Outlander Season 1: Eine sachliche Besprechung

Ok, Kinder. Ich muß euch etwas gestehen.

Die „Outlander“-Bücher von Diana Gabaldon sind meine liebste Buchreihe. Ja, so uncool bin ich in echt. 🙂 Ich habe das erste Buch (in D „Feuer und Stein“) mit etwa 12 oder 13 gelesen, es lag so bei uns rum und ich hab es fast in einem Zug durchgelesen, mit hochrotem Kopf und tief seufzend, natürlich.

Da ich also sehr starke Gefühle im Bezug auf die Charaktere habe, sah ich der Verfilmung mit seeeehr gemischten Gefühlen entgegen, insbesondere weil ich viele meiner Lieblingsbücher komplett verschandelt gesehen habe („Der Strand“, anyone?). Dennoch musste ich mir das Spektakel natürlich ansehen, allerdings erst, nachdem ich die ersten glühenden Rezensionen gelesen habe.

Meine Wertung? Gemischt. Einiges funktioniert nicht, anderes ist hingegen ganz fantastisch. Also, macht euch bereit für einen langen, ausgesprochen subjektiven, teilweise korinthenkackenden, mit Spoilern vollgepackten Post über Outlander – Die Serie.

Shall we begin?

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Genießen Sie die herrlichen Strände von Courage!

So, ich hab mal wieder in ein Wespennest gegriffen (sag bloß!)

Kurzfassung (die Langfassung darf jeder selbst auf Twitter nachlesen, ich werde auch keine Namen nennen) :

Ich hatte heute morgen auf einen mit Foto dekorierten #breitmachmackertweet einer Twitteruserin geantwortet, dass ich das Problem nicht sähe, weil der entsprechende Typ niemanden sichtlich gestört hat und sie obendrein ebenfalls ihre Tasche auf dem Nebensitz geparkt hatte. Das rieche ein bisschen nach Glashaus. (Zudem sie auch noch den Sitz am Gang belegte, das ist so ein pet peeve von mir. Ich hasse Leute die am Gang sitzen. Ich will nicht über euch drüber steigen müssen!)

Sie erwiderte, dass der Gang voll mit Leuten gewesen sei und ich das obendrein „im größeren Kontext“ sehen müsse. Ich vertrat daraufhin den Standpunkt, dass meiner Erfahrung nach so ziemlich alle Platz machen, wenn man sie bittet, sie sagte das hätte sie getan aber es wäre nichts geschehen, usw, usf.

Es wurde bald sehr meta. Ich sei „apolegetisch“ und würde das Problem unterschätzen, wenn ein 2m Schrank seine Füße nicht einziehen wolle, das sei ja auch gefährlich, sich da durchsetzen zu wollen, ich würde mich dem Feind anbiedern etc. etc. Gleichzeitig sei es ja wohl auch keine Alternative, den Mund zu halten und „still zu ertragen“. Mal glatt ignorierend, dass ich genau das Gegenteil angeraten hatte. Unschön.

Bald wurde ich als Kollaborateurin bezeichnet, zudem sei das Problem ja auch strukturell. Männer würden ja statistisch mehr Raum einnehmen. Das könne man nicht auf das Individuum abwälzen.

1) Verdammte Hacke, es ist der ÖPNV! Kommt mal runter

2) Was soll die Lösung des Problems dann sein? Wände zwischen den Sitzen? Ich sehe es so:

Es gibt andere Menschen. Manche davon sind Ärsche, Männlein wie Weiblein. Man muss aber lernen sich mit diesen Menschen zu arrangieren/sich gegen diese Menschen durchzusetzen. Fotos auf Twitter zu posten um darüber hinwegzutäuschen, dass man das nicht geschafft hat und sich trotzdem noch als tolle Aktivistin fühlen möchte reicht da nicht. Wenn das schon jemand, der sich explizit als Feministin und damit Aktivistin versteht, nicht schafft, wer dann?

Irgendwann platzte mir der Arsch und ich bemerkte

Die Suffragetten sind in den Knast gegangen, aber keiner von uns traut sich, nen Platz in der Bahn zu besetzen? WTF?

Es ist tatsächlich so, dass Männer in unserer Gesellschaft präsenter sind als Frauen. Da müssen wir nicht drüber diskutieren. Aber, mal ganz ketzerisch gesagt: Jemand der sich im Zug nicht durchsetzen kann wird es auch nicht in der Chefetage schaffen.

