Archiv der Kategorie: speaking words of wisdom

Warum wählen?

Ich möchte euch diesbezüglich gern von meiner Uroma erzählen:

Tolle Frau.

Sie war Fillialleiterin des ersten Kolonialwarengeschäftes „am Platz“ in Königsberg zu einer Zeit als es keine Frauen in leitenden Positionen gab, hat ihren ersten Mann im Ersten Weltkrieg und den zweiten im Zweiten verloren und  war daraufhin glühende Pazifistin sowie eine Verfechterin von Toleranz und Mitgefühl.

Sie hat sowohl das Kaiserreich, die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus mit anschließender Flucht aus Königsberg und Internierung in Dänemark erlebt/überlebt.

Und jedes Mal, wenn Wahlsonntag war, hat sie sich laut meiner Mutter richtig schick gemacht, also RICHTIG schick, mit Kostüm, hochhackigen Schuhen und Schleierhütchen und ist wählen gegangen.

Und wenn meine Mutter sie fragte, was sie gewählt hatte, lächelte sie nur und sagte: „Wir haben freie und geheime Wahlen.“

Niemand hat je erfahren was sie gewählt hat.


Alles richtig gemacht mit der Indoktrination

Was ich bei Kindern mit am meisten liebe, ist wenn sie laut über eine Sache nachgrübeln, um ihr auf den Grund zu gehen und man selbst nur Stichwortgeber bei diesen Gedankenketten ist. Manchmal nicht mal das 🙂

Ich stehe also mit meiner Schwester und meiner großen Nichte (10) vor einer Konditorei, in deren Auslage Hochzeitstorten stehen.

Versunken in den Anblick dieser zahn- und figurzerstörenden Köstlichkeiten fragt meine Nichte: „Was ist denn wenn 2 Männer oder 2 Frauen heiraten wollen? Die haben da ja gar nich so Figuren für auf dem Kuchen?“ Es gab natürlich nur die Männlein/Weiblein Kombi.

Ich bestätige, dass das schon ein bisschen doof ist.

Kurz darauf, sichtbar erfreut: „Sie können sich ja 2 Paare kaufen und die beiden Figürchen die über sind, an 2 Freunde oder Freundinnen verschenken, die sie dann für ihre Hochzeit nehmen!“

Sowohl meine Schwester als auch ich halten das für eine hervorragende Idee.

 

 


Voll schlau und so….

Die von Ihnen geschätzte Autorin hat jetzt übrigens Abitur 🙂 Glückwünsche bitte in Schrift-, Geld- oder Blumenform


Männerhass?

Dem Feminismus wird immer wieder Männerhass vorgeworfen, das ist so alt wie die Bewegung selbst. Und genauso falsch.Daher wird daraufhin auch immer wieder gekontert, Frauen im Allgemeinen und sogar Feministinnen „lieben Männer“. Das ist allerdings auch nicht richtig.

Ob ich jemanden mag oder gar liebe, hängt nicht von seinem Geschlecht ab. Die Männer in meinem Leben mag ich nicht, weil sie Männer sind, sondern weil sie kluge, liebe, lustige Kerle sind. Genauso wie ich die Frauen in meinem Leben mit diesen Attributen genauso mag. Einfach oder?

Wenn nun jemand gemein ist, dumm, unlustig, oder ein Chauvinist, sehe ich keine Veranlassung mich mit diesem Mensch zu umgeben, und schon gar nicht zu sagen, ich würde ihn lieben. Es gibt auch Männer die ich hasse, wenn auch sehr wenige. Diese hasse ich wiederum nicht deswegen weil sie Männer sind, sondern weil sie Scheißmenschen sind. Genauso wie es Frauen gibt, die Scheißmenschen sind.

Dann gibt es noch einige Eigenschaften oder Angewohnheiten, die ich hasse, die fast ausschließlich bei Männern zu finden sind. Klassischer Chauvinismus, eine „Papa erklärt dir die Welt“- Attitüde, herablassende Behandlung durch bestimmte Bemerkungen. Ich hasse, hasse, hasse das, und verbalisiere das auch so. Nun, macht mich DAS zu einer Männerhasserin? Oder würde ich mit den Männern gut klarkommen, sobald sie das lassen würden? Ich glaube letzteres. Es liegt also faszinierenderweise wohl nicht daran, dass er ein Mann ist, sondern weil er sich scheiße verhält.

Ich werde immer stutzig wenn jemand im Brustton der Überzeugung äußert, er liebe Männer/Frauen. Liebst du auch Hitler? Lizzy Borden? Ted Bundy? Ilse Koch? Das sind auch Mitglieder dieses Geschlechts! Nein? Dann lügst du!

Oft werden solche Äußerungen, ein Geschlecht in seiner Gänze zu lieben, von ausgesprochen sexistischen Menschen getätigt. Damit ist dann nicht gemeint, dass sie ein Individuum dieses Geschlechts akzeptiert und gemocht wird, sondern es wird die Tatsache gepriesen, dass einige Vertreter dieser Gruppen gut in Röcken oder engen Jeans aussehen. Gerne werden aber auch solche Äußerungen mit bestimmten klischeehaften Vorstellungen verbunden, wie „Männer sind soooo stark“ oder „Frauen sind sooo anmutig“  Das wird auch gerne gemacht, um sich vom Vorwurf des Sexismus, der Verachtung des jeweils anderen Geschlechts freizusprechen. Klappt nur irgendwie nicht gut.

Zusammenfassend möchte ich darauf aufmerksam machen, dass Äußerungen wie „Ich liebe Gruppe XY“ mit Vorsicht zu genießen sind, und mich gleichzeitig von solchen Äußerungen distanzieren.

Ich hasse Männer nicht. Lieben tu ich sie aber auch nicht.

 

 


Georg Kreisler R.I.P.

                                              Requiesceat in Pace