Archiv der Kategorie: Too cool for school

Alles richtig gemacht mit der Indoktrination

Was ich bei Kindern mit am meisten liebe, ist wenn sie laut über eine Sache nachgrübeln, um ihr auf den Grund zu gehen und man selbst nur Stichwortgeber bei diesen Gedankenketten ist. Manchmal nicht mal das 🙂

Ich stehe also mit meiner Schwester und meiner großen Nichte (10) vor einer Konditorei, in deren Auslage Hochzeitstorten stehen.

Versunken in den Anblick dieser zahn- und figurzerstörenden Köstlichkeiten fragt meine Nichte: „Was ist denn wenn 2 Männer oder 2 Frauen heiraten wollen? Die haben da ja gar nich so Figuren für auf dem Kuchen?“ Es gab natürlich nur die Männlein/Weiblein Kombi.

Ich bestätige, dass das schon ein bisschen doof ist.

Kurz darauf, sichtbar erfreut: „Sie können sich ja 2 Paare kaufen und die beiden Figürchen die über sind, an 2 Freunde oder Freundinnen verschenken, die sie dann für ihre Hochzeit nehmen!“

Sowohl meine Schwester als auch ich halten das für eine hervorragende Idee.

 

 

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Geschichten aus dem femizentrierten Schulwesen

Heute hatte ich ein nettes Erlebnis mit einem meiner Lehrer.

Dieser Lehrer etwa Mitte 50 (in Folgendem Herr X genannt) gibt bei uns Latein, eigentlich mag ich ihn, schreibe bei
ihm auch ganz gute Noten, trotzdem ich als verkappte Feministin verschrieen bin. 

Heute gabs Vokabeltests zurück, eine Mitschülerin, die diesen nachgeschrieben hatte, bekam eine nicht besonders gute Note, worauf Herr X meinte: Wenn sie sich in mehreren Wochen nicht soundsoviele Vokabeln draufschaffen könnte, solle sie doch überlegen, ob sie nicht Latein abwählt und stattdessen lieber einen Kochkurs macht, so als sinnvolle Beschäftigung!

BÄM! Also erstens geht das ja mal überhaupt nicht, dass er sowas vor dem ganzen Kurs (!) sagt und zweitens: Ein Kochkurs? WTF?

Da ich ja passionierte Retterin der akademisch ambitionierten Witwen und Waisen bin, konnte ich das natürlich nicht so im Raum stehen lassen und sagte (im neutralen Tonfall):
 „Also, den Spruch mit dem Kochkurs hätten Sie sich jetzt aber sparen können!“

Auftritt Rumpelstilzchen: Herr X fuhr mich an, was er sich sparen könne und was nicht, entscheide immer noch er, außerdem hätte seine Schwester ihren Abschluß in Ernährung- und Hauswirtschaft gemacht und wenn ich sowas verachten (!) würde, wäre das mein Problem. Er schickte dann noch einen Spruch von wegen Leuten, die nur Tiefkühlkost essen hinterher und grummelte dann vor sich hin. Versuchte nochmal (immer noch ziemlich erregt) die Diskussion weiterzuführen, was ich dann aber abgewiegelt habe. Immerhin, der Mann sitzt am längerem Hebel.

Merke: Theoretisch ist Gleichberechtigung vielleicht auch für die alte Garde ne tolle Sache, es hält sie aber nicht davon ab, bei Gelegenheit sexistische Sprüche abzulassen. Das Weltbild bleibt unangetastet.