don´t outshine him.

Falls ihr euch wundert, so kommt es übrigens auch zustande, dass einige Männer glauben, dass Frauen komplett inkompetent in allen „nichtweiblichen“ Bereichen sind. Sie wurden dazu erzogen, immer schlechter zu sein als Männer. Und nein, es ist nicht so als wäre es ein Buch mit einer verschwindend geringen Leserzahl, es wird nach wie vor aufgelegt, wurde millionenfach verkauft und hat zur Zeit 56 Rezensionen auf Amazon.us.

Andelin weist auch mehrfach darauf hin, dass man seine Leistungen und Ziele nicht schmälern solle, egal wie diese aussehen. Ja, es ist sogar ein Vergehen, wenn man zu beschäftigt ist, ihm zuzuhören wenn er nach Hause kommt, oder wenn man ihn nicht permanent Honig um den Bart schmiert, wenn er was erreicht.

Man sollte dieses Buch umbenennen in „Masculinity so Fragile – The Book“ -.-

Dann gehts aber natürlich noch um die Persönlichkeit:

A previous chapter referred to character traits which seem to be distinctly masculine – decisiveness, steadfastness and aggressiveness, whereas women tend to be vacillating, submissive and complacent. Do not, therefore indicate that he is lacking in the masculine traits, or in any way inclined to be vacillating or submissive

Interessant oder?

Andelins Wortwahl lässt stark vermuten, dass sie schon der Meinung ist, dass dominante Frauen und submissive Männer (wenn man das Ganze schon auf zwei Extreme runterbrechen will) existieren, dass es nicht mal so selten ist, aber sie gibt hier klar die Anweisung, diese Impulse zugunsten des männlichen Egos zu unterdrücken. Wie schon vorher ab und an mal leugnet sie patriarchale Strukturen nicht, zieht aber aus den Gegebenheiten völlig andere Schlüsse, als es eine Feministin oder auch nur eine moderne Frau täte.

Nun geht es natürlich auch um die männliche Rolle als Ernährer der Familie, welche die Frau mit ganz besonderer Sorgfalt und Zartgefühl zu behandeln hat, insbesondere wenn sie – jepp – selber verdient.

Wenn sie denn nun unbedingt arbeiten MUSS, sollte sie folgendes vermeiden:

  • Remind him that he couldn´t make it without you
  • Complain about how hard you work, or how much you sacrifice because you work
  • Explain to everyone that you work because […] the family could not get by without the extra money
  • Tell everyone how much your parents do for you and how you could not get by without your help
  • Excel him in your work: Do a better job. Advance to a higher position. Bring home more pay

Muss ich dazu noch was sagen? In meinen Abenteuern im Masku-Land habe ich tausendfach gehört, dass es die Frauen seien, welche Wert auf einen gut verdienenden Partner legen, wofür sie den Begriff Hypergamie aus der Ethnosoziologie verwenden. Interessanterweise ist es aber offenbar so, dass es der Mann ist, der Wert darauf legt, die sogenannte finanzielle Oberhand in der Beziehung zu haben. Auch wird diese Art der Partnerschaft wohl in erster Linie in patrilinearen Gesellschaften (*hust* oder Patriarchaten *hust*) praktiziert. Der Leser mache daraus was er will.

Wenn ihr nun aber davon ausgeht, dass das Verdienertum für eine nichtverdienende Hausfrau eine nichtexistierende Klippe ist: Weit gefehlt!

Niemals, ich wiederhole, NIEMALS auch nur im entferntesten suggerieren, dass so ein bisschen mehr Geld schon ganz nett wäre, und niemals die Worte „We can´t afford it“ äußern! Und vor allem belästige ihn niemals mit den Gegebenheiten des finanziellen Alltags, auch und gerade wenn das Geld vorne und hinten nicht reicht!

Andelin macht uns mit dem fiktiven Paar Tom und Mary bekannt:

Tom sieht sich die Rechnungen an und bemerkt, fishing for compliments, dass es ja ganz schön teuer sei, eine Familie zu unterstützen.

Mary: „Well it´s not my fault! I scrimp and save, sew all the children´s clothing myself, make our own bread, and never buy a thing for myself. Other women got to the beauty salon [etc.], but I go without these things“ (Hoping to win appreciation)

Tom: „Do you really go without?“ (Hoping she will reassure him that she doesn´t)

Mary: „I´m only trying to help. I would rather go without the things I need, than see you worry“ (Hoping again for appreciation)

Das ist das Negativbeispiel. Andelin beschreibt, dass Tom nun eine Mischung aus Groll gegenüber seiner Frau und sich selbst fühlt weil es so aussieht als sei er ein Versager.

Das führt dazu, dass er gereizt bemerkt, er wäre wohl in ihren Augen kein toller Versorger, was?

Das Positivbeispiel fängt mit derselben Aussage Toms an:

Mary: „Doesn´t it, though? How have you managed so well? It must be a tremendous responsibility to provide for a family!“

Tom: „Oh, I don´t mind it, but it does has its trying problems. But, I feel capable of the job. Yes, quite capable!“

Mary: „It´s wonderful to feel secure and know that you will always provide for us!“

Wieder mal wird das fragile Ego der Mannes an allererste Stelle gesetzt. Es ist egal, ob sie kaum über die Runden kommen, die Hauptsache ist, dass Tom sich wie ein Held fühlt, weswegen finanzielle Probleme niemals angesprochen werden dürfen. Auch ist das Selbstwertgefühl von Mary, die ja keinen kleinen Beitrag leistet, keiner Erwähnung wert.

