Archiv der Kategorie: Literatur und so

Outlander Season 1: Eine sachliche Besprechung

Ok, Kinder. Ich muß euch etwas gestehen.

Die „Outlander“-Bücher von Diana Gabaldon sind meine liebste Buchreihe. Ja, so uncool bin ich in echt. 🙂 Ich habe das erste Buch (in D „Feuer und Stein“) mit etwa 12 oder 13 gelesen, es lag so bei uns rum und ich hab es fast in einem Zug durchgelesen, mit hochrotem Kopf und tief seufzend, natürlich.

Da ich also sehr starke Gefühle im Bezug auf die Charaktere habe, sah ich der Verfilmung mit seeeehr gemischten Gefühlen entgegen, insbesondere weil ich viele meiner Lieblingsbücher komplett verschandelt gesehen habe („Der Strand“, anyone?). Dennoch musste ich mir das Spektakel natürlich ansehen, allerdings erst, nachdem ich die ersten glühenden Rezensionen gelesen habe.

Meine Wertung? Gemischt. Einiges funktioniert nicht, anderes ist hingegen ganz fantastisch. Also, macht euch bereit für einen langen, ausgesprochen subjektiven, teilweise korinthenkackenden, mit Spoilern vollgepackten Post über Outlander – Die Serie.

Shall we begin?

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Liebe <3

Ich liebe Bücher. Ich liebe den Geruch, wie sich die Seiten anfühlen, alles. Seit ich lesen kann hab ich gelesen. Alles.

Manche Bücher liebe ich mehr als andere. Eine Liste:
-Vom Winde verweht (Margaret Mitchell)

-Die wilden Jahre (Allan Gurganus)

-Nana (Emile Zola)

-Gottes Werk und Teufels Beitrag, Garp, Owen Meany (John Irving)

-Die Bibel nach Biff (Christopher Moore)

-Die Herren der Insel (Pat Conroy)

-Englischer Harem, Superhero (Anthony McCarten)

-Bridget Jones (Helen Fielding)

-Angst vorm Fliegen (Erica Jong)

-New Yorker Geschichten (Dorothy Parker)

-Jane Eyre (Charlotte Bronte)

-Stolz und Vorurteil,Emma (Jane Austen)

-Zeit der Unschuld (Edith Wharton)

-ALLES von Rebecca Gablé

-Viel von Stephen King (Besonders die Kurzgeschichten)

-Die „Outlander“ Saga von Diana Gabaldon (*duckundschäm*)
Das sind alles Bücher die ich wieder und wieder lesen will/gelesen habe. Warum? Weil mir die Charaktere ans Herz gewachsen sind. Weil die Sprache so herrlich ist. Weil Weisheit in den Büchern steckt. Oder alles auf einmal. Das braucht ein gutes Buch.

Das Problem mit „anspruchsvoller Literatur“ ist oft, dass sie für Literaturkritiker und Poser (sorry), die kluk rüberkommen wollen, geschrieben wird. Nicht für die Leser, die Geschichten lieben, die Welt um sich vergessen wollen und um die Figuren weinen. Ich scheiß auf anspruchsvoll.

In einem durchschnittlichen Stephen King-Roman seh ich mehr Schweiß, Liebe und Details als in „Der Vorleser“.

Gebt mir gute Geschichten. Gebt mir euer Herzblut.

 


Knallhart und investigativ

Guten Abend.
Nach ausgiebigen Recherchen bei Amazon habe ich folgendes über die Leute rausgefunden, die 5-Sterne Bewertungen für „50 Shades of Grey“ abgeben:

-Es sind meist Frauen

-sie kaufen und bewerten pinke Plastikhüllen für Iphones

-sie mögen schlechte Fantasy

-sie kaufen und bewerten Kinderspielzeug

-es ist oftmals ihre einzige Rezension……….

-sie haben Probleme mit der deutschen Grammatik

-sie halten es für „ein bisschen hart“

-sie halten es für eine schöne Liebesgeschichte, wenn man den Sex weglässt

-sie haben beim Lesen das Gefühl etwas „Verbotenes“ zu tun

-sie kaufen und bewerten Crocs (mehrmals)

-sie loben die leichte Lesbarkeit

-sie kaufen und bewerten die Fitness-DVD von Kim Kardashian

-sie kaufen und bewerten Partnersuche-Selbsthilfe-Bücher

-sie kaufen und bewerten Kleidung für ihren Partner

-sie benennen sich nach Tieren und Til-Schweiger-Filmen

-sie finden das Buch „sprachlich gut geschrieben“

-sie kaufen und bewerten „Malen nach Zahlen“-Bilder

-sie kaufen und bewerten Sexratgeber

-sie sagen von sich dass sie nicht viel lesen

-sie kaufen und bewerten Katzenfutter

-sie kaufen und bewerten Küchengeräte (oft)

-sie kennen die Bedeutung des Wortes „Hochdeutsch“ nicht

-sie hören Creed. Und Sunrise Avenue. Und gregorianische Gesänge.

