Archiv der Kategorie: Nicht lecker

They don´t speak for me II

Erlebende also.

Um ehrlich zu sein, war meine erste Bauchreaktion auf den Text von Mithu Sanyal ein herzhaftes „Ihr habt doch alle den Arsch offen!!!“ Nachdem ich nun einiges dazu nochmal gelesen habe, bleibt diese grobe Einschätzung der Lage und ich bin (wieder mal) nur genervt vom sogenannten akademischen Netzfeminismus.

Das hatten wir doch alles schonmal. Es wurde doch schon soo oft versucht, Vergewaltigungen durch Euphemismen etwas kleiner, etwas bequemer zu machen. Nun sind wir also „Erlebende“. OK.

Trotzdem es natürlich ausgesprochen polemisch ist, haben Kritiker dieses Begriffs nicht unrecht, wenn sie Parallelen zu Begriffen wie „Erlebnispark“ oder „Erlebnisbad“ ziehen. Das Wort „Erlebnis“ ist, entgegen Sanyals Behauptung, in unserer Kultur eindeutig nicht neutral besetzt, sondern hat einen deutlichen Hang ins Positive, es sei denn es wird mit einem negativen Adjektiv verbunden. Die Behauptung , dass durch diesen Begriff eine „Verschiebung vom Passiven zum Aktiven“ stattfände, ist geradezu lächerlich in seiner kompletten Unbelecktheit von Belegen oder Fakten oder irgendwas. Erleben ist fast schon klassischstes Passiv. Es passiert etwas, das ich erlebe. Man merkt, wie sehr Sanyal diesen Begriff eine Legitimität zusprechen will, ob es Sinn macht, ist dann eher zweitrangig. So erpicht ist sie, dass auch jeder diesen aktiv-Schwachsinn schluckt, diesen Unfug von der Wertneutralität, dass sie es dann auch noch wiederholt, wie man das ja auch von Gebrauchtwagenhändlern gewohnt ist.

Weiterhin spricht sie davon, dass bei dem von ihr vorgeschlagenen Begriff „noch keine Aussagen über Motivationen und Rollenverteilungen“ gemacht werden.

Und da platzte mir der Arsch.

Wie kann diese Frau es auch nur WAGEN, von Motivation zu reden, als hätte ich ein Mitspracherecht gehabt, von Rollenverteilungen, als ob ich mich hüten müsste, ein Geschlechterklischee zu erfüllen („Vergewaltigt zu werden ist soooo 50er!“)

Es ist einer Vergewaltigung inhärent, dass das Opfer passiv ist, dass sich jemand über seinen Willen hinwegsetzt. Ich habe meine besten Jahre damit verbracht, diese Tatsache mit meinem Selbstbild als kompetentes Subjekt in Einklang zu bringen. Ich habe mich bis vor kurzer Zeit vor dem Opferbegriff mit Händen und Füßen gewehrt und es hat mich nicht stabiler gemacht, nicht stärker. Im Gegenteil sogar.

Inzwischen habe ich zu einem gewissen Grad meinen Frieden damit gemacht, es ist Teil meiner Biographie und das kann ich akzeptieren, wie ich meine mittelmäßige Note in der mündlichen Abiprüfung akzeptiere. Der Unterschied ist, dass ich mir meine Vergewaltigung nicht ausgesucht habe. Es ist einfach passiert und ich konnte nichts dagegen tun. Das ist gruselig, ich weiß. Menschen haben gerne die Illusion, dass sie stets die volle Kontrolle über ihr Leben haben, aber: Schlimme Dinge passieren. Und du kannst nichts dagegen tun. Aber es entwertet dich nicht, Opfer geworden zu sein. Bloß weil du in diesen Momenten ein passives Objekt für jemanden warst, heißt das nicht, dass das für den Rest deines Lebens dein Schicksal sein muss. Es heißt nicht, dass du kein selbstbestimmtes Leben führen kannst. Aber dieser kleine Teil deines Lebens wird immer fremdbestimmt gewesen sein und damit musst du irgendwie ins Reine kommen.

Insofern empfinde ich diese Euphemismen für unfassbar rückschrittig. Wie kann bitte die Akzeptanz und Empathie für Vergewaltigungsopfer erhöht werden, indem man einen Begriff verwendet, der stark impliziert, dass sie Anteil an dem Leid haben, dass ihnen widerfahren ist? Wir leben immer noch in einer Welt, in der Opfern vorgeworfen wird, dieses Verbrechen herausgefordert zu haben, oder nicht? Und wenn es nicht die Tat selbst ist, dann der Umgang damit. Ich hatte alles richtig gemacht, ich habe Normalität gesucht, weitergemacht, mich nicht im Selbstmitleid gesuhlt und die Kommentare, wie bewundernswert und stark ich wäre, genossen. Gleichzeitig hatte ich Panikattacken und soziale Schwierigkeiten, für die ich ebenfalls, objektiv betrachtet, nichts konnte. Erst als ich akzeptieren konnte, dass ich zwar schwach und passiv war, aber es TROTZDEM falsch war, ein Verbrechen an meinem Leib und Leben verübt worden war, dass es in der Sache eben keinen Interpretationsspielraum gibt, ging es mir besser.

Natürlich kann mein Weg dahin keine Handlungsanweisung für jeden sein, aber ich denke, dass nicht wenige mit derselben Selbstverachtung und denselben Zweifeln zu kämpfen haben, und da ist es mEn wichtig, sich keine Euphemismen zu suchen, sondern sich der Tatsache offen zu stellen.Aber ich schweife ab.

Bemerkenswert ist ebenfalls, was für einen Unsinn Sanyal zum Thema Trauma verzapft:

Wer möchte, dass die Krankenkasse eine Therapie nach sexualisierter Gewalt bezahlt, braucht die psychiatrische Diagnose Trauma. Dadurch wird jedoch ein Trauma, das von außen zugefügt wurde, zu einer seelischen Wunde, und damit in dem Traumatisierten selbst begründet.