So reagieren Menschen, deren Leben ganz und gar von den Launen anderer Menschen abhängig ist, in Diktaturen zum Beispiel.

Andelin präsentiert noch ein paar andere Beispiele und Situationen , die Klippen für das männliche Ego darstellen könnten, in denen Männer ihren Frauen waghalsige Investitionen unterbreiten und ganz beleidigt sind, wenn sie ihn nicht sofort mit Lob überschüttet sondern diese Ideen praktisch und sachlich hinterfragt. Oder wo eine Frau ihrem Mann Tipps gibt, wie er den Unterricht in der Sonntagsschule verbessern könnte und er „violently angry“ wird und ihr vorwirft ihn nie geschätzt zu haben.

Oder mein persönlicher Liebling, wo ein Mann ein Theaterstück plant und seine Frau fragt, ob sie die Kostüme fertigt. Sie stürzt sich in die Arbeit, erfreut ihm helfen zu können und er bellt sie nach einiger Zeit an, sie würde sich ja gar nicht mehr für ihn interessieren, sondern nur für die Kostüme. ^^

Her failure was her all-consuming interest in the costumes rather than the play. She missed her opportunity to observe his talents as a director, organizer, and teacher. […] He felt hurt by her indifference to his talent and success.

Also das wäre eine Situation wo ich persönlich sagen würde „Mach doch deinen Scheiß alleine!“, aber was weiß ich unverheiratetes Ding schon.

Andelin fährt fort die Auswirkungen auf die Psyche eines Mannes, der solch grober Behandlung ausgesetzt ist, zu beschreiben und boy oh boy, ist es furchtbar!

Er wird ihr gegenüber zurückhaltend sein! Er wird taub und blind gegenüber der Schönheit der Welt und eventuell sogar impotent! Er wird anfangen sie anzulügen! Vielleicht sogar alles auf einmal!! Und alles nur, weil sie nicht genug gelächelt hat, als er nach Hause gekommen ist und sie war gerade dabei zu kochen und hatte keine Zeit ihm zuzuhören. Ja, das ist ein tatsächliches Beispiel aus dem Buch.

Es wäre nicht FW, wenn es keine Leserbriefe gäbe:

In einem schreibt die Frau eines Forschers/Seemanns (?), die monatelang mit 4 Kindern allein war, dass sie unheimlich unzufrieden war, weil sie sich gefühlt hat wie quasi-geschieden. Nachdem sie dann aber (ziemlich wortwörtlich) das Licht FWs gesehen hat, schrieb sie ihrem Mann lange liebevolle Briefe, in denen sie nicht mehr ihre Schwierigkeiten schilderte, sondern ihn in höchsten Tönen lobte und sich völlig unterwarf. Der Mann war entzückt und fand seinen Job auf einmal total doof, kam nach Hause und kaufte der Familie eine kleine Farm in Washington, auf der sie fortan alle zusammen lebten.

Und der Name der Mannes, der ihnen die Farm verkaufte? Albert Einstein. 😀

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Good night and good luck

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Fascinating Womanhood Chapter 11

Glaubt mir, das tut mir mehr weh als euch. Be prepared, wir besprechen die Family Finances.

Wir werden erst einmal wieder daran erinnert, dass der Mann das Geld nach Haus bringt und die Frau das Heim schön macht, ihn bestärkt und freudig Opfer bringt, damit er Erfolg hat. Gut dass sie´s erwähnt, es ist ja nicht so als hätten sich die letzten Kapitel fast ausschliesslich damit beschäftigt. Aber wir sind ja auch Frauen, unsere Hirne sind nicht für solche Schwerstarbeit ausgelegt wie sich Dinge über einen Zeitraum von mehreren Monaten zu merken.

Sie stellt hier also zunächst die These auf, dass es für einen Haushalt und eine Ehe das Beste sei, wenn die Frau ein gewisses Budget bekommt, womit sie die laufenden Kosten wie Essen, Kleidung, Haushaltswaren, persönliche Gegenstände etc. abdeckt, während der Mann sich um Sachen wie Miete, Strom, Versicherungen etc. kümmert. Geschmackssache möchte ich meinen, aber ok.

Das Budget sollte sich nach dem Gehalt des Mannes richten, aber er sollte schon so großzügig sein, dass etwas übrig bleibt, dass man behalten, sparen oder ausgeben kann wie man möchte. Awwww, Taschengeld… Wie nett.

Da der Mann ja nun das Geld nach Haus bringt, hat er natürlich auch zu entscheiden, was für Möbel oder größere Haushaltsgeräte angeschafft werden, die Frau hat bestenfalls ein Mitspracherecht. Auch sollte er die Frau konsultieren, wenn er das Ersparte investiert, es sei aber nicht bindend. Auch werden wir direkt ermahnt, dass ein Streit diesbezüglich die Beziehung problematisch macht.