-sie hatten erst ein bisschen Angst das Buch zu lesen

-sie kaufen und bewerten Bücher über Seelenkraftheilung und weibliche Energie

-sie haben vorher ausschliesslich Kleinkindartikel gekauft und bewertet und beschreiben nun das wohlige Ziehen beim Lesen

-sie kaufen und bestellen rosa Frauenromane

-sie kaufen und bewerten Heftchenromane

-sie finden es „nicht so schlimm wie Sex and the city“

-sie finden es „psychologisch und nachdenklich“

-sie loben Cover und Einband

-sie mögen Twilight und sehen oft keine Parallelen

Das alles natürlich nur im Schnitt 🙂


Fascinating Womanhood Chapter 9

Huhu! Das heutige Kapitel hat den Titel The Protector. Dann wollen wir mal:
Die Einleitung hinterlässt mich erstmal sehr verwirrt. HA spricht davon, dass Männer ja von ihrer „Bauweise“ her wunderbar zum Beschützer geeignet seien, weil sie größer, stärker und ausdauernder seien als Frauen. Hm. Frauen hingegen seien zerbrechlicher, schwächer

created for the more delicate tasks, like a precision machine, which runs smoothly and efficiantly, when used for the purpose intended

Hmmm. Was will sie uns wohl damit sagen? Egal. Sie spricht erstmal davon wovor wir armen kleinen zarten Dinger alles beschützt werden müssen.

Danger: Früher waren es Schlangen und Indianer, heute Entführung und Vergewaltigung. (Die wurden erst Ende des 19.Jhdts. erfunden). Aber auch mit bösen Hunden, tiefen Schluchten Abhängen und IMMER NOCH Schlangen ist nicht zu spaßen! Jaja! Und natürlich die üblichen Verdächtigen wie Spinnen und der Frauen eigener Schatten, die selbstverständlich für alle Frauen eine immense Bedrohung darstellen.  Das alles schreit geradezu nach männlichem Schutz!

Strenous work: Ja richtig gelesen. Frauen müssen vor schwerer körperlicher Arbeit geschützt werden! Da gehören so Dinge wie Sachen heben, Feldarbeit (gehört Unkrautzupfen dazu?), Möbel verrücken, streichen und Teppiche verlegen dazu. Ebenso Arbeiten, die sich für FRauen nicht gehören, wie Lastwagenfahren, Arbeit auf dem Bau und natürlich leitende Tätigkeiten und Politik. Moment…  Hmja, aber da wir ja bereits wissen, dass lt. HA eigentlich jede Arbeit für Frauen ungehörig ist, werden wir natürlich als gute Frauchen die wir ja sind den Teufel tun, zu arbeiten. Bäh!

Difficulties: Generell alle Alltagssituationen wo jemand gemein zu uns ist. Da Männer geborene Kavaliere sind, eilen sie natürlich gern herbei um uns zur Seite zu stehen, wenn… Ja wann eigentlich? Die kavalierenden Männer werden doch sicherlich niemals gemein zu uns sein! Auch werden sie nicht in der Lage sein, uns vor anderen Frauen zu beschützen, weil wegen Konflikt. Aber gegen Intersexuelle Menschen werden sie uns sicher gerne zur Seite stehen. Yay! 🙂
Nun stellt sich uns natürlich die Frage, ob Männer in diesen verrückten Zeiten noch ihre Pflicht erfüllen und uns vor allem Ungemach beschützen. Traurigerweise nein! Wir sehen Frauen in Männerberufen und Männer, die nicht 24/7 um sie herumscharwenzeln.

Women also battle the world of difficulties- face angry creditors, fight financial battles, and learn to cope with people who take unfair advantage of them

Und das ist schlecht, fragt ihr euch? Offenbar ja! Warum wird erstmal nicht gesagt, wir sollen aber auf jeden Fall wieder „weiblicher“ werden, um painful problems verschwinden zu lassen.

Problems wie in dem nun folgendem Beispiel. Er arbeitet zu viel und hat keine Zeit für zuhause, also emanzipiert sie sich und kriegt alles ganz gut alleine geregelt, die Kinder, den Haushalt, Reparaturen und Gemeindearbeit.

MIT FURCHTBAREN FOLGEN: Er bleibt weiter von zuhaus weg, fängt an zu trinken und sich permanent zu überfressen. Und die blöde Kuh kritisiert ihn auch noch dafür, hmmmmmmpf. Es ging wohl einige Jahre so, die Kinder waren aus dem Haus und si war bereit ihn endlich zu verlassen, als ihr endlich, in letzter Sekunde dieses Buch in die Hände fällt. Puuuuh, aufregend. Den Rest kennen wir. Sie hört auf zu nörgeln und er ist wieder nett zu ihr und glücklich. Warum sie das nach 10 Jahren Eiszeit wollen würde, wird nicht gesagt. Ebenso was das mit Beschützen zu tun hat. Aber yay, wieder eine Ehe gerettet!