Als Feministin ist die Gleichstellung eines meiner erklärten Ziele. Die wird mir aber nicht in den Schoß fallen.

Es wird nicht so sein, dass nach 100+ veröffentlichen Blogs und 20.000+ Tweets jemand (die Kanzlerin, das BVerfG, der liebe Gott) sagen wird „Achso, ja, wir sperren jetzt alle Leute ein die Frauen schlecht behandeln“

Wir selbst müssen aktiv werden, und damit ist nicht gemeint Fotos von Fremden auf Twitter zu posten. Damit ist gemeint, dass wir in unseren Leben für die Dinge aufstehen, die uns wichtig sind, und die Dinge nicht hinzunehmen, die uns schaden oder ärgern. Für uns UND andere! Courage ist nämlich kein Küstenort in Frankreich.

Wir müssen quengeln, nörgeln und stänkern, immer und immer wieder. Bis es geschafft ist. Und dann weiter quengeln damit es so bleibt.

Das Leben ist schlecht und ungerecht. Wir können aber etwas dagegen tun.


Das deutsche Bildungssystem ist gerecht und benachteiligt niemanden! Vol. drölfzig (BAföG)

Studenten sind schon ein lästiges Pack.

Entweder sie sind reiche Töchterchen, die protzend ihre Volvicflaschen zur Schau stellen (wir erinnern uns ) , oder sie sind überanspruchsvolle Arbeiterblagen, die nicht einsehen dass sie sich doch mal bitteschön SO RICHTIG krumm zu legen haben um im Akademikerbusiness mitzuspielen. Oder sind sie doch nur zu faul zum Arbeiten? Der Autor dieses WELT Online Artikels ist sich da selbst nicht so sicher.

Es ist schon fast witzig: Einerseit schreibt Piatov richtigerweise als allererstes, dass dank Bachelorsystem viele Studenten eine 40h- Woche an der Uni haben und die Mieten in Unistädten pervers hoch sind, kommt aber dann zu dem Schluß, dass der Unmut doch daher käme, dass die Studis  ein viel zu hohes Anspruchsdenken hätten, und dass BAföG ja nicht dafür da sei, das Bedürfnis nach veganer Nahrung zu decken. Das mag richtig sein, verkennt aber ganz klar, dass vegane Nahrung (auch bekannt als #nudelnmitketchup) die einzige Alternative für Studenten die ausschließlich von BAföG leben (wovon es dann auch eher wenige gibt) , darstellt.

Die geschätzte Autorin bekommt z.B. ganze 150 EU Ausbildungsunterstützung. Hätte ich nach dem Abitur eine Ausbildung angefangen, fast egal welche, ich bekäme heute, im 2. Lehrjahr das Doppelte. Plus eventuelle Ausbildungsunterstützung vom Amt (BAB). (Was gut und richtig ist!) Nun sagt ihr, aber Maren du wirst doch als Akademikerin später mal das drölfzigfache von dem verdienen, was eine Krankenschwester oder ein Schreiner macht. Nein. Ich studiere Lehramt für Haupt-, Real- und Gesamtschulen. Ich werde nicht am Hungertuch nagen, aber reich wird man, vor allem als nichtbeamtete Lehrerin, auch nicht. Und von der Aussicht auf spätere Reichtümer wird auch meine Semestergebühr nicht bezahlt. Aber ich schweife ab.

Nun, der Auslöser des Artikels war, dass unsere BuBi Ministerin Johanna Wanka sich gegen eine automatisch alle 2 Jahre stattfindende Anpassung des BAföGs, welche sich an Preis- und Einkommensentwicklungen orientierte, ausgesprochen hat. Spitzenforschung stehe hingegen auf ihrer Agenda ganz oben. Zusammengefasst heißt das: Forschereliten kriegen mehr Geld, der Feld-, Wald- und Wiesenstudierende muss gucken wo er bleibt.

Ich und meine Kommilitonen sind keine Forscher. Wir studieren um den folgenden Generationen Mathe und Englisch beizubringen, damit sie später eine gute Ausbildung machen und ihrerseits ihren Beitrag leisten können. Je mehr Zeit wir haben uns mit den Inhalten unseres Studiums auseinandersetzen zu können, umso besser werden wir unseren Job machen können, umso besser werden die nachfolgenden Generationen usw… Und Geld kauft Zeit! Sei es Zeit, die nicht im Nebenjob verbracht werden muss oder z.B. Zeit, die in der Bib eingespart wird, weil man Lektüre auch einfach mal kaufen kann, ohne den Rest des Monats Leitungswasser zu trinken. Das hilft, das macht den Kopf frei für Wichtigeres.