Whatever you gain by having more control is lost in a dampened relationship

Ja, würd ich auch sagen dass es die Beziehung dämpft, wenn er den Collegefund der Kinder verjubelt. Also besser mal die Klappe halten.

Wie sollen wir uns nun aber verhalten wenn finanzielle Schwierigkeiten auftreten? Etwa arbei… Huch, natürlich nicht!

1. Reduce expenses: Man solle doch mal schauen inwiefern man Einsparungen machen kann, z.B. bei Versicherungen, Essen oder dem Musikunterricht der Kinder. Auch könne man überlegen doch das 2. Auto zu verkaufen. Ahahahaa… Helen, du hast keine Ahnung wovon du redest oder? Ich würde auch darauf wetten, dass nicht sein Auto verkauft wird, trotzdem es eigentlich den ganzen Tag auf dem Firmenparkplatz rumsteht. Nur so ein Gefühl.

2. Trim the luxuries: Ob sie wieder Essen und Versicherungen anführt? Schlimmer. Sie beschwört uns, die Ausgaben soweit zusammenzuzurren, dass man „gut“ leben könnte und auch etwas zum Sparen über hätte. Sie beschwört uns dazu, uns doch nicht von der bösen Werbung beeinflussen zu lassen, die uns dazu bringt monatlich das neuste Haushaltsgerät zu kaufen. Auch die kleinen Luxusse (?) sollten wir uns abschminken. Auch hier denke ich, dass nicht der Mann von den Einsparmaßnahmen betroffen sein wird. Könnt ihr euch vorstellen, wie eine „Fascinating Woman“ ihrem Mann beibringt, dass sein Whiskey oder sein Rasierwasser nicht mehr drin sind? Ich auch nicht.

Welche Probleme können denn nun in diesem Zusammenhang auftreten?

Oha.

1. Confusion of roles: Ok, das ist einfach dumm. Sie schreibt, dass manchmal der Mann der Meinung ist nur Geld verdienen zu müssen, aber seiner Frau alles Finanzielle überlässt. Wenn er dann an das Ersparte rangeht, um es zu „investieren“ ist das dann nicht ok. Ok wäre es aber hingegen, wenn er das Finanzielle händelt, weil derjenige, der das Geld verwaltet, das Recht hat es auszugeben. Das ist das erste dumme. Noch dööfer wirds aber, als sie meint, dass es inhärent schädlich wäre, wenn die Frau denn dann diejenige sei. Weil darum. Blöd.

Dann kommen wir natürlich wieder auf ihr Lieblingshassthema zu sprechen, arbeitende Frauen. Es sei nämlich total blöd wenn die Frau so beschäftigt mit Geldverdienen und Geldsorgen ist, dass das Haus nicht mehr schön ist, sodass der Mann (nicht die Kinder oder sie selbst, der Mann!!!) nicht den Frieden findet, den er braucht.

No wonder he has difficulty solving his money problems or making greater strides in his work

Aaaaaargh!

2. Stress for the wife: Im Wesentlichen wiederholt sie hier nochmal die Thesen von Punkt 1, dass der Mann als Provider auch über das Geld bestimmen muss. Interessanterweise beklagt sie hier, dass die Frau ja nicht in der Lage ist, an z.B. einer schlecht bezahlten Stelle was zu ändern (auch weil der Mann im Beispiel zu doof ist um zu verstehen, warum mehr Kinder auch mehr benötigtes Geld bedeuten und die Notwendigkeit nicht sieht die besser bezahlte Stelle anzunehmen. Ernsthaft!). Das ist ja nun wiederum ein bekanntes feministisches Anliegen gewesen, nur zieht sie hier andere (blödere!) Schlüsse daraus.

Auch sei es ein ganz furchtbares Problem, weil ja die Frau so ihren „sparkle and charm“ verliert, ja sogar krank werden kann.

Women were not designed to worry about money

Und Männer nicht dazu Autos zu fahren, aber guck an, sie tuns. Und sie sagts schon wieder:

If they [men] don´t have enough money, they can work a little harder to increase their income

Für Frauen stünde sowas völlig ausserhalb der Möglichkeiten… -.- Dann spricht sie noch kurz über die Frauen, die freiwillig die Finanzen übernehmen, weil sie ihrem Mann nicht trauen oder meinen (*gasp*) sie könnten es besser. Aber diesen Frauen wird es schlimm ergehen, weil sie sich entweder übernehmen, oder,  was schlimmer ist, wirklich GUT darin werden, was natürlich einen Verlust ihrer Weiblichkeit bedeutet. (Das steht da so! Ich denk mir das nicht aus! Kauft das Buch und lest nach wenn ihr mir nicht glaubt!)

3. When a man makes a mess of things:Ja was ist denn nun wenn man jetzt erleuchtet alles in seine Hände gibt und er loost total ab? Nicht nervös werden oder die Rechnungen kontrollieren. Das muss er jetzt LERNEN! Helen, hast du eine Ahnung, was er alles versauen könnte? Ich geh am Stock! Zudem, es sei ja auch die Schuld der Frau, man hat ihm ja die Möglichkeit verwehrt, Erfahrungen zu machen, böswillig verwehrt! Aber sein Verantwortungsbewusstsein wird wachsen, dann wird alles besser. Man solle ihm auch zeigen wie viel FRÖHLICHER man nun sei, dass er sich jetzt um alles kümmere, wie erleichtert man sei, und das wird auch sein finanzielles Geschick verbessern. Irgendwie.
Solange gibts halt nur Kartoffeln und aus den Säcken schneidert Mami dann Klein-Sally ein hübsches Schulkleid. Jippieh!!