Ha! Da hat uns HA wohl vorzeitig in die Leserbriefecke geschmuggelt, seh ich gerade. Hat wohl sonst auch nicht viel zu sagen zu dem Thema.

Der 2. Leserbrief hat auch nicht viel zum Thema beizutragen, nur dass die Ehe kaputt war, bla bla, sie macht FW,bla bla und nun pustet er ihr Zucker in den Hintern und kauft ihr sogar ein kleines Auto, damit sie sich nicht immer mit dem Männerauto abplagen muss. Das ist natürlich soviel besser als in der Lage sein sich selbst eins zu kaufen, weil man unweibliche Arbeit verrichtet. Weil darum!

So, das war ja nun ein unerwartet kurzes Kapitel (ich lese die immer in Echtzeit, also pro Blogpost lese ich ein Kapitel, daher war ich auch überrascht) Ein Schmankerl aus den Assignments möchte ich euch trotzdem nicht vorenthalten.

When you need him something heavy say, „This is too heavy for me. Will you please lift it for me?“ Or „Will you please lend me your masculine strength?“ Or “ Man of muscles, will you please give me your helping hand?“

Den 3. Satz werde ich vielleicht sogar mal benutzen. 😀

Seid auch beim nächsten Mal wieder dabei, wenn es heißt Chapter 9 – The Provider


Fascinating Womanhood Chapter 8 Part 2

Na, hilft ja nix.
Was bisher in diesem Kapitel geschah könnt ihr hier nachlesen. Da wir nun gelernt haben wie man weiblichen Rat gibt, lernen wir als nächstes, wie man weiblich gehorcht:
Erstmal werden wir aufgeklärt, WARUM wir gehorchen sollen. 1. Heavens Law  2. damit die Kinder ebenso gehorchen.

HA führt aus, dass, wenn die Frau sich weigert, she sets a pattern of rebellion for her children to follow. Das mag jetzt vielleicht abgeschmackt klingen aber: YOU GO, GIRL! Richtig so, wenn ich etwas nicht will, ist dass meine Kinder lernen stumpf zu gehorchen. Das ist aber ganz ganz furchtbar, weil die Kinder niemals lernen werden das Gesetz zu befolgen, oder eine Autorität anzuerkennen. Sie zitiert dazu C. Northcote Parkinson der die These vertritt, dass die Studentenunruhen in den USA der 70er komplett die Schuld von Frauen ist.

The general movement, I think, begins with the female revolution. Women demanded the vote and equality and ceased to submit to the control of their husbands. In the process they began to lose control of their children.[…]  Pop´s word was law and Mother´s most deadly threat was ‚I shall have to inform your father‘. Nowadays the mother can´t appeal to the children in that way because they have denied paternal authority themselves 

Oh dear, es scheint so als wären Drohungen das einzige adäquate Erziehungsmittel. Und nun ist es weg! Verdammt. Nun muss man tatsächlich sinnvolle, nachvollziehbare Konsequenzen erdenken, damit die Blagen halbwegs parieren. Naja, aus diesem Zitat zu schliessen steht Parkinsons „Argumentation“ auf ziemlich dünnen Eis. Leider finde ich dazu nichts im Internetz,  und Quellen scheinen auch nicht HA´s Ding zu sein, daher kann ich nicht sagen, ob HA etwas weggelassen hat, das dem ganzen mehr Substanz geben würde.
Ihre eigenen Kinder dagegen sind Musterbeispiele an Gehorsam, wie uns die folgende, aus dem Leben gegriffene Konversation, die überhaupt nicht ausgedacht ist, bestätigt.

„When we were growing up I would never have thought of disobeying Dad, would you, Kristine?“ „No I would never, ever have thought of disobeying Dad!“ HA: „Why would you never (ever) have thought of disobeying your father?“ „You were the key, Mom, because you always obeyed Dad, even when it was very difficult“

Oh, bitte! Sie beglückt uns nun mit einer Anekdote aus einer dieser schwierigen Zeiten, wo sie und die Kinder mit dem Wohnwagen nach Florida fahren, während ihr anderer Sohn als Missionar in Schweden war. Ihr wisst schon. Um die ungläubigen Schweden zu bekehren. Anyway, sie bekommen Bescheid, dass es ihm nicht gut geht und er nach Hause geschickt wird. Papa sagt sie sollten besser nach Hause fahren. HA hat aber die Idee (weil sie mit ihrem kleinen Ladybrain nicht in der Lage ist sowas abzuschätzen), er solle doch AUCH nach Florida kommen. Yeah! Ihr Mann setzt sich darüber hinweg, sie fahren nach Hause und alles ist gut. Was lernen wir daraus? Richtig. Gar nichts. Ausser dass es vielleicht eher personenbezogene Gründe sind, warum HA´s Mann ihre Meinung nicht berücksichtigt.