Armut ist keine Motivation für Erfolg mehr, sondern ein Unglück, das eines leistungslosen Ausgleichs bedarf. Man arbeitet nicht mehr, um sich etwas leisten zu können. Man kann sich etwas leisten, weil eine solidarische Gesellschaft nun mal so funktioniert – aber wozu dann überhaupt noch arbeiten? Ausgerechnet die Studenten, die später den Wohlstand des Landes sichern sollen, sperren sich gegen den Leistungsgedanken.

schreibt Piatov in seinem Artikel.  Armut bei Studenten ist allerdings keine Motivation für Erfolg sondern vielmehr Motivation für einen Studienabbruch. Nicht weil man sich das neuste Handy nicht leisten kann, sondern weil man die Semestergebühr nicht zahlen kann. Weil man keine Zeit hatte effektiv zu lernen, wegen den Nachtschichten in der Bar. Die Behauptung dass die Solidargemeinschaft dem Individuum nicht nur Lebensminimum, sondern sogar Wohlstand zukommen liesse ist lachhaft.

Denn die Generation Y ist am Limit. Sie bildet sich ein, nach 40 Stunden Uni müsse tatsächlich Schluss sein. In der Berufswelt beklagt sie dann die mangelnde praktische Erfahrung. Sie will nicht neben der Uni arbeiten müssen – so richtig kann man ja noch nichts.

Ich habe das Glück, einen superguten, flexiblen Arbeitsplatz in einem Nachhilfeinstitut ergattert zu haben, wo ich tatsächlich Erfahrung für meinen späteren Beruf sammele. Was allerdings eine Freundin und Kommilitonin (Englisch und Bio) von mir bei nem Bäcker für ihren späteren Beruf lernen soll, ist mir schleierhaft. Aber sie kann da auch mal ein paar Wochen aussetzen, wenn z.B. Prüfungen sind oder ein Praktikum ansteht. Und es wird einigermaßen bezahlt. Darüber hinaus einen Mehrwert zu erwarten ist Luxus.

Mindestlohn muss aber trotzdem sein, darunter macht man sich die Hände nur ungern schmutzig.

Junge, weißt du wie oft man bei 5 Ocken arbeiten gehen muß, um 400 Euro voll zu kriegen? Wo lebst du bitte?

Während man für Reisen, Zigaretten – selbst gedrehte, man muss ja sparen – und Hobbys gerne sein Geld ausgibt, will man für Bildung nichts bezahlen. Ausgerechnet in Bildung, das Tor zur Gesellschaft, zur Kultur und zu materiellem Wohlstand, ist man nicht bereit zu investieren.

Moment, ich mach mal richtig:

Während man für Auslandseinsätze und Lobbyisten gerne das Steuergeld seiner Bürger ausgibt, will man für Bildung so wenig wie möglich bezahlen. Ausgerechnet in Bildung, das Tor zur Gesellschaft, zur Kultur und zu materiellem Wohlstand, ist man nicht bereit zu investieren.  (Fettungen stammen von der Autorin)

So ist´s besser. 🙂

Auch neben dem Studium zu arbeiten, hat mich nicht benachteiligt. Sicherlich hatte ich weniger Zeit, um auf dem Campus in der Sonne zu sitzen, aber ich machte erste Schritte in der Berufswelt, knüpfte wertvolle Kontakte und füllte meinen Lebenslauf.

„Die Getränkehalle Hadelshuber bedauert das Ausscheiden von Herrn XY und wünscht ihm viel Erfolg auf seinem weiteren Lebensweg“ 😀

Wer die politische Einstellung der Studentenschaft kennt, weiß, wie wenig ihr Lebensläufe, der Leistungsgedanke oder Arbeit im Allgemeinen bedeuten. Genau deshalb ist es an der Zeit, eine neue gesellschaftliche Debatte anzustoßen. Auch das BAföG sollte davon nicht verschont bleiben.