Da wir gerade bei den Kindern sind, wie soll man ihnen den Umgang mit Geld beibringen, und wie umgehen mit Geldsorgen. Da stimme ich HA zu, die Kinder sollten es nach Möglichkeit nicht mitbekommen. Aber sie sollten auch die Grenzen des Familieneinkommens kennen um abschätzen zu können, was sie erwarten können. Und, wie gesagt, Umgang mit (eigenem) Geld. Dazu sollte Taschengeld gegeben werden, dass aber nicht durch Arbeiten im Haushalt kompensiert werden sollen, da diese unabhängig vom Taschengeld als generelle Pflichten gesehen werden. Helen, da sind wir ja mal einer Meinung. Schau an. Hm. Hmmmmmmm. Als nächstes spricht sie davon, dass ältere Kinder Geld durch Babysitten oder Zeitungen austragen verdienen sollten. Aber Helen! Doch keine weiblichen Kinder oder?? Und dann soll man das Kind spielerisch ans Sparen und generelle Vermögensverwaltung ranführen. Wieder, meint sie hier ALLE Kinder??

Leserbriefe!!!

Da haben wir einmal den Fall einer Frau, die nach Lektüre von FW ihrem Mann seine Pflichten zuführen wollte, und der wollte nicht! Der wurde richtig wütend und warf Stühle, weil er beleidigt war, dass er vorher beim Geld nix zu sagen hatte. Dann zeigte sie ihm die Seiten in FW über die Rolle des Mannes und er wurde auf einmal sanft und weich und nahm die Scheckbücher an sich. Am Ende der Woche gab er ihr 15$, weil er die jetzt übrig hätte. Er würde auch dieselbe Arbeit für die sie als dummes Frauchen mehrere Stunden pro Woche gebraucht hätte, in einigen Minuten alle 2 Wochen erledigen. Und sie wüsste ja, dass sie alles von ihm kriegt, so lange es nicht selbstsüchtig ist (??) und er es sich leisten könne. Herzerwärmend.

Dann noch das Beispiel einer Frau, die nach dem Verlust zweier Häuser, eines Autos und dem kompletten Bankrott nicht mehr nervös deswegen ist, weil sie einfach die Rechnungen nicht mehr öffnet! Es ist ja nicht ihre Aufgabe! So einfach ist das! Aua aua aua…

Das nächste Kapitel wird glaub ich spaßiger, da geht es dann um Masculine Pride (grunz). Also seid auch beim nächsten mal wieder dabei.

God night and good luck


Fascinating Womanhood Chapter 10

So, da simma wieder. Hat ja auch nur 3 Monate gebraucht. Hmja.

Der Titel des heutigen Kapitels ist  The Provider.Wir beginnen mit einem Bibelzitat, das uns erklärt, warum denn der Mann seit Anbeginn der Zeit immer der Ernährer war, thou shalt eat thy bread in thy sweat of thy feet und so weiter. Frauen hingegen sollen Kinder kriegen. Duh.

This arrangement has been honored by tradition, custom, and even courts of law.

Ach so, ja dann. Zudem sei es auch ein inhärentes Bedürfnis des Mannes, seine Kinder finanziell zu unterstützen. Um diese These zu bekräftigen und zu zeigen wie romantisch das ist, präsentiert uns HA folgenden nursery rhyme:

By, baby bunting, Daddy´gone a hunting, To get a little rabbit skin, To wrap his baby bunting in.

Awwwww. Wir möchten uns auch vorstellen, wie Mami zuhause alles nett macht, während Papi draußen in der Welt mit den Elementen struggelt. Jepp, so wird das ausgedrückt. Das sollten wir auch nicht als selbstverständlich ansehen (würde ich auch nie tun), sondern als etwas, das essentiell ist für eine tiefe Zufriedenheit, die von nichts übertroffen wird.

Zudem habe der Mann ein tiefes inneres Bedürfnis als Ernährer gebraucht zu werden und vor allem besser als Frauen zu sein!

A man´s feeling of worth can be undermined when he sees women in the work force doing a better job than he, advancing to a higher position, or earning more pay. How much worse when his own wife excels him.

Poor Baby. Das geht ja auch nicht, dass eine Frau, die ja per se ein minderwertigeres Geschöpf ist, in irgendetwas besser ist als er. Das muss man einsehen.

Aber was genau soll denn ein Mann providen? Sie zitiert dazu 2 verdammte Seiten lang aus dem Buch ihres Ehemannes „A man of steel and velvet“ Steel and Velvet… *kicher* Ernsthaft, wieso nutzen misogyn-konservative Autoren oft so eine pompöse, kitschige Bildsprache, gibts da nen Zusammenhang? Anyway, was sagt Herr Andelin dazu?

Erstmal nicht soviel anderes als seine Frau, interessant wird es da, wo er es als den göttlichen Plan ansieht, seiner Frau einen eigenen Haushalt zu geben.