Wie allein durch die Diagnose ein  Trauma von außen zu einer im Patienten selbst begründete (!) Wunde wird, erschließt sich mir nicht. Das ist glaube ich Unsinn. Gefährlicher Unsinn noch dazu, impliziert es doch, dass das Opfer durch ein Hilfsgesuch eine Art von Schuld auf sich nimmt.

In eine ähnliche Richtung geht die juristische Bezeichnung „Geschädigte*r“, im­pli­ziert sie doch, dass Geschädigte einen Schaden zurückbehalten. Und „Betroffene*r“ hört sich so … betroffen an.

Haha, da hat sie noch einen Lacher eingeflochten, brilliant. Betroffen! Das ist so 80er Ökospeak! (Ernsthaft?)

Ich halte Sanyal insgesamt für eine mäßig begabte Autorin, die nicht in der Lage ist, ihre Thesen unmissverständlich auszudrücken, die sprachlich nicht in der Lage ist, zwischen Fakt und ihrer Meinung zu unterscheiden und eine gewisse ärgerliche Selbstgefälligkeit an den Tag legt. Ich kenne ihr Buch nicht, vermute aber, dass sie leider auch nur ein zusammengeschustertes Halbwissen besitzt.

Das ist allerdings kein Verbrechen und daher wehre ich mich dagegen, wenn irgendeine Blitzbirn unter meinen 5 Lesern nun meint, einen Grund zu haben, Sanyal Drohungen zu schicken. Wir verstehen uns, ja?

Good night and good luck


ESC und Deutschland: Der Versuch einer Analyse

Gestern war ja ESC, und Deutschland hat, zum wiederholten Male, den letzten Platz belegt, mit Jamie-Lee Kriewitz (in unserem Haushalt liebevoll „Schemi-Lee“ oder „Das Mangamädchen“ genannt) und „Ghost“.

Natürlich flattern seitdem wieder tausende Erklärungsversuche durch den Äther, natürlich wird wieder in erster Linie Deutschlands und insbesondere Merkels Politik die Schuld gegeben. So ein Blödsinn, und genau das ist auch mit ein Grund für Germany´s mehrjähriges Versagen. Aber fangen wir doch bei der Musik an, es ist ja doch eigentlich ein Musikwettbewerb. ^^

Und die Musik, die aus Deutschland dahin geschickt wird, ist an Blahigkeit und Uninteressantheit kaum zu überbieten. Der Refrain von „Ghost“ ist unheimlich öde und schleppend, machen wir uns nichts vor. In den Strophen gibt es ein paar nette Momente, aber auch nichts Weltbewegendes. Der Auftritt wird sehr bald vergessen. Es ist halt der Siegersong einer Castingshow. Als Sängerin ist Jamie-Lee ganz nett, aber, nun ja, bleibt immer auf Castingshowniveau. Wenn man sich die anderen Interpretinnen langsamer Lieder ansieht, fällt direkt auf, dass die mal wirklich in ner GANZ anderen Liga spielen, professionell ausgebildet und mit der stimmlichen Fähigkeiten, auch eher öde Lieder mithilfe ihres Gesangs aufzuwerten (Australien, ich sehe in deine Richtung). Die Sängerinnen, die stimmlich in Jamie-Lee´s Liga spielten, waren so klug, entweder schnellere Songs zu wählen oder mit Sex-Appeal auszugleichen. (Aserbaidschan….). Zudem erweckten sie auch zum Großteil den Eindruck, dass sie echt Spaß am Auftritt hatten und hatten die Bühne im Griff, eine Choreo, eine ausgefeilte Show. Irgendein Unterhaltungselement eben.

Wir hatten ein Mädchen in einem seltsamen Outfit, das zu einem mittelmäßigem Song durch ein paar Lichteffekte marschierte. Komisch, dass wir so weit unten lagen. ^^

Jamie-Lee, möchte ich anmerken, kann dafür am wenigsten. Sie war meiner Meinung nach in erster Linie das Vehikel für die Ambitionen anderer. Die Ambitionen von Smudo, vom NDR, was weiß ich. Man nimmt ein junges, dunkelhaariges Mädchen aus dem Raum Hannover, pappt ihr einen Song auf (Gipfel der Faulheit, dass es diesesmal noch nichtmal ein neuer Song war, sondern der Castingquatsch 1:1 übernommen wurde) und schickt sie zum ESC. Hat einmal geklappt, wird ja wohl auch wieder klappen. Nee. Lena hatte Charisma und eine Bühnenpräsenz, die man mit dem Messer schneiden konnte, das Selbstbewusstsein, sich ganz auf sich zu verlassen, im schlichten Kleid mit herunterfahrener Bühnenshow. Funktionierte, obviously.

Jamie-Lee ist nicht soweit, sie benötigt das Gimmick, die Verkleidung als Mangamädchen mit den putzigen Gegenständen im Haar. Ein buntes Kleidchen ist kein Ersatz für Charisma und Persönlichkeit. Es ist keine Schande, mit 17 nicht die Größe zu haben, auf einem Wettbewerb wie dem ESC zu bestehen, es ist allerdings eine Schande, ein solches Mädchen in blindem Aktionismus auf einem solchen Wettbewerb zu verheizen. Schlechtes Management sowieso.