Ahhhh, die rote Gefahr von ganz links. Tjaja, BAföG ist ja quasi Kommunismus. Aber das trifft sich ja, wenn diese Debatte dann tatsächlich die gewünschten Ergebnisse liefert, ist Piatov lange nicht mehr vom BAföG abhängig. Die Chuzpe muss man auch erstmal haben, gegen etwas zu schimpfen, wo man selbst Empfänger ist und von dem man augenscheinlich profitiert. Immerhin steht Piatov nicht unter dem Druck, jeden Scheißjob für 5 Ocken annehmen zu müssen, sondern kann im Nebenjob „Erfahrungen sammeln“ und seinen „Lebenslauf füllen“. Womit er hingegen Recht hat ist, dass die Studenten von heute die Leistungsträger und vor allem Steuerzahler von morgen sind. Der Staat hat ein Interesse an gut ausgebildeten, gut bezahlten Bürgern. Die können auch besser das BAföG zurückzahlen. Weil, das ist das Witzige an einem Darlehen lieber Herr Wirtschaftswissenschaftler: Wird es erhöht dann muss auch ein höherer Betrag vom Individuum zurückgezahlt werden. 🙂 BAföG ist schließlich kein Geschenk des Staates, auch das sieht Piatov richtig. Warum er es argumentativ wie eines behandelt wird wohl sein Geheimnis bleiben


Check yourself before you wreck others (and yourself)

Hey Menschen die ihr meinen Blog lest!

Ich möchte diesmal auf ein Thema hinweisen, dass mir sehr am Herzen liegt.

Ihr seid LehrerIn oder ErzieherIn oder arbeitet in einem anderen Beruf in dem ihr viel mit Menschen zu tun habt?

Kramt euer Impfbuch hervor und gleicht es mit dem Impfkalender der Ständigen Impfkommission (StIKo) ab!

Ihr habt Kinder, die noch nicht, oder unzureichend geimpft sind?

Kramt deren Impfbuch (sofern vorh hervor und gleicht es mit dem Impfkalender der StIKo ab!

Ihr seid euch nicht sicher, gegen was ihr alles geimpft worden seid als Kind?

Kramt euer Impfbuch hervor und gleicht es mit dem Impfkalender der StIKo ab!

Ernsthaft, Impfen ist für die meisten Menschen nicht mehr als ein kleiner Pieks, euer Arzt wird wissen ob eurem Körper (!) dieser Impfstoff zugemutet werden kann (sonst wäre er ja nicht euer Arzt) und ihr schützt damit sowohl euch als auch viele andere, die aus verschiedenen Gründen (noch) nicht geimpft werden können.

Herdenimmunität FTW!

Ich persönlich glaube nämlich, dass es unsere Pflicht als Gesellschaft ist, diejenigen zu schützen, die es nicht selbst tun können. Und ja, das soll jetzt ganz bewusst ein schlechtes Gewissen machen. 🙂

Und zum guten Schluß:

Der Impfkalender der StIKo

Stay healthy!


Blogstöckchen Buchvorsätze 2014

Sodele, die bezaubernde Robin hat mir mal wieder ein Stöckchen zugeworfen, und gutes Hundchen das ich bin (wenn auch ein bisschen….langsam) fange ich es auf und verblogge es.

Es geht hier um 5 Bücher, die ich 2014 noch lesen möchte. Nun denn, aufi gehts:

 

Cordelia Fine: Delusions of Gender

Nachdem ich immer und immer und immer und immer wieder auf dieses Buch hingewiesen worden bin, werde ich es dann auch mal lesen.

Warum? Weil ich einfach mal den ganzen pseudowissenschaftlichen Scheiß, der täglich in den Äther gespült wird, verrissen sehen möchte. Der nervt nämlich.

Mark Oliver Everett: Glückstage in der Hölle

Everett ist bekannt als der Frontmensch der großartigen Eels, deren Lieder mit der Soundtrack für meine unglücklichsten und glücklichsten Zeiten waren. Ich hab schon ewig diese seine Autobiographie im Hinterkopf, unter anderem weil ich gerne wissen möchte, wie das denn so war mit Elizabeth

Virginia Woolf: Mrs. Dalloway

Als Anglistikstudentin bin ich natürlich auch einer Leseliste unterworfen. Dieses Buch ist Teil dieser Liste, ich freu mich aber schon drauf. 🙂

Joseph Conrad: Heart of Darkness

Leseliste. Zusammen mit Apocalype Now (jepp, Filme sind auch auf der „Lese“liste. Go figure.)

Christopher Marlowe: Dr. Faustus

Ratet! 😀

 

So, das war´s dann auch schon mit den Büchern die ich mir vorgenommen habe. Tut mir leid wenn das ein bissken öde war, aber soll ich lügen??? 🙂

Da ich ja so spät dran bin, gucke ich einfach alle, die schon von anderen getaggt worden sind, böse-auffordernd streng an. 🙂