It´s important that a man provide a shelter seperate from anyone else. This is important for the sake of privacy and giving the wife the opportunity of making a home in her own way. […] Perhaps this is why a special instruction was given by God in the very beginning: „Therefore shall a man leave his father and mother and cleave unto his wife“ (Gen 2:24)

Lustigerweise, ich habs mal nachgeschlagen, ist das die Stelle wo Gott grade Adam und Eva erschaffen hat, das Konzept Mutter und Vater gab es also so noch nicht. Zudem, ich denke dass es einem der 10 Gebote widerspräche, wenn man seine alten Eltern sich selbst überlässt, um seiner Frau eine eigene Einbauküche zu ermöglichen. Und, wie uns die Geschichte lehrt ist ein Kleinfamilienhaushalt eher eine Erfindung der Neuzeit.

Kein Wunder dass der Mann ständig Schiß hat übertroffen zu werden… Wir sind aber mitnichten am Ende seiner Weisheit angekommen, da er uns noch belehrt, dass es zwar des Mannes Pflicht sei, für die Notwendigkeiten zu sorgen, nicht für ne schicke Wohnung oder nette Klamotten, welche er unter Luxus verbucht. Obendrein solle er zwar für eine basic education seiner Kinder sorgen, alles was darüber hinausgeht

higher education, music lessons, the arts and cultures […] are not mandatory

Das liegt auch daran, dass er seine Zeit, statt unnötigen Luxus wie eine gute Bildung für seine Kinder zu finanzieren, dazu verwenden sollte, seiner Familie „Werte“ beizubringen und darüber hinaus braucht er auch Zeit für sich selbst (for recreation, study and meditation) und natürlich soll er seine Talente auch der Gemeinde zur Verfügung stellen. Interessant, wie hier der Mann bestärkt wird auch auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten, ein Konzept was für Frauen in der Form offenbar nicht besteht, da ihre Bedürfnisse einzig und allein daraus bestehen, es dem Mann und den Kindern nett zu machen. Komisch.

Die nächsten 2 Seiten zitiert sie aus einem anderen Buch (lazy much?) , diesmal „The Power of Sexual Surrender“ (1959) von Marie Robinson . Dr. Marie Robinson, wie HA sie nennt (lt. meiner Recherche hat sie keinen Doktortitel) hatte große Erfolge bei der Behandlung Drogenabhängiger (machte Methadon als Ersatz gebräuchlich), so sehr, dass sogar ein Preis und eine Straße in Hamburg nach ihr benannt wurde. Dennoch hatte sie wohl konservative Ansichten bzgl. Sex und Ehe, die sie in diesem Buch teilt. Der hier zitierte Abschnitt soll wohl in Frauen Schuldgefühle auslösen, sie schreibt, wie Männer ständig kämpfen müssten und dass Frauen, in ihrer natürlichen Funktion als Hausfrau und Mutter, keine Ahnung davon hätten. Weiterhin geht es in dem Buch (das wohlgemerkt vor dem 2nd Wave Feminism geschrieben wurde) darum, dass Frauen damit zufrieden sein sollten, im Haus zu verbleiben, weil das ihre naturgegebene Aufgabe sei, dass Frauen mit klitoralen Orgasmen frigide seien, und dass der Feminismus an allem Schuld sei (seit 1792) Hier eine wohlwollende Review dieses Buches Ziemlich irre.

Anyway, HA möchte wohl jetzt doch noch selber das ein oder andere zu dem Thema beitragen und fragt nun, ob denn arbeitende Frauen (igitt) denselben Druck verspüren würden wie Männer. Natürlich nicht. Frauen könnten ja jederzeit aufhören zu arbeiten, und würden nichts weiter als finanzielle Probleme haben (duh!), zudem sei die Doppelbelastung ja selbstgewählt. Männer hingegen bekommen sofort drückende Schuldgefühle, wenn sie einmal nicht arbeiten, sie würden eine moralische Verpflichtung haben Geld zu verdienen.

Was sollte also eine gute Ehefrau tun um ihren Mann zu unterstützen?

1. Reduce expenses  Wie das gehen soll, werden wir im nächsten Kapitel erfahren.

2.Reduce demands on his time Wenn er von ewigen Überstunden nach Haus kommt sollte man ihn nicht noch mit Familienleben belästigen.

3.Live your feminine role Ha! Statt den Mann beim Geldverdienen zu entlasten indem man selber was dazu verdient, soll man lieber ein nettes Heim bereiten, immer fröhlich sein und gucken dass er es nett hat. Weil das bei finanziellen Sorgen viel effektiver ist. Helen, wir ALLE wissen, dass du einfach keinen Bock hast zu arbeiten. Tu nich so.

Und natürlich 4. Live all of Fascinating Womanhood  Weil Darum.

Nun spricht sie ein wenig davon wie wichtig Status für einen Mann ist, wie essentiell für ihn besser als andere Männer zu sein. Das sähe man an verschiedenen Sportarten und auch im Tierreich. Es sei auch eine Eigenschaft, die truly feminine women komplett fehle. Also, falls ihr ehrgeizig seid, seid ihr keine richtige Frau. Merkt euch das Mädels!