Mich beschlich schon beim Eklat um Xavier Naidoo der Verdacht, dass die Verantwortlichen beim NDR einfach keine Ahnung von und keinen Bock auf Musik haben. Xavier Naidoo ist in Deutschland seit langem kein erfolgreicher Musiker mehr, geschweige denn im Ausland. Er kann singen, okay, wenn man das weinerliche Geknödel und den lieben Gott mag. Aber er ist doch eigentlich kein aktiver Musiker mehr oder? Er sitzt nur bei Voice of Germany in der Jury, einer Sendung, die einen gewissen Erfolg hat. Das roch nach: Komm, der kann bissken was, der ist dazu bereit und der ist einigermaßen bekannt. Da schalten viele Leute in Deutschland ein. Ähnliche Gedanken wird es bei Jamie-Lee gegeben haben, es wird ja wohl kein Zufall sein, dass sie denselben Ursprung haben. Die deutschen Verantwortlichen denken sicherlich nicht an den Wettbewerb selbst, sie denken daran, ob und wieviele Leute es in der Heimat dann gucken. Ziel ist nicht, den ESC zu gewinnen, Ziel ist, einen Aufhänger für das Barbara Schöneberger Vehikel zu haben. Und das rächt sich.

Ich möchte auch gerne einmal die Zusammensetzung der Jury ansprechen: Das sind 2016 Sarah Connor, Anna Loos, Namika und 2 Nasen von The Boss Hoss (unter anderem bekannt aus…. na raten Sie´s?). Fünf mittelmäßig erfolgreiche Popsänger. Warum sitzt da nicht jemand von ner Plattenfirma, vom Musikfernsehen, Radio oder sonst jemand, der mal einen anderen Blick darauf werfen würde? Achja, die könnten ja dann nicht auf der Reeperbahn performen, es ist nämlich interessanterweise so, dass seit etwa 2011 (da war Ina Müller Jurypräsidentin, gibts den Titel überhaupt noch?) fast alle Jurymitglieder fest in das Rahmenprogramm als Showact eingebaut sind. Was das bedeutet, darüber darf der geneigte Leser selbst nachdenken.

Zusammengenommen sind das alles deutliche Indikatoren dafür, dass der NDR weder sonderlich viel Zeit noch Mühe auf den ESC verwendet. Es wird irgendein Lied genommen von irgendeinem Künstler, der eventuell grad einen kleinen Bekanntheitsschub hat oder nicht, dann werden irgendwelche Nasen in die Jury gesetzt, die eventuell Bock haben am Finaltag von Barbara Schöneberger anmoderiert zu werden. Zack, feddich, ESC, letzter Platz.

Wär ja alles auch gar kein Ding, wenn nicht JE-DES-MAL wieder die „Wir werden aufgrund unserer Politik abgemahnt“-Sau, zusammen mit der „Es ist eine Schande, dass wir als superduper Geldgeber so wenig Punkte bekommen“-Sau durch das Internetdorf getrieben wird. Und genau diese Einstellung ist, wie oben angedeutet, mit ein Grund dafür, warum Jahr für Jahr gescheitert wird.

Als Geldgeber müssen wir uns nicht qualifizieren (was ein wahres Glück ist) und sind automatisch im Finale. Es erkauft keinen Sieg. Soo wichtig ist Deutschland nicht und wir sind hier auch nicht bei der FIFA. Vielleicht wäre es aber mal eine Idee, dass wir auch ein paarmal im Halbfinale rausfliegen. Einfach, damit sich jemand mal ernsthaft Gedanken macht, wie wir denn weiterkommen könnten, im Moment tut das nämlich wohl keiner.

Zum Politikargument: 41 Länder stimmen ab. Und alle 41 hassen uns so sehr, dass sie uns absichtlich keine Punkte geben, so wichtig sind wir nämlich. Ach nee, sind wir ja gar nicht. Das ist eine ganz bestimmte Art von Narzissmus, der unbedingte Glaube, dass alle einen hassen und mobben. Es ist zudem echt bequem, weil man sich dann ja gar nicht so anstrengen muss, man hat dann ja zur Not die Begründung „Alle hassen mich eh“. Zumal Russland oder Israel, deren Politik deutlich kontroverser sein dürfte, aus diesem Grunde immer letzter sein müssten.

Es ist schon fast empörend wie wenig sich die deutschen Verantwortlichen um den ESC scheren, wie faul und lieblos damit umgegangen wird. Und natürlich kann man sagen „Oorrrr, da gibt es doch weiß Gott wichtigeres und überhaupt, das ist doch eh so ein Müll“. Ja, gibt es und ja, ist es.

Dennoch. Es ist der größte Musikwettbewerb der Welt und ich denke, dass es Europa gut tut, sich einmal im Jahr zu einer Verastaltung zu sammeln, wo es mal nicht um DIN-Verordnungen oder Handelsabkommen geht, sondern um die schönen Dinge im Leben, Musik und Bombast, um die man freundschaftlich konkurriert. Auch und gerade für das Gemeinschaftsgefühl.

Also bitte, warum nicht wieder ein Casting wie bei Raab, wo zuerst eine Persönlichkeit gewählt wird und dann geschaut wird, was für ein Lied beim ESC zu dieser Persönlichkeit passen könnte und was angemessen wäre. Hat doch schonmal geklappt? Warum nicht eine Jury, wo Menschen zusammen sitzen, die Spaß an der Sache haben und Ahnung von Musik, und denen es nicht darum geht, ihre eigene klägliche Karriere zu pushen?

Das fänd ich total gut.


Genießen Sie die herrlichen Strände von Courage!

So, ich hab mal wieder in ein Wespennest gegriffen (sag bloß!)

Kurzfassung (die Langfassung darf jeder selbst auf Twitter nachlesen, ich werde auch keine Namen nennen) :

Ich hatte heute morgen auf einen mit Foto dekorierten #breitmachmackertweet einer Twitteruserin geantwortet, dass ich das Problem nicht sähe, weil der entsprechende Typ niemanden sichtlich gestört hat und sie obendrein ebenfalls ihre Tasche auf dem Nebensitz geparkt hatte. Das rieche ein bisschen nach Glashaus. (Zudem sie auch noch den Sitz am Gang belegte, das ist so ein pet peeve von mir. Ich hasse Leute die am Gang sitzen. Ich will nicht über euch drüber steigen müssen!)