Puuuh, der nächste Abschnitt trägt den Namen Problems in the Patriarchy. Da bin ich ja gespannt. Ach nee, es sind eher Probleme die das Patriarchat gefährden könnten. Meh.

1) When the wife fears failure

Wir sollten immer und immer an unseren Mann glauben, auch wenn er Risiken eingeht, die sie in ihrem Ladybrain nicht versteht. Abraham Lincoln´s Frau Mary Todd (warum hieß sie nicht Mrs. Lincoln?) z.B. hat immer an ihn geglaubt! Deswegen ist er auch ein so großer Mann geworden. Nicht weil er so klug war und die Sklaverei abgeschafft hat. Sie schreibt hier tatsächlich wörtlich, dass wenn er erfolglos bleibt, ist es nur weil seine Frau nicht an ihn glaubt. Gute Güte.

2)When the wife rebels

Nee, da geh ich nicht näher drauf ein, wir kriegen hier nur weiteres Geseier über göttliche Erleuchtung des Mannes, diesmal von dem christlichen Schriftsteller Orson Pratt.

3) When he flounders

Dann soll man sein Selbstbewusstsein aufbauen und ihn bestärken. Fair enough. Schaut mal, ich hab total nichts gegen sowas, aber es sollte auf Gegenseitigkeit beruhen. Zudem hat meine Bestärkung da ein Ende, wo er sich über meine Meinung hinwegsetzt, weil es heisst, dass er diese nicht respektiert. So ist das.

4) When he won´t lead

The world is about to implode. Nee Scherz. Was soll man tun, wenn der Mann ums Verrecken nicht führen mag? Völlig klar, man liest ihm aus der Bibel vor, wo seine Rolle klar beschrieben wird. Danach soll man die Pflichten der Frau besonders gut wahrnehmen, um ihn quasi in diese Rolle zu shamen. Oh Helen.

5) When he leads his children astray

Wenn er nun die Familie in ein Leben der Sünde führt, muss man ihn natürlich verlassen!
Es sei denn er ist nur schwach.Dann muss man abwarten und geduldig sein. (Ja, da steht nicht mehr)

Und was ist nun die Belohnung für all das? Harmonie! Ein männlicherer Mann! Eine Frau mit mehr Zeit für ihre Haushaltspflichten! Kinder die wissen wo der Hammer hängt! Weniger Scheidungen! Weniger Homosexualität! Weniger Gewalt und Verbrechen! Rundum glückliche Menschen! Hach!

Leserbrief Time!

Einer ist von einer Frau, die dank FW erfolgreich gegen die Rechte und die Rolle rebelliert hat, welche ihr „die Gesellschaft“ vorgeschrieben haben. WTF? Eine Feministin? Tatsache! Und wie Feministinnen nunmal sind hat sie, in der Verblendung sie sei ihrem Manne gleichwertig, so lange gemeckert und genöööörgelt, bis sie aus lauter Unzufriedenheit eine Bibel-Klasse besuchen wollte, aber Gott hat sie in ihren Gebeten dazu gedrängt, doch die FW-Klasse stattdessen zu besuchen. Hmm. Dann hat sie, mithilfe der weiblichen Manipulationsskills aus der ersten Hälfte des Kapitels, ihren Mann dazu gebracht, die Steuerrückzahlung zur Hälfte der Suppenküche und zur Hälfte der Kirche zu spenden, trotzdem sie bis über beide Ohren in Schulden stecken. Aber das ist gar nicht schlimm, weil Gott ihr nämlich versprochen hat, dass es ihnen jetzt immer finanziell gut gehen wird. HMMMMMM! Herzchen, es gibt Medikamente für sowas…

Der andere ist nicht so spannend, nur ein weiterer Brief von einer Frau, die ihrem Mann nicht widerspricht und ihm Honig um den Bart schmiert und ihre komplette Selbstachtung aufgibt, damit er ihr sagt wie hübsch sie sei. Hrrrrrmpf.
Nachdem sie nun noch mal alles zusammengefasst hat, beglückt HA uns noch mit einem Merksätzchen:

Remember: It´s always better to let a man have his way and fail, than to stand in his way and make him feel thwarted

Soso.

Nun das wars auch schon wieder. Was haben wir viel gelernt, he? Seid auch beim nächsten Mal wieder dabei, wenn es heißt:

Chapter 9- The Protector
Good night and good luck