Aber noch viel wichtiger als die Anerkennung  der Welt sei einem Mann die Anerkennung seiner Frau. Alas, die meisten Frauen seien doofe Nörgelziegen, die sich beschweren dass er spät nach Hause kommt, meckern dass ein anderer Mann es genauso gut gekonnt hätte sollte er einen Preis gewinnen (wer macht sowas?) oder ANDERE Männer loben, so wildfremde wie ihren Vater oder ihren Bruder (Miststücke!) .

Weil Frauen ja per default keine Ahnung haben wie es ist Talente oder Ehrgeiz zu haben erklärt sie dann nochmal rasch das Konzept und klärt uns darüber auf, dass es ganz natürlich sei, wenn ein talentierter, ehrgeiziger Mann seine Familie vernachlässigt um seine Ziele zu erreichen und dass es die Aufgabe der Frau sei, ihm den Rücken freizuhalten und sich glücklich zu schätzen, so einen tollen Mann zu haben. Da frage ich mich nun, was hat man von einem Supermann, wenn man ihn nicht sieht? Oder die Kinder? Naja ok, man kann mit ihm angeben.

Dann haben wir einen Leserbrief von einer Frau, die vor der Lektüre von FW immer bedacht war, einen realistischen Gegenpol zu ihrem träumerischen Künstlerehemann zu bilden. Indem sie ständig an seiner Arbeit rumgenörgelt hat und nie etwas gelobt hat, was aus seiner Feder kam sondern immer sagte, „Meh, der Film/das Buch/das Lied ist aber besser als deins“. Ich muss wieder fragen: WER MACHT SOWAS?? Das ist einfach gemein! Anyhoo, sie hat damit aufgehört und nu is alles besser.

Zum Schluß erinnert uns HA nochmal daran, UNTER KEINEN UMSTÄNDEN in irgendwas besser zu sein als unser Mann, weil das sein fragiles Ego beschädige! Er muss sich gebraucht fühlen, seine männliche Rolle ausfüllen und vor allem besser als Frauen sein. Weil Frauen irgendwie scheiße sind. Isso.

Seid auch beim nächsten Mal wieder dabei wenn es heißt: Chapter 11- Family Finances

Good night and good luck


Fascinating Womanhood Chapter 9

Huhu! Das heutige Kapitel hat den Titel The Protector. Dann wollen wir mal:
Die Einleitung hinterlässt mich erstmal sehr verwirrt. HA spricht davon, dass Männer ja von ihrer „Bauweise“ her wunderbar zum Beschützer geeignet seien, weil sie größer, stärker und ausdauernder seien als Frauen. Hm. Frauen hingegen seien zerbrechlicher, schwächer

created for the more delicate tasks, like a precision machine, which runs smoothly and efficiantly, when used for the purpose intended

Hmmm. Was will sie uns wohl damit sagen? Egal. Sie spricht erstmal davon wovor wir armen kleinen zarten Dinger alles beschützt werden müssen.

Danger: Früher waren es Schlangen und Indianer, heute Entführung und Vergewaltigung. (Die wurden erst Ende des 19.Jhdts. erfunden). Aber auch mit bösen Hunden, tiefen Schluchten Abhängen und IMMER NOCH Schlangen ist nicht zu spaßen! Jaja! Und natürlich die üblichen Verdächtigen wie Spinnen und der Frauen eigener Schatten, die selbstverständlich für alle Frauen eine immense Bedrohung darstellen.  Das alles schreit geradezu nach männlichem Schutz!

Strenous work: Ja richtig gelesen. Frauen müssen vor schwerer körperlicher Arbeit geschützt werden! Da gehören so Dinge wie Sachen heben, Feldarbeit (gehört Unkrautzupfen dazu?), Möbel verrücken, streichen und Teppiche verlegen dazu. Ebenso Arbeiten, die sich für FRauen nicht gehören, wie Lastwagenfahren, Arbeit auf dem Bau und natürlich leitende Tätigkeiten und Politik. Moment…  Hmja, aber da wir ja bereits wissen, dass lt. HA eigentlich jede Arbeit für Frauen ungehörig ist, werden wir natürlich als gute Frauchen die wir ja sind den Teufel tun, zu arbeiten. Bäh!

Difficulties: Generell alle Alltagssituationen wo jemand gemein zu uns ist. Da Männer geborene Kavaliere sind, eilen sie natürlich gern herbei um uns zur Seite zu stehen, wenn… Ja wann eigentlich? Die kavalierenden Männer werden doch sicherlich niemals gemein zu uns sein! Auch werden sie nicht in der Lage sein, uns vor anderen Frauen zu beschützen, weil wegen Konflikt. Aber gegen Intersexuelle Menschen werden sie uns sicher gerne zur Seite stehen. Yay! 🙂
Nun stellt sich uns natürlich die Frage, ob Männer in diesen verrückten Zeiten noch ihre Pflicht erfüllen und uns vor allem Ungemach beschützen. Traurigerweise nein! Wir sehen Frauen in Männerberufen und Männer, die nicht 24/7 um sie herumscharwenzeln.