Sie erwiderte, dass der Gang voll mit Leuten gewesen sei und ich das obendrein „im größeren Kontext“ sehen müsse. Ich vertrat daraufhin den Standpunkt, dass meiner Erfahrung nach so ziemlich alle Platz machen, wenn man sie bittet, sie sagte das hätte sie getan aber es wäre nichts geschehen, usw, usf.

Es wurde bald sehr meta. Ich sei „apolegetisch“ und würde das Problem unterschätzen, wenn ein 2m Schrank seine Füße nicht einziehen wolle, das sei ja auch gefährlich, sich da durchsetzen zu wollen, ich würde mich dem Feind anbiedern etc. etc. Gleichzeitig sei es ja wohl auch keine Alternative, den Mund zu halten und „still zu ertragen“. Mal glatt ignorierend, dass ich genau das Gegenteil angeraten hatte. Unschön.

Bald wurde ich als Kollaborateurin bezeichnet, zudem sei das Problem ja auch strukturell. Männer würden ja statistisch mehr Raum einnehmen. Das könne man nicht auf das Individuum abwälzen.

1) Verdammte Hacke, es ist der ÖPNV! Kommt mal runter

2) Was soll die Lösung des Problems dann sein? Wände zwischen den Sitzen? Ich sehe es so:

Es gibt andere Menschen. Manche davon sind Ärsche, Männlein wie Weiblein. Man muss aber lernen sich mit diesen Menschen zu arrangieren/sich gegen diese Menschen durchzusetzen. Fotos auf Twitter zu posten um darüber hinwegzutäuschen, dass man das nicht geschafft hat und sich trotzdem noch als tolle Aktivistin fühlen möchte reicht da nicht. Wenn das schon jemand, der sich explizit als Feministin und damit Aktivistin versteht, nicht schafft, wer dann?

Irgendwann platzte mir der Arsch und ich bemerkte

Die Suffragetten sind in den Knast gegangen, aber keiner von uns traut sich, nen Platz in der Bahn zu besetzen? WTF?

Es ist tatsächlich so, dass Männer in unserer Gesellschaft präsenter sind als Frauen. Da müssen wir nicht drüber diskutieren. Aber, mal ganz ketzerisch gesagt: Jemand der sich im Zug nicht durchsetzen kann wird es auch nicht in der Chefetage schaffen.

Als Feministin ist die Gleichstellung eines meiner erklärten Ziele. Die wird mir aber nicht in den Schoß fallen.

Es wird nicht so sein, dass nach 100+ veröffentlichen Blogs und 20.000+ Tweets jemand (die Kanzlerin, das BVerfG, der liebe Gott) sagen wird „Achso, ja, wir sperren jetzt alle Leute ein die Frauen schlecht behandeln“

Wir selbst müssen aktiv werden, und damit ist nicht gemeint Fotos von Fremden auf Twitter zu posten. Damit ist gemeint, dass wir in unseren Leben für die Dinge aufstehen, die uns wichtig sind, und die Dinge nicht hinzunehmen, die uns schaden oder ärgern. Für uns UND andere! Courage ist nämlich kein Küstenort in Frankreich.

Wir müssen quengeln, nörgeln und stänkern, immer und immer wieder. Bis es geschafft ist. Und dann weiter quengeln damit es so bleibt.

Das Leben ist schlecht und ungerecht. Wir können aber etwas dagegen tun.


Das deutsche Bildungssystem ist gerecht und benachteiligt niemanden! Vol. drölfzig (BAföG)

Studenten sind schon ein lästiges Pack.

Entweder sie sind reiche Töchterchen, die protzend ihre Volvicflaschen zur Schau stellen (wir erinnern uns ) , oder sie sind überanspruchsvolle Arbeiterblagen, die nicht einsehen dass sie sich doch mal bitteschön SO RICHTIG krumm zu legen haben um im Akademikerbusiness mitzuspielen. Oder sind sie doch nur zu faul zum Arbeiten? Der Autor dieses WELT Online Artikels ist sich da selbst nicht so sicher.

Es ist schon fast witzig: Einerseit schreibt Piatov richtigerweise als allererstes, dass dank Bachelorsystem viele Studenten eine 40h- Woche an der Uni haben und die Mieten in Unistädten pervers hoch sind, kommt aber dann zu dem Schluß, dass der Unmut doch daher käme, dass die Studis  ein viel zu hohes Anspruchsdenken hätten, und dass BAföG ja nicht dafür da sei, das Bedürfnis nach veganer Nahrung zu decken. Das mag richtig sein, verkennt aber ganz klar, dass vegane Nahrung (auch bekannt als #nudelnmitketchup) die einzige Alternative für Studenten die ausschließlich von BAföG leben (wovon es dann auch eher wenige gibt) , darstellt.

Die geschätzte Autorin bekommt z.B. ganze 150 EU Ausbildungsunterstützung. Hätte ich nach dem Abitur eine Ausbildung angefangen, fast egal welche, ich bekäme heute, im 2. Lehrjahr das Doppelte. Plus eventuelle Ausbildungsunterstützung vom Amt (BAB). (Was gut und richtig ist!) Nun sagt ihr, aber Maren du wirst doch als Akademikerin später mal das drölfzigfache von dem verdienen, was eine Krankenschwester oder ein Schreiner macht. Nein. Ich studiere Lehramt für Haupt-, Real- und Gesamtschulen. Ich werde nicht am Hungertuch nagen, aber reich wird man, vor allem als nichtbeamtete Lehrerin, auch nicht. Und von der Aussicht auf spätere Reichtümer wird auch meine Semestergebühr nicht bezahlt. Aber ich schweife ab.

Nun, der Auslöser des Artikels war, dass unsere BuBi Ministerin Johanna Wanka sich gegen eine automatisch alle 2 Jahre stattfindende Anpassung des BAföGs, welche sich an Preis- und Einkommensentwicklungen orientierte, ausgesprochen hat. Spitzenforschung stehe hingegen auf ihrer Agenda ganz oben. Zusammengefasst heißt das: Forschereliten kriegen mehr Geld, der Feld-, Wald- und Wiesenstudierende muss gucken wo er bleibt.