Women also battle the world of difficulties- face angry creditors, fight financial battles, and learn to cope with people who take unfair advantage of them

Und das ist schlecht, fragt ihr euch? Offenbar ja! Warum wird erstmal nicht gesagt, wir sollen aber auf jeden Fall wieder „weiblicher“ werden, um painful problems verschwinden zu lassen.

Problems wie in dem nun folgendem Beispiel. Er arbeitet zu viel und hat keine Zeit für zuhause, also emanzipiert sie sich und kriegt alles ganz gut alleine geregelt, die Kinder, den Haushalt, Reparaturen und Gemeindearbeit.

MIT FURCHTBAREN FOLGEN: Er bleibt weiter von zuhaus weg, fängt an zu trinken und sich permanent zu überfressen. Und die blöde Kuh kritisiert ihn auch noch dafür, hmmmmmmpf. Es ging wohl einige Jahre so, die Kinder waren aus dem Haus und si war bereit ihn endlich zu verlassen, als ihr endlich, in letzter Sekunde dieses Buch in die Hände fällt. Puuuuh, aufregend. Den Rest kennen wir. Sie hört auf zu nörgeln und er ist wieder nett zu ihr und glücklich. Warum sie das nach 10 Jahren Eiszeit wollen würde, wird nicht gesagt. Ebenso was das mit Beschützen zu tun hat. Aber yay, wieder eine Ehe gerettet!

Ha! Da hat uns HA wohl vorzeitig in die Leserbriefecke geschmuggelt, seh ich gerade. Hat wohl sonst auch nicht viel zu sagen zu dem Thema.

Der 2. Leserbrief hat auch nicht viel zum Thema beizutragen, nur dass die Ehe kaputt war, bla bla, sie macht FW,bla bla und nun pustet er ihr Zucker in den Hintern und kauft ihr sogar ein kleines Auto, damit sie sich nicht immer mit dem Männerauto abplagen muss. Das ist natürlich soviel besser als in der Lage sein sich selbst eins zu kaufen, weil man unweibliche Arbeit verrichtet. Weil darum!

So, das war ja nun ein unerwartet kurzes Kapitel (ich lese die immer in Echtzeit, also pro Blogpost lese ich ein Kapitel, daher war ich auch überrascht) Ein Schmankerl aus den Assignments möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten.

When you need him something heavy say, „This is too heavy for me. Will you please lift it for me?“ Or „Will you please lend me your masculine strength?“ Or “ Man of muscles, will you please give me your helping hand?“

Den 3. Satz werde ich vielleicht sogar mal benutzen. 😀

Seid auch beim nächsten Mal wieder dabei, wenn es heißt Chapter 9 – The Provider


Fascinating Womanhood Chapter 8 Part 2

Na, hilft ja nix.
Was bisher in diesem Kapitel geschah könnt ihr hier nachlesen. Da wir nun gelernt haben wie man weiblichen Rat gibt, lernen wir als nächstes, wie man weiblich gehorcht:
Erstmal werden wir aufgeklärt, WARUM wir gehorchen sollen. 1. Heavens Law  2. damit die Kinder ebenso gehorchen.

HA führt aus, dass, wenn die Frau sich weigert, she sets a pattern of rebellion for her children to follow. Das mag jetzt vielleicht abgeschmackt klingen aber: YOU GO, GIRL! Richtig so, wenn ich etwas nicht will, ist dass meine Kinder lernen stumpf zu gehorchen. Das ist aber ganz ganz furchtbar, weil die Kinder niemals lernen werden das Gesetz zu befolgen, oder eine Autorität anzuerkennen. Sie zitiert dazu C. Northcote Parkinson der die These vertritt, dass die Studentenunruhen in den USA der 70er komplett die Schuld von Frauen ist.

The general movement, I think, begins with the female revolution. Women demanded the vote and equality and ceased to submit to the control of their husbands. In the process they began to lose control of their children.[…]  Pop´s word was law and Mother´s most deadly threat was ‚I shall have to inform your father‘. Nowadays the mother can´t appeal to the children in that way because they have denied paternal authority themselves 

Oh dear, es scheint so als wären Drohungen das einzige adäquate Erziehungsmittel. Und nun ist es weg! Verdammt. Nun muss man tatsächlich sinnvolle, nachvollziehbare Konsequenzen erdenken, damit die Blagen halbwegs parieren. Naja, aus diesem Zitat zu schliessen steht Parkinsons „Argumentation“ auf ziemlich dünnen Eis. Leider finde ich dazu nichts im Internetz,  und Quellen scheinen auch nicht HA´s Ding zu sein, daher kann ich nicht sagen, ob HA etwas weggelassen hat, das dem ganzen mehr Substanz geben würde.
Ihre eigenen Kinder dagegen sind Musterbeispiele an Gehorsam, wie uns die folgende, aus dem Leben gegriffene Konversation, die überhaupt nicht ausgedacht ist, bestätigt.

„When we were growing up I would never have thought of disobeying Dad, would you, Kristine?“ „No I would never, ever have thought of disobeying Dad!“ HA: „Why would you never (ever) have thought of disobeying your father?“ „You were the key, Mom, because you always obeyed Dad, even when it was very difficult“

Oh, bitte! Sie beglückt uns nun mit einer Anekdote aus einer dieser schwierigen Zeiten, wo sie und die Kinder mit dem Wohnwagen nach Florida fahren, während ihr anderer Sohn als Missionar in Schweden war. Ihr wisst schon. Um die ungläubigen Schweden zu bekehren. Anyway, sie bekommen Bescheid, dass es ihm nicht gut geht und er nach Hause geschickt wird. Papa sagt sie sollten besser nach Hause fahren. HA hat aber die Idee (weil sie mit ihrem kleinen Ladybrain nicht in der Lage ist sowas abzuschätzen), er solle doch AUCH nach Florida kommen. Yeah! Ihr Mann setzt sich darüber hinweg, sie fahren nach Hause und alles ist gut. Was lernen wir daraus? Richtig. Gar nichts. Ausser dass es vielleicht eher personenbezogene Gründe sind, warum HA´s Mann ihre Meinung nicht berücksichtigt.

Puuuh, der nächste Abschnitt trägt den Namen Problems in the Patriarchy. Da bin ich ja gespannt. Ach nee, es sind eher Probleme die das Patriarchat gefährden könnten. Meh.

1) When the wife fears failure

Wir sollten immer und immer an unseren Mann glauben, auch wenn er Risiken eingeht, die sie in ihrem Ladybrain nicht versteht. Abraham Lincoln´s Frau Mary Todd (warum hieß sie nicht Mrs. Lincoln?) z.B. hat immer an ihn geglaubt! Deswegen ist er auch ein so großer Mann geworden. Nicht weil er so klug war und die Sklaverei abgeschafft hat. Sie schreibt hier tatsächlich wörtlich, dass wenn er erfolglos bleibt, ist es nur weil seine Frau nicht an ihn glaubt. Gute Güte.

2)When the wife rebels

Nee, da geh ich nicht näher drauf ein, wir kriegen hier nur weiteres Geseier über göttliche Erleuchtung des Mannes, diesmal von dem christlichen Schriftsteller Orson Pratt.

3) When he flounders

Dann soll man sein Selbstbewusstsein aufbauen und ihn bestärken. Fair enough. Schaut mal, ich hab total nichts gegen sowas, aber es sollte auf Gegenseitigkeit beruhen. Zudem hat meine Bestärkung da ein Ende, wo er sich über meine Meinung hinwegsetzt, weil es heisst, dass er diese nicht respektiert. So ist das.

4) When he won´t lead

The world is about to implode. Nee Scherz. Was soll man tun, wenn der Mann ums Verrecken nicht führen mag? Völlig klar, man liest ihm aus der Bibel vor, wo seine Rolle klar beschrieben wird. Danach soll man die Pflichten der Frau besonders gut wahrnehmen, um ihn quasi in diese Rolle zu shamen. Oh Helen.

5) When he leads his children astray

Wenn er nun die Familie in ein Leben der Sünde führt, muss man ihn natürlich verlassen!
Es sei denn er ist nur schwach.Dann muss man abwarten und geduldig sein. (Ja, da steht nicht mehr)

Und was ist nun die Belohnung für all das? Harmonie! Ein männlicherer Mann! Eine Frau mit mehr Zeit für ihre Haushaltspflichten! Kinder die wissen wo der Hammer hängt! Weniger Scheidungen! Weniger Homosexualität! Weniger Gewalt und Verbrechen! Rundum glückliche Menschen! Hach!

Leserbrief Time!

Einer ist von einer Frau, die dank FW erfolgreich gegen die Rechte und die Rolle rebelliert hat, welche ihr „die Gesellschaft“ vorgeschrieben haben. WTF? Eine Feministin? Tatsache! Und wie Feministinnen nunmal sind hat sie, in der Verblendung sie sei ihrem Manne gleichwertig, so lange gemeckert und genöööörgelt, bis sie aus lauter Unzufriedenheit eine Bibel-Klasse besuchen wollte, aber Gott hat sie in ihren Gebeten dazu gedrängt, doch die FW-Klasse stattdessen zu besuchen. Hmm. Dann hat sie, mithilfe der weiblichen Manipulationsskills aus der ersten Hälfte des Kapitels, ihren Mann dazu gebracht, die Steuerrückzahlung zur Hälfte der Suppenküche und zur Hälfte der Kirche zu spenden, trotzdem sie bis über beide Ohren in Schulden stecken. Aber das ist gar nicht schlimm, weil Gott ihr nämlich versprochen hat, dass es ihnen jetzt immer finanziell gut gehen wird. HMMMMMM! Herzchen, es gibt Medikamente für sowas…

Der andere ist nicht so spannend, nur ein weiterer Brief von einer Frau, die ihrem Mann nicht widerspricht und ihm Honig um den Bart schmiert und ihre komplette Selbstachtung aufgibt, damit er ihr sagt wie hübsch sie sei. Hrrrrrmpf.
Nachdem sie nun noch mal alles zusammengefasst hat, beglückt HA uns noch mit einem Merksätzchen:

Remember: It´s always better to let a man have his way and fail, than to stand in his way and make him feel thwarted

Soso.

Nun das wars auch schon wieder. Was haben wir viel gelernt, he? Seid auch beim nächsten Mal wieder dabei, wenn es heißt:

Chapter 9- The Protector
Good night and good luck