Ich und meine Kommilitonen sind keine Forscher. Wir studieren um den folgenden Generationen Mathe und Englisch beizubringen, damit sie später eine gute Ausbildung machen und ihrerseits ihren Beitrag leisten können. Je mehr Zeit wir haben uns mit den Inhalten unseres Studiums auseinandersetzen zu können, umso besser werden wir unseren Job machen können, umso besser werden die nachfolgenden Generationen usw… Und Geld kauft Zeit! Sei es Zeit, die nicht im Nebenjob verbracht werden muss oder z.B. Zeit, die in der Bib eingespart wird, weil man Lektüre auch einfach mal kaufen kann, ohne den Rest des Monats Leitungswasser zu trinken. Das hilft, das macht den Kopf frei für Wichtigeres.

Armut ist keine Motivation für Erfolg mehr, sondern ein Unglück, das eines leistungslosen Ausgleichs bedarf. Man arbeitet nicht mehr, um sich etwas leisten zu können. Man kann sich etwas leisten, weil eine solidarische Gesellschaft nun mal so funktioniert – aber wozu dann überhaupt noch arbeiten? Ausgerechnet die Studenten, die später den Wohlstand des Landes sichern sollen, sperren sich gegen den Leistungsgedanken.

schreibt Piatov in seinem Artikel.  Armut bei Studenten ist allerdings keine Motivation für Erfolg sondern vielmehr Motivation für einen Studienabbruch. Nicht weil man sich das neuste Handy nicht leisten kann, sondern weil man die Semestergebühr nicht zahlen kann. Weil man keine Zeit hatte effektiv zu lernen, wegen den Nachtschichten in der Bar. Die Behauptung dass die Solidargemeinschaft dem Individuum nicht nur Lebensminimum, sondern sogar Wohlstand zukommen liesse ist lachhaft.

Denn die Generation Y ist am Limit. Sie bildet sich ein, nach 40 Stunden Uni müsse tatsächlich Schluss sein. In der Berufswelt beklagt sie dann die mangelnde praktische Erfahrung. Sie will nicht neben der Uni arbeiten müssen – so richtig kann man ja noch nichts.

Ich habe das Glück, einen superguten, flexiblen Arbeitsplatz in einem Nachhilfeinstitut ergattert zu haben, wo ich tatsächlich Erfahrung für meinen späteren Beruf sammele. Was allerdings eine Freundin und Kommilitonin (Englisch und Bio) von mir bei nem Bäcker für ihren späteren Beruf lernen soll, ist mir schleierhaft. Aber sie kann da auch mal ein paar Wochen aussetzen, wenn z.B. Prüfungen sind oder ein Praktikum ansteht. Und es wird einigermaßen bezahlt. Darüber hinaus einen Mehrwert zu erwarten ist Luxus.

Mindestlohn muss aber trotzdem sein, darunter macht man sich die Hände nur ungern schmutzig.

Junge, weißt du wie oft man bei 5 Ocken arbeiten gehen muß, um 400 Euro voll zu kriegen? Wo lebst du bitte?

Während man für Reisen, Zigaretten – selbst gedrehte, man muss ja sparen – und Hobbys gerne sein Geld ausgibt, will man für Bildung nichts bezahlen. Ausgerechnet in Bildung, das Tor zur Gesellschaft, zur Kultur und zu materiellem Wohlstand, ist man nicht bereit zu investieren.

Moment, ich mach mal richtig:

Während man für Auslandseinsätze und Lobbyisten gerne das Steuergeld seiner Bürger ausgibt, will man für Bildung so wenig wie möglich bezahlen. Ausgerechnet in Bildung, das Tor zur Gesellschaft, zur Kultur und zu materiellem Wohlstand, ist man nicht bereit zu investieren.  (Fettungen stammen von der Autorin)

So ist´s besser. 🙂

Auch neben dem Studium zu arbeiten, hat mich nicht benachteiligt. Sicherlich hatte ich weniger Zeit, um auf dem Campus in der Sonne zu sitzen, aber ich machte erste Schritte in der Berufswelt, knüpfte wertvolle Kontakte und füllte meinen Lebenslauf.

„Die Getränkehalle Hadelshuber bedauert das Ausscheiden von Herrn XY und wünscht ihm viel Erfolg auf seinem weiteren Lebensweg“ 😀

Wer die politische Einstellung der Studentenschaft kennt, weiß, wie wenig ihr Lebensläufe, der Leistungsgedanke oder Arbeit im Allgemeinen bedeuten. Genau deshalb ist es an der Zeit, eine neue gesellschaftliche Debatte anzustoßen. Auch das BAföG sollte davon nicht verschont bleiben.

Ahhhh, die rote Gefahr von ganz links. Tjaja, BAföG ist ja quasi Kommunismus. Aber das trifft sich ja, wenn diese Debatte dann tatsächlich die gewünschten Ergebnisse liefert, ist Piatov lange nicht mehr vom BAföG abhängig. Die Chuzpe muss man auch erstmal haben, gegen etwas zu schimpfen, wo man selbst Empfänger ist und von dem man augenscheinlich profitiert. Immerhin steht Piatov nicht unter dem Druck, jeden Scheißjob für 5 Ocken annehmen zu müssen, sondern kann im Nebenjob „Erfahrungen sammeln“ und seinen „Lebenslauf füllen“. Womit er hingegen Recht hat ist, dass die Studenten von heute die Leistungsträger und vor allem Steuerzahler von morgen sind. Der Staat hat ein Interesse an gut ausgebildeten, gut bezahlten Bürgern. Die können auch besser das BAföG zurückzahlen. Weil, das ist das Witzige an einem Darlehen lieber Herr Wirtschaftswissenschaftler: Wird es erhöht dann muss auch ein höherer Betrag vom Individuum zurückgezahlt werden. 🙂 BAföG ist schließlich kein Geschenk des Staates, auch das sieht Piatov richtig. Warum er es argumentativ wie eines behandelt wird wohl sein Geheimnis bleiben


Ein kurzer Gruß vom Patriarchat

Maximilian Pütz hat also einen Artikel rausgehauen, in dem er mal den weiblichen Teil der Bevölkerung anspricht und diesen Frauen erklärt wie das denn so läuft mit dem Leben und den Männern.

Pütz, dessen Qualifikation als Coach sich auf eine Erzieherausbildung (die er nichtsdestotrotz so zu framen vermag, dass es quasi wie Masterstudiengang klingt) und diverse Fortbildungen in eher zweifelhaften Sachgebieten beschränkt, tut das in so einer paternalistischen, unfassbar herablassenden Art und Weise, dass ich nicht anders konnte, als mich mal eingehender damit zu beschäftigen.

Er fängt folgendermaßen an:

Manches, was ich dann schreibe, kommt vielleicht bei euch an, als würde ich gegen Frauen arbeiten – dem ist aber nicht so. Wenn mir das nachgesagt werden kann, dann schreibe ich höchstens gegen einen bestimmten Frauentyp. Ich liebe und verehre euch und das Weibliche in höchsten Maße, und ich schreibe euch diese Zeilen nicht als euer Feind sondern als euer Freund. Und ein guter Freund zeichnet sich für mich auch dadurch aus , dass er aus Liebe Kritik äußert. Bedenkt bitte, wenn euch manche Dinge verärgern, dass es mir um das Wohl unserer beider Geschlechter geht und vor allem um das Wohl unserer Kinder.

Na guck mal an, der Max is unser Freund, weil er „das Weibliche“, was immer das auch sein mag, verehrt.

Herr Pütz, Sie sind nicht mein Freund. Eine Freundschaft basiert in der Regel auf Gegenseitigkeit, und jemanden, der das verbale Äquivalent von *beunruhigend nah ranrutsch, tief betroffen in die Augen schau und säusel „Ich meins doch nur gut mit dir!“* durchzieht, löst in mir viele Gefühle aus, aber keins davon ist freundschaftlich.

Es gab mal eine Zeit, in der Männer und Frauen ihre festen Rollen hatten. Der Mann ging arbeiten und die Frau sorgte sich um das Wohl der Familie. In der feministischen Weltanschauung war das eine Vergangenheit, in der wir Männer euch unterdrückt und ausgebeutet haben und ihr unter dem Joch dieser Unterdrückung schwer gelitten habt.

Das ist nachweislich so nicht wahr und wie das meiste im Leben etwas differenzierter zu betrachten. Jedes Geschlecht hatte eine feste Rolle mit Rechten und Pflichten. Und auch wenn es stimmt, dass Frauen in dieser Zeit über viele Dinge des Lebens weniger Entscheidungsgewalt hatten, als die Männer, so genossen sie dafür aber auch einen ganz besonderen Schutz was ihr Leben und ihre finanzielle Absicherung betraf.

Ha! Differenzierung. Witzig, wenn im nächsten Absatz das hier kommt:

Wenn Du Nachts mit Deinem Freund durch New York gehen würdest, und plötzlich würden euch zwei maskierte Männer überfallen: Ich wette mit Dir, dass sich Dein Freund oder Mann auch heute noch vor Dich stellen würde und laut „Renn!“ rufen würde. Auch wenn das seinen sicheren Tod bedeuten würde oder zumindest lebensbedrohliche Verletzungen. So sehr lieben wir euch.

Jahaaa! Sooo lieb haben wir euch! Wir alle euch alle. Auch die Männer in den Masken lieben euch. Sie können das nur nicht so zeigen.

Fast jeder Mann teilt bereitwillig sein angehäuftes Vermögen freigiebig mit einer Frau. Er hat kein Problem damit, sie zu versorgen oder ihr teure Geschenke zu machen, was die emanzipierte Frau von heute auch immer noch gerne annimmt.
Jemand aus meinem engsten Bekanntenkreis ist sehr erfolgreicher Unternehmer, er zahlt für seine Freundin im Monat 3000 Euro für ihr Auto, ihre Pferde, Essen etcetera.

Nach einem 12stündigen Arbeitstag kommt er nach Hause und kocht noch für beide, weil sie nicht kochen kann oder will, und er bezahlt zusätzlich noch eine Putzfrau.

Ihr Part des Deals? Sie ist eine Frau und schläft mit ihm. Das ist alles. Würde er ihr sagen, dass er sie versorgt und sie somit auch ihren Teil erfüllen soll – kochen, putzen etc. – dann wäre ein Patriachat und Macho. Da passt für mich irgendwie was nicht zusammen.

Wenn ein Mann sich eine trophy wife leisten möchte (man könnte auch Haustier sagen, meine Katze bringt ähnlich viel in unsere Beziehung ein) und das für sie beide offenbar so ok ist, sehe ich keinen Grund für Mitleid. Und warum soll sie putzen, wenn er jemanden dafür bezahlen kann? Aus Prinzip? Das macht keinen Sinn.

Wenn ich mir die „moderne“ Frau so angucke, dann hat sich bei ihren Wünschen, was einen Mann angeht, nicht wirklich viel geändert. Sie will in erster Linie immer noch den Beschützer und Ernährer.

Das beweisen viele Studien, die ihr gerne nachlesen könnt (Der Focus veröffentlichte im letzen Jahr einen Artikel indem er schrieb, dass 93% aller deutschen Frauen einen Mann mit höherem Einkommen als sie selber haben heiratete)

Und der Spiegel veröffentlichte kürzlich einen Artikel, in dem nachgewiesen wird, dass Weißmehlkonsum und Unfalltode stark korrellieren, weil ein überwältigend hoher Prozentsatz der Unfalltoten regelmäßig Weißmehl konsumiert hat. Bestimmt hat er das. Ich finde nur diese Quelle nicht….

Auch heute noch scheint es den meisten Männern nichts auszumachen, diese Rolle zu übernehmen, obwohl sie dauernd von verschiedensten Medien beschimpft werden und die meisten Frauen nicht mal einen Bruchteil ihres Deals erfüllen.

Wir Männer sind eben leidensfähig und stellen das Wohl der Allgemeinheit oder unserer Familie fast immer über unser eigenes Wohl.

Eine Runde Mitleid bitte für die geplagten Männer der Welt, die niemals nicht an sich selbst denken, während Frauen (aka Der Rest) niemals auch nur ein altruistischer Gedanke durch hier hübsches, doch egoistisches Köpfchen ging. Seufz.

Aber schon jetzt gibt es immer mehr Männer, die sich dem gemeinsamen Leben mit einer Frau komplett verweigern. In Amerika gibt es eine ganze Bewegung die sich „Men going their own way” nennt – Männer, die sich geschworen haben, alleine zu bleiben aus Frustration über den heutigen Status quo und die Weigerung der Frauen, ihren Part der Vereinbarung zu erfüllen.

Ohja, die kenne ich. Hier ist z.B. ein ganz besonders stolzes Exemplar.

Karriere heißt das kapitalistische Zauberwort. Selbst für mich als Mann erschließt sich nicht, warum irgendeine fiktive Position in einem Unternehmen zu erreichen wertvoller sein soll als eine glückliche Familie.

Ich werde jetzt mal ein paar deutliche Worte sprechen, für die ihr mich gerne hassen könnt, weil ich mir vorstellen kann, dass sie wehtun.

Sie haben euch verarscht.

Sagte der selbständige Unternehmer mit dem ausgeprägten Geltungsdrang.

Und nun sollt ihr den gleichen destruktiven Weg gehen wie wir und ihr merkt auch langsam, dass der Feminismus euch nicht das Paradies geöffnet hat, sondern zu den gleichen Sklaven erziehen will, die wir schon lange sind. Und es macht euch, wenn ihr ehrlich seid, schon jetzt nicht glücklich. Seit den 70er Jahren , auch dazu gibt es mehrere Studien, geben Frauen an, immer unglücklicher zu werden.

Das ist so in einer Gesellschaft, in der du verschiedene Wahlmöglichkeiten hast, wie du dein Leben gestalten möchtest. Wer keine Wahl hat, kann auch keine Zweifel an dieser empfinden. Das ist sicherlich auch bei Männern so, aber da interessiert es keinen, weil man ja nur aufzeigen möchte, wie scheiße eigentlich Emanzipation für Frauen ist. Verbieten darf man´s nicht (mehr), da muss man das mehr so hintenrum machen.

Und jetzt stellt euch nen Wodka bereit, es wird ÜBEL!

Wie schwer muss es erst für ein Mutterherz sein, sein kleines Kind, was man selber geboren hat, weinend in einer Kita abzugeben – ich kann und will es mir nicht vorstellen. Aber für solche Gefühle hat unsere Gesellschaft keinen Platz. Es geht darum zu funktionieren und zu wirtschaften. Und so werden selbst Hunde heute besser behandelt als unsere Kinder. Hunde geben wir nicht nach einem halben Jahr den ganzen Tag in eine Fremdbetreuung.

Was. für. eine. widerliche. manipulative. SCHEISSE! Mutterherz! Sein eigenes kleines Kind, was man auch noch selber geboren hat!  WEINEND! GEFÜÜÜÜHLE! HUNDE HABEN ES BESSER ALS KRIPPENKINDER!!!

(Wir bitten um einen Moment Geduld, die Autorin ist sofort wieder für sie da)

So, geht wieder. Machen wir erstmal weiter.

Wenn ihr wirklich glaubt, dass die Politik als Erfüllungsgehilfe der Wirtschaft euer Wohl im Sinne hat, dann seid ihr ziemlich naiv, denn man hat euch verarscht.

Es geht nicht um euer Wohl. Es geht wie so vieles in unserem System einfach nur um das Geld. Es geht darum, dass ihr auch arbeitet, damit ihr auch Geld verdient, damit ihr noch mehr konsumieren könnt. Es geht darum, dass ihr möglichst schnell nach der Geburt wieder arbeitet, um schnell wieder Steuern zu zahlen. Dazu ein Zitat, das jeder, ob Mann oder Frau kennen sollte.

Wenn ihr wirklich glaubt, dass Max Pütz euer Wohl in im Sinne hat, dann würde ich aber auch nochmal scharf nachdenken. Es geht nicht um euer/unser Wohl, es geht um das Verbreiten seiner Wertvorstellungen, den Erhalt/Wiederaufbau eines Status Quo, um Sehnsucht nach einer Zeit, in der alles viel einfacher war, wo jeder seinen angestammten Platz hatte, der bei Frauen, wie auch bei anderen „Anderen“ immer ein mehr oder weniger großes Stückchen unter dem des Mannes war, weil dieser der unangefochtene Meister des Universums war. Aber es geht nicht darum was Frauen, oder Kinder, wollen. Pütz z.B. ist gelernter Erzieher, was im Prinzip bedeutet, dass er in den meisten Fällen seinen potentiellen Frauen in Sachen Kindererziehung überlegen wäre. Diese Konstellation wird aber interessanterweise nicht angesprochen.

Wenn wir uns emanzipieren müssen, dann von den Vorstellungen und Erwartungen unserer heutigen Gesellschaft und ihren kranken Werten – und zwar beide Geschlechter!

Anstatt das wir gemeinsam gegen diese Ungerechtigkeiten aufbegehren, hetzen sie uns systematisch gegeinander auf, so das wir uns gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben.

Mir geht nicht in den Kopf, wie heutzutage fast jeder selbstverständlich davon ausgehen würde, dass eine Frau, die im Vorstand eines Unternehmens gelandet ist, mehr geleistet haben soll, als eine, die zwei gesunde selbstbewusste Kinder aufgezogen hat.

Was ist eigentlich mit uns los, dass auch nur einer diese Lüge glaubt? Wir vergleichen hier lebendige Lebewesen mit toten Zahlen irgendeines beschissenen Aktienkurses.

Wir reden abfällig vom „Heimchen am Herd“ und verunglimpfen damit die wichtigste, verantwortungsvollste Aufgabe, die es überhaupt für uns Menschen gibt.

Männer arbeiteten und starben nur um einen Zweck zu erfüllen – diese Berufung zu ermöglichen und zu beschützen.

*schleim* Da haben wir wieder „the ominous they“ (Tyrion Lannister), die irgendwie davon profitieren Männer und Frauen gegeneinander aufzuhetzen. Wenn Herr Pütz das so vertreten darf, darf ich auch weiterhin von einer paternalistischen Gesellschaft aka PATRIARCHAT sprechen. Einfach mal wieder lieb zueinander sein, dann klappt das auch mit dem Glücklichsein und dem Weltfrieden.

Die Natur oder von mir aus Gott hat zwei Geschlechter geschaffen, und das hat auch einen ganz bestimmten Grund. Sonst hätten wir auch Zwitter sein können. Kein Geschlecht ist besser oder schlechter als das andere – aber im Gegensatz zu dem, was uns ein paar Idioten weismachen wollen, haben wir beide besondere Fähigkeiten und Stärken, die, kommen sie zusammen, eine perfekte Symbiose bilden. Und anstatt dass jeder liebevoll seinen Teil erfüllt, werdet ihr Frauen seit Jahren systematisch gegen uns Männer aufgehetzt, und euch wird suggeriert, wir würden zu wenig im Haushalt helfen. Was nachweislich Blödsinn ist. Vielleicht putzen und kochen wir Männer weniger, weil es den meisten einfach nicht so liegt, aber bitte geht doch mal in euch und überlegt, welche tausend andere kleine Aufgaben euer Freund/Mann jeden Tag für euch erledigt, ohne ein großes Tamtam daraus zu machen und sich bei euch zu beschweren, ihr müsstet jetzt auch euren Teil an den Reperatur/Renorvierungsarbeiten, technischen Installationen, Verträgen, Steuererklärungen, Gartenarbeiten und so weiter beitragen.

Wir sind keine Zwitter, weil Frauen besser kochen und Männer besser Verträge abschließen können. Das verdient doch mal nen slowclap.

Ich bin fest davon überzeugt ,dass das klassische Familienmodell für beide Geschlechter am besten funktioniert und beide am zufriedensten macht. Deswegen hat es meiner Meinung nach auch über Jahrhunderte funktioniert und tut es in den meisten Plätzen dieser Erde immer noch.

Ich finde es großartig, dass es heutzutage für Frauen auch die Möglichkeit gibt, diesem Modell nicht zu folgen oder ein Leben lang Single zu bleiben und kinderlos zu bleiben.

Jede Frau sollte das Recht haben, Karriere zu machen und mit den Männern, die 14-Stunden-Tage haben, zu konkurrieren, wenn sie es will. Aber bitte seid dann konsequent und macht Karriere und zeugt keine Kinder, für die ihr eh keine Zeit habt oder haben wollt. Die Vereinbarung von Kind und Karriere ist und bleibt ein Mythos und geht immer zu Lasten derjenigen, die am wenigsten für unsere Hybris können. Unsere Kinder.

Das gilt natürlich nur für Frauen, wenn Männer „Karriere machen“ und nen Haufen Kinder in die Welt setzen, für die sie keine Zeit haben wird nicht mal mit der Wimper gezuckt. Auch nicht von Ex-Erziehern.

Aber das brauche ich euch wahrscheinlich gar nicht zu erklären, da ihr viel schlauer seid, als die Politik annimmt, und die meisten sich eh dieses Leben nicht antun und lieber Teilzeit arbeiten.

So findet man meiner Meinung nach nicht so wenige Frauen in Führungsetagen wegen irgendwelcher herbeidiskutierten gläsernen Decken, sondern einfach weil die meisten Frauen es weder nötig noch Lust darauf haben, ihr Leben für die Arbeit zu opfern.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass viele von euch einfach diesem Lebensmodell folgen, weil das halt eine moderne, emanzipierte Frau ausmacht. Und genau da liegt der Irrtum.

Emanzipation, meine lieben Damen, heißt nicht das tun, was euch der Staat oder der Feminismus vorschreiben, sondern das, was eurem Herzen und eurer Seele am meisten entspricht.

Und wenn das „Mutter und Hausfrau sein“ heißt, dann seid ihr nicht konservativ oder doof. Sondern in unserer Gesellschaft klarer, moderner und progressiver als viele eurer Geschlechtsgenossinnen.

Boah, das trieft aber mal jetzt so richtig. Und ist es nicht schön, dass Max Pütz, wie so viele andere konservative Männer auch, mal so GANZ genau weiß, was Frauen wollen? Und wenn ihr jetzt hinaus geht, arbeitet und Kinder bekommt und die auch noch ab und zu mal fremdbetreuen lasst, dann ist der Max ganz arg enttäuscht von euch und hat euch nicht mehr lieb. Wahrscheinlich wird euch auch das Taschengeld gestrichen und  dieWendy könnt ihr euch auch vonne Backe putzen.

Wenn ihr wissen wollt, was wahre Emanzipation ist, hört einfach auf das was Männer euch sagen und macht einfach das weiter, was Jahrhunderte „gut funktioniert“ hat. Das ist nämlich total progressiv.

In diesem Sinne möchte ich diesen Artikel gerne mit einer Pützesquen Schleimbombe beschließen:

In Liebe und Anerkennung eurer Leistungen
Euer Maximilian

Kussi, Maxi. HDGDL, Tschööö

Deine